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Reimund Linkert (m.) kann wieder lachen - sein Comeback steht kurz bevor. Foto: B. Scharfe

Ein neuer Anfang

Nach fünf Monaten Verletzungspause will Reimund Linkert endlich zeigen, was er kann 15.02.2010
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Da staunten die Spieler des 1. FC Lok nicht schlecht, als es Ende Januar wieder enger wurde in ihrer Mannschaftskabine. Reimund Linkert hatte sich breit gemacht und sehnte voller Tatendrang dem Anpfiff der Trainingseinheit durch Cheftrainer Uwe Trommer entgegen. Bis auf eine rasch wieder abgebrochene Kurz-Rückkehr im November fehlte der 27-Jährige gut fünf Monate in Folge eines doppelten Bänderrisses im rechten Knöchel, den er sich beim Abschlusstraining vor dem Derby gegen den Lokalrivalen FC Sachsen im vergangenen August ohne Fremdeinwirkung zugezogen hatte. „Es kamen natürlich einige Sprüche, aber sie haben mich wiedererkannt", versicherte der kleine Techniker eiligst im ausführlichen Interview mit LOKruf-TV. Natürlich gab es keinen Grund, sein Gesicht zu vergessen. Er war ja in dieser langen Ausfallperiode nie wirklich weggewesen, aber auch nie wirklich da. Der Lehramtsstudent pendelte gezwungenermaßen zwischen MRT-Röhre, Thonbergklinik, Medica und der Pritsche von Lok-Physiotherapeut Uwe Zimmermann, anstatt im Mittelfeld die Fäden ziehen zu können. Der Alptraum eines jeden Fußballers. „Man sieht die Jungs jedes Wochenende spielen und ist selbst zur Untätigkeit verdammt. Aber am meisten fehlte mir der alltäglich Ablauf, das Training", sagt Linkert. Ein potentieller Leistungsträger heuerte da - vom FC Eilenburg kommend, früher gar Junioren-Nationalspieler - im Sommer in Probstheida an. Scharfes Auge, fantastischer Spielwitz, nahezu perfekte Technik werden ihm nachgesagt. So einer läuft nicht oft über den Oberliga-Rasen. Nicht robust, viel zu verletzungsanfällig, werfen die Kritiker hinterher. Linkert, der am vergangenen Samstag seinen 27. Geburtstag feierte, misst gerade 1.68 Meter bei 62 Kilogramm.

Scharfes Auge, fantastischer Spielwitz, nahezu perfekte Technik

Die Vorbereitung lässt sich gut an, die Lok-Fans schließen ihn dank seiner erfrischenden Auftritte - egal ob gegen Bundesligist Bayer Leverkusen oder Landesligist Fortuna Chemnitz - sofort in ihr Herz. Der Linksfuß wollte es allen beweisen, den Vorschusslorbeeren gerecht werden, das Spiel lenken und einen gehörigen Anteil zur erhofften, neuen spielerischen Qualität der Blau-Gelben beitragen. Aber dazu war er zunächst doch außerstande. Die Zweifel wuchsen in dieser Herbstzeit 2009, das Rätselraten gleich mit. Warum ich? Was mache ich falsch? Wieso zieht sich diese Verletzung, welche im Normalfall kaum sechs Wochen zur Wiedergenesung benötigt, so derart ins schier Endlose? Bei LOKruf-TV versucht er das zu erklären, was nicht so richtig zu erklären war, denn „anatomisch ist alles, wie es sein muss" - eigentlich schon im Oktober wieder. Einzig die Schmerzen sind kaum zu lindern. Schon gar nicht nach dem gescheiterten Comeback. Zwei Kurzeinsätze - im Landespokal gegen Drittligist Erzgebirge Aue sowie das Punktspiel bei Dynamo Dresden II - sind in den Statistiken verzeichnet. Das desolate 0:3 daheim gegen den VfB Auerbach am 22. November wird Linkerts bislang einziges Oberliga-Spiel über 90 Minuten im Trikot des 1. FC Lok. Er erinnert sich und es ist in diesen Augenblick nicht zu erkennen, ob ihm beim Gedanken an diese quälenden Wochen der Passivität die Knie - Pardon -, der Knöchel zittert: „Danach konnte ich zwei Tage weder vor- noch rückwärts gehen." Wieder Gips, nur kein neuer Befund. Dafür aber Schmerzen, immer wieder Schmerzen. Eine fundamentale Erkenntnis, die hat er heute verinnerlicht: „Man darf seinem Körper nicht das zumuten, was er nicht will." Dieser brauchte Geduld, statt rücksichtlosen Rekonvaleszenzwahn. Linkert bringt die nötige Ausdauer auf, nicht nur in der Reha, sondern auch in der Rücksicht auf seinen Körper. Und wird dafür belohnt. „Ich freue mich riesig, wieder dabei zu sein", grinst er ins LOKruf-TV-Objetiv. Eine oft bemühte Fußballerfloskel, mit der er so einfach wie prägnant, vor allem aber glaubhaft seinen Gemütszustand auf den Punkt bringt. „Nicht nur er hat gelitten, auch wir haben es", zieht Cheftrainer Uwe Trommer in Anflügen von Melodramatik einen Rahmen um die vergangenen fünf Monate. Übersetzt heißt das: Du bist in der Rückrunde einer unserer Hoffnungsträger in der Offensive. „Er steht für das spielerische Element", erläutert Trommer. „Es geht nicht um mich, sondern darum, was ich der Mannschaft geben möchte", verdeutlicht er, „ich will auch eine Rolle in der Struktur der Mannschaft übernehmen, aber die wird über Leistung angenommen."

Der lange Weg zurück neigt sich dem Ende entgegen: "Ich freue mich riesig"

„Ich bin gerade sehr zufrieden, habe nur leichte Probleme, bedingt durch den sehr harten Boden in der Halle. Körperlich stehe ich bei etwa 80 Prozent", antwortet Linkert auf die Frage nach seinem körperlichen Zustand. 80 Prozent sind ausbaufähig, aber normal nach so langer Zeit. Darauf zielt der gebürtige Hallenser nun: „Da sind noch Reserven, die ich mir versuche, Stück für Stück zu erarbeiten." Sein Trainer lobt im LOKruf-TV gleichwohl: „Momentan macht Reimund einen sehr guten Eindruck, agiert sehr auffällig - vor allem in den Spielformen." Und wie steht es um die Mannschaft und deren Ziele für die Rückrunde? „Wir sind sehr zusammengerückt. Der Wille und Biss sind zu spüren", hat Linkert ausgemacht, „aber es können alles viel erzählen: Wir müssen es umsetzen, Konstanz in die Leistungen bringen." Und auch wenn das Spielerische nicht immer abgerufen werden könne, „muss man das eben mit anderen Fähigkeiten wettmachen. Mit kämpferischen Dingen, die das Publikum genauso honoriert wie einen guten Ball." Reimund Linkert geht zur Tür. An der Schwelle angekommen, tippelt er erst zwei Schritte rückwärts, dann wieder vorwärts. Er lacht, hat keine Schmerzen, hastet in die Kabine. Das Training beginnt gleich. Na endlich, „endlich wieder Fußball spielen." Ein neuer Anfang.

LINK-TIPP! Das komplette Interview mit Reimund Linkert im LOKruf-TV (Startet der Beitrag nicht direkt, einfach nochmal die F5-Taste drücken)

 

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Blau-Weiß Farnstädt - 1. FC Lok
Team 1 : Team 2
Wann?    Dienstag, 03.08.2010, 18:30 Uhr
Wo?    Sportplatz Farnstädt
Was?    Testspiel

Tabelle

Platz Mannschaft Punkte
1   Lok  1. FC Lok Leipzig   0
2   Budissa Bautzen  Budissa Bautzen   0
3   Carl Zeiss Jena II  Carl Zeiss Jena II   0
4   VfB Auerbach  VfB Auerbach   0
5   RasenballSport  Dynamo Dresden II   0
6   FC Sachsen  FC Sachsen Leipzig   0
7   RasenballSport  Rot-Weiß Erfurt II   0

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Team 1 Team 2
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Wann?    Freitag, 30.07.2010, 18:00 Uhr
Wo?    Bluechip-Arena
Was?    Testspiel
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