
Gelungene Generalprobe vor dem Punktspielstart für Oberligist 1. FC Lok, wenn auch mit kleinen Abzügen in der B-Note. Am Samstagnachmittag trennten sich die Blau-Gelben von Regionalligist Tennis Borussia Berlin mit 1:1 (0:0). In einem Duell auf Augenhöhe zeigte sich die Trommer-Elf über weite Strecken feldüberlegen und ging nach einer Stunde durch Innenverteidiger Anton Köllner verdient in Führung. Der auffälligste Berliner Florian Beil erzielte jedoch nur fünf Minuten später vom Elfmeterpunkt den Endstand (66.) - schlussendlich der kleine Makel einer ansonsten ansprechenden Leistung des Oberligisten.
„Schade, dass wir den Sieg aus der Hand gegeben haben"
„Schade, dass wir uns den Sieg noch aus der Hand haben nehmen lassen, dennoch machen unsere beiden zurückliegenden Auftritte gegen TeBe und Goslar Mut für die Punktspiele", sagte Cheftrainer Uwe Trommer. Mut, den unter anderem Manuel Starke in der Anfangsphase bewies, als er eine Flanke von Rico Engler aus zwölf Metern mit einem artistischen Fallrückzieher aus der Luft nahm und den Kasten dabei nur knapp verfehlte. Die zweite Chance des Spiels erarbeitete sich ebenfalls Lok. Ralf Schreiber überwand auf der linken Seite zwei Gegenspieler bis zur Grundlinie, legte zurück, wo Engler direkt abzog und Torwart Marc Stillenmunkes den Ball mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten drehte. Dass die Lila-Weißen jedoch beinah mit ihrer ersten Möglichkeit überhaupt durch Florian Beils herrlichen Volley aus 18 Metern in Führung gegangen wären, verhinderte die tolle Flugparade von Jan Evers (38.). Alles in allem suchten die Gäste jedoch ihren Faden, während Lok die Partie sowohl spielerisch als auch kämpferisch dominierte.
Das blieb vorerst auch nach dem Seitenwechsel so. Starkes öffnender, langer Ball erreichte Engler, der die Grundlinie entlang dribbelte und im letzten Moment am Torabschluss gehindert wurde. Die anschließende Ecke schlug Linkert in den Strafraum, die TeBe-Defensive brachte den Ball nicht aus der Gefahrenzone, wovon Anton Köllner profitierte und die Kugel im Nachsetzen aus Nahdistanz mit der Pike über die Linie drückte (61.). „Das Tor hatten wir uns redlich verdient. Ich hatte lange nicht mehr getroffen, aber den konnte ich auch nicht mehr vorbeischieben", schmunzelte der Torschütze nach Abpfiff. Allerdings hielt die Führung kaum sechs Minuten. Wolckow war energisch in den Lok-Strafraum eingedrungen und fiel, was Schiri Alexander Sather mit einem Strafstoß quittierte. Florian Beil ließ sich das nicht entgehen und verlud den machtlosen Evers sicher (66.). „Wir haben knapp 70 Minuten eine gute Leistung gezeigt, von einem Klassenunterschied konnte keine Rede sein. Aber der Elfmeter hat uns aus dem Rhythmus gebracht", erklärte Anton Köllner selbstkritisch. TeBe hatte nun Morgenluft gewittert. Innerhalb von nur 60 Sekunden tauchten Florian Beil und Julian Austermann in beinah identischen Situationen vollkommen frei vor Jan Evers auf, der seiner Mannschaft mit zwei sehenswerten Rettungstaten das Unentschieden rettete (75., 76.).
Nach dem Gegentor verliert Lok den Rhythmus
Die letzte Chance des Spiels hatte Rico Engler zehn Minuten vor Schluss. Allein auf weiter Flur probierte er gegen den heraus geeilten Stillenmunkes den Lupfer, scheiterte jedoch in der Vollendung. „Aufgrund der Schlussphase ein am Ende gerechtes Ergebnis", sah Torschütze Köllner. Die war auch der kritische Ansatzpunkt seines Trainers Uwe Trommer: „Wir haben in der zweiten Halbzeit mehr zugelassen, als wir wollten und hätten früher nachlegen müssen. Das darf uns in der Liga nicht passieren." Sein Berliner Pendant Thomas Herbst analysierte: „Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft insgesamt weniger zufrieden. Das war einfach zu wenig gegen einen Oberligisten. Wir hatten viele Ausfälle und so hätten sich einige Anbieten können. Die Möglichkeit wurde nicht genutzt. Man hat aber auch gesehen, dass einfach noch die Spielpraxis fehlt."
Bildergalerie zum Testspiel
1. FC Lok: 1 Jan Evers - 8 Jens Werner, 3 Markus Krug, 19 Anton Köllner, 6 Torsten Jülich - 4 Reimund Linkert (ab 61. 17 Steffen Fritzsch), 12 Paul Stöbe (ab 61. 15 Christian Haufe), 14 Albrecht Brumme, 22 Ralf Schreiber - 21 Rico Engler (ab 86. 10 René Heusel), 16 Manuel Starke
Tennis Borussia: 1 Marc Stillenmunkes - 3 Martin Neubert, 4 Julian Austermann, 6 Fuat Kalkan, 13 Maximilian Wolckow, 15 Ertan Turan (ab 37. 5 Emre Anuk), 17 Gökhan Ahmetcik (ab 46. 14 Martin Lange), 18 Florian Beil, 21 Michael Laletin, 22 Emervoa da Silva, 23 Tim Lensinger
Tore: 1:0 Köllner (61.), 1:1 Beil (66./Foulelfmeter)
Gelbe Karten: Stöbe, Schreiber, Werner - Neubert
Schiedsrichter: Alexander Sather (Grimma)
Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion, Grimma: 240 Zuschauer
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