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Das Siegerteam des VfB Leipzig vom 3. Januar 1937.

Vor 75 Jahren: Der VfB Leipzig gewinnt den deutschen Vereinspokal

Jubiläum des ersten nationalen Pokalsieges 03.01.2012


Exakt vor 75 Jahren, am 3. Januar 1937, holte der VfB Leipzig mit dem deutschen Vereinspokal, damals „Tschammer-Pokal“, erstmals einen nationalen Pokal nach Probstheida. An diesen großartigen Erfolg und die herausragende sportliche Leistung der damaligen VfB-Mannschaft möchten Präsidium und Aufsichtsrat des 1. FC Lok in Dankbarkeit erinnern.

Der Tschammer-Pokal war der nationale Pokalwettbewerb im Deutschen Reich und kam 1936 zum zweiten Male zur Austragung. Seine Gewinner werden heute in der Siegerliste des DFB-Vereinspokals geführt. Somit trägt der VfB Leipzig nicht nur den Titel des ersten Deutscher Meisters, sondern auch den des zweiten Deutschen Pokalsiegers.

Der VfB Leipzig musste als einer von 150 Gauliga-Teams erst ab der Hauptrunde in den Wettbewerb eingreifen, der im Kalenderrhythmus zwischen Januar und Dezember ausgetragen wurde. Eben hatten die Probstheidaer ihre Meisterschaftsspiele in der sächsischen Gauliga auf einem enttäuschenden 5. Platz abgeschlossen, schon standen die Spiele der Hauptrunde an. Gegen die unterklassige Sportvereinigung Meerane 07 setzte sich der VfB souverän mit 5:1 durch, gegen den alten Lokalrivalen Olympia 96 Leipzig gab es dagegen einem mühsamen 2:1-Sieg. Mit einem Freilos ging es in die Schlussrunde. Von nun an sollten die Gegner von einer ganz anderen Qualität sein.

Am 14. Juni 1936 empfing der VfB Leipzig daheim den 1. SV Jena, Vorläufer des heutigen FC Carl Zeiss. Die Thüringer waren als Meister des Gaus Mitte eben am kommenden Deutschen Meister, dem 1. FC Nürnberg, gescheitert. Von einem glänzend aufgelegten Gastgeber wurden sie mit 5:0 vom Platz gefegt. Eine größere Hürde stellte zwei Wochen später die Sportvereinigung Vorwärts-Rasensport aus Gleiwitz dar, die im Spiel um Platz drei der Deutschen Meisterschaft dem FC Schalke 04 unterlag. Nach fünf Spielminuten ging Schlesiens Gaumeister erwartungsgemäß mit 1:0 in Führung. Doch nach der Pause wendete der Gast aus Sachsen innerhalb von acht Minuten das Blatt. Erich Thiele und Meyer brachten den VfB in Führung. Erst eine Viertelstunde vor dem Ende glich Vorwärts aus. Bei diesem Resultat blieb es auch in der fälligen Verlängerung, so dass ein Wiederholungsspiel die Entscheidung bringen musste. Diese Begegnung wurde erst nach den Olympischen Spielen in Berlin ausgetragen. Inzwischen hatte sich der VfB mit dem talentierten Linksfuß Herbert Gabriel von Arminia Leipzig verstärkt. Doch vorerst spielte die Mannschaft auch ohne ihn erfolgreich weiter; auch Gleiwitz kam in Probstheida unter die Räder. Martin Schön und Erich Thiele erzielten ihre Tore jeweils in den Anfangsphasen der beiden Halbzeiten, bevor wiederum Erich Thiele in der Schlussphase einen Elfmeter zum 3:0-Endstand verwandelte. Der VfB war im Achtelfinale und bekam dort mit dem Berliner SV 92 einen weiteren Gaumeister zugelost. Die Berliner hatten einen steilen Aufstieg hinter sich und sollten für die kommenden Jahre gemeinsam mit Hertha BSC den Berliner Fußball beherrschen. Noch vor dem Beginn der neuen Gauliga-Saison mussten aber auch die Gäste aus der Reichshauptstadt die ausgezeichnete Verfassung der Probstheidaer anerkennen. Rammler und wiederum Erich Thiele per Elfmeter erzielten die entscheidenden Tore zum 2:0. Erstmals waren nun auch die Leipziger Zuschauer auf den Siegeszug aufmerksam geworden. Immerhin 4.000 von ihnen fanden den Weg ins VfB-Stadion.

Im Viertelfinale des Vereinspokals musste der VfB im Oktober nach Niedersachsen reisen und hatte es dort mit einen Gegner auf Augenhöhe zu tun. Auch der VfB Peine war in der Gauliga auf Platz fünf eingekommen. Die Leipziger Gäste setzten sich mit einem ungefährdeten 4:2-Erfolg durch. Als vierter Gaumeister kam nun im Halbfinale mit Wormatia Worms das bisher stärkste Team nach Leipzig. Der Südwestmeister hatte sich gegen Eintracht Frankfurt und die Offenbacher Kickers durchgesetzt und war gerade drauf und dran, seinen Titel erfolgreich zu verteidigen. In der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft war auch Wormatia in der Gruppenrunde am späteren Meister 1. FC Nürnberg gescheitert. Über 12.000 Zuschauer kamen ins VfB-Stadion, um die Gästeelf untergehen zu sehen. Zwar führte Worms nach 13 Minuten 1:0, wurde dann aber vom VfB-Kombinationsspiel überrannt und musste fünf Gegentreffer hinnehmen.

Die große Überraschung war perfekt, der VfB Leipzig stand im Pokalfinale in Berlin gegen die alles beherrschende Vereinsmannschaft zu jener Zeit, den FC Schalke 04, Deutscher Meister 1934 und 1935 sowie Dritter 1936. Etwa 65.000 Zuschauer strömten herbei, darunter Anhänger des VfB mit fünf Sonderzügen aus Leipzig. Die Schalker boten mit Rudolf Gellesch, Otto Tibulski, Fritz Szepan, Ernst Kuzorra und Ernst Pörtgen fünf aktuelle Nationalspieler auf. Dagegen stand auf Leipziger Seite mit Kurt Schrepper der einzige sächsische Gauauswahlspieler, welcher im Mai 1936 mithalf, den Reichsbundpokal zu gewinnen, seit längerem nicht zur Verfügung. Der VfB trat mit seiner Stammmannschaft der letzten Wochen an. Einzig auf der linken Außenbahn spielte erstmals Neuzugang Herbert Gabriel für Peter Holst. Mit höchstem kämpferischem Einsatz unterband der VfB sofort das gefürchtete Schalker Kurzpassspiel, den „Schalker Kreisel“, und verdarb den Westfalen die Lust am Spielen. Leipzigs gradliniges Spiel über die Flügelstürmer brachte die Schalker Hintermannschaft wiederholt in Verlegenheit. Vor allem Debütant Gabriel entwischte immer wieder und traf nach einer Viertelstunde nur den Pfosten. In der 20. Minute konnte Schalkes Torhüter Mellage einen 10-Meter-Schuss Georg Reichmanns nur vor die Füße von Jakob May abwehren, der zur Führung einschoss. Schalke drängte nun verstärkt und nur vier Minuten nach der der VfB-Führung senkte sich eine Kalkwitzki-Flanke hinter Wöllner ins Leipziger Tor. Doch Pörtgen hatte zuvor im Zweikampf Walter Jähnig unfair angegangen, so dass Schiedsrichter Zacher bereits abgepfiffen hatte. Eine halbe Stunde war gespielt, da tauchte Georg Reichmann erneut gefährlich am Strafraum der Schalker auf, passte aber klug auf die linke Seite zu Herbert Gabriel. Dieser umkurvte noch in aller Ruhe Torhüter Mellage und schob zum sensationellen 2:0 ein. Schalke erhöhte den Druck, erzielte bis zur Pause 8:4 Ecken und kurz vor Halbzeit dann doch noch den Anschlusstreffer. Das Spiel entwickelte sich in den zweiten 45 Minuten zur Abwehrschlacht, in der Geburtstagskind Bruno Wöllner im VfB-Tor über sich hinaus wuchs. Vor allem Dobermann, Thiele und Große verteidigten eisern, retteten auf der Linie und zitterten sich zum Sieg. Schalke verlor nach 1935 auch sein zweites Pokalendspiel gegen einen VfB Leipzig, der 5 von 16 Gaumeistern ausschaltete. Es sollte für fast 40 Jahre der einzige Pokalsieg eines Probstheidaer Vereins bleiben. Steckbrief des Pokalsieges 1936

Die Spiele:

19.04.1936 1. Hauptrunde, SVgg. 07 Meerane – VfB 1:5 (0:2)

03.05.1936 2. Hauptrunde, VfB – Olympia Leipzig 2:1 (1:1)

14.06.1936 1. Schlussrunde, VfB – 1. SV 03 Jena 5:0 (1:0)

28.06.1936 2. Schlussrunde, Vorwärts-Rasensport Gleiwitz – VfB 2:2 (2:2,1:0) nach Verlängerung

23.08.1936 2. Schlussrunde, Wiederholungsspiel, VfB – Vorwärts-Rasensport Gleiwitz 3:0 (1:0)

06.09.1936 Achtelfinale, VfB – Berliner SV 1892 2:0 (0:0)

25.10.1936 Viertelfinale, VfB Peine – VfB 2:4 (1:1)

22.11.1936 Halbfinale, VfB – Wormatia Worms 5:1 (3:1)

03.01.1937 Finale in Berlin, VfB – FC Gelsenkirchen-Schalke 04 2:1 (2:1)

9 Spiele, 8 Siege, 1 Unentschieden, 0 Niederlagen, 30:8 Tore, 95.000 Zuschauer

Die Endspiel-Aufstellung: Bruno Wöllner – Erich Dobermann, Rudolf Große – Gerhard Richter, Erich Thiele, Walter Jähnig – Hans Breidenbach, Martin Schön, Jakob May, Georg Reichmann, Herbert Gabriel

Die 17 eingesetzten Spieler (Spiele/Tore):

Martin Schön (9/7), Erich Thiele (9/6), Hans Breidenbach (9/1), Bruno Wöllner (9/0), Erich Dobermann (9/0), Gerhard Richter (8/0), Rudolf Große (7/3), Jakob May (6/4), Meyer (6/3), Rammler (6/2), Walter Jähnig (6/0), Fritz Hausmann (6/0), Kurt Schrepper (4/1), Georg Reichmann (3/1), Peter Holst (2/0), Herbert Gabriel (1/1), Belger (1/0), 1 Eigentor des Gegners

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Nächstes Spiel

VfB Fortuna Chemnitz - 1. FC Lok
Team 1 : Team 2
Wann?    Sa., 19.05.2012, 13.30 Uhr
Wo?    Stadion an der Gellertstraße
Was?    30. Spieltag, NOFV-Oberliga Süd

Tabelle

Platz Mannschaft Punkte
1   FSV Zwickau  FSV Zwickau   60
2   VfB Auerbach  VfB Auerbach   49
3   RasenballSport  Rot-Weiß Erfurt II   46
4   Carl Zeiss Jena II  Carl Zeiss Jena II   44
5   RasenballSport  Dynamo Dresden II   41
6   Lok  1. FC Lok Leipzig   39
7   VfB Fortuna Chemnnitz   37

Letztes Spiel

1. FC Lok - Dynamo Dresden II
Team 1 Team 2
2 : 1
Wann?    So., 13.05.2012, 13.30 Uhr
Wo?    Red-Bull-Arena (ehem. Zentralstadion)
Was?    29. Spieltag, NOFV-Oberliga Süd
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