
Zwei Wochen vor dem „heißen“ Oberliga-Start gegen den FC Sachsen, hat sich der 1. FC Lok Leipzig gegen die „kleine“ Hertha aus Berlin ordentlich präsentiert und trotzdem mit 0:3 verloren. Die Lok-Elf agierte gut geordnet und zeigte positive Ansätze - jedoch sündigte sie mit ihren Chancen.
In Leipzig-Probstheida rollt wieder der Ball. Im unaufgeräumten, weil im Umbau befindlichen Bruno-Plache-Stadion, bestritt der 1. FC Lok am Sonntag zur Saisoneröffnung sein erstes Testspiel im eigenen Haus. Gegen Hertha BSC II nutzten 893 Zuschauer die Möglichkeit, die Veränderungen in der Steffens-Elf gegenüber der unerfolgreichen Vorsaison zu erspähen. Markant ist dabei, dass die „Lok 2010“ hinten nur noch mit Dreier-Kette, dafür mit zwei Abräumern vor der Abwehr und einem offensiven Mittelfeldspieler taktiert. Mit Neu-Kapitän Thorsten Görke ist außerdem endlich wieder ein Mann an Bord, der seinen Mund zum Kommandieren und nicht zum Lamentieren benutzt. Vielleicht ein Grund, warum sich Lok vor allem in den Zweikämpfen aggressiv und damit stark verbessert zeigte. Nur ein Problem blieb: Im Sturm gibt’s nicht Neues. Der Leipziger Lok gelang trotz bester Möglichkeiten kein Treffer.
Als Erstes hatte diesen René Heusel auf dem Fuß. Schön vom agilen Reimund Linkert frei gespielt, versuchte Heusel mit der Sohle noch Hertha-Torhüter Subke zu umspielen, der sich von einem Oberliga-Spieler allerdings nicht vorführen lassen wollte und sich das Leder schnappte. Alexander Kunert, wieder präsent im Mittelfeld, semmelte zehn Minuten später aus sieben Metern am Kasten vorbei, bevor wieder René Heusel kurz vor der Pause den einzig verbliebenen Gegenspieler überspielen wollte, um dann frei einzuschieben. Aber auch dieser wusste das zu verhindern und das wohl mit der Hand. Der Elfmeterpfiff des Schiedsrichters blieb jedoch aus. Übrigens auch auf der Gegenseite, wo Herthas Gramosz Kurtaj nach einem Freistoß eine benutzte Hand in der im Strafraum hochspringenden Lok-Mauer gesehen haben will.
Hertha BSC II, mit mehreren Juniorennationalspielern, aber ohne Kapitän und Ex-Bundesligaspieler Andreas „Zecke“ Neuendorf angereist, hatte alle bisherigen Tests gegen leicht unterklassige Gegner deutlich gewonnen, präsentierte sich allerdings zunächst nicht in ansprechender Form. Eine einzige Möglichkeit reichte aber, um in Führung zu gehen. Eine Flanke von Herthas Kargbo drückte Torunarigha freistehend über die Linie (32. Minute). Ähnliches Spiel zunächst in der zweiten Hälfte. Leipzig hatte mit Werner und Görke zwei ordentliche Möglichkeiten, die beide nicht genutzt wurden und dafür schob Hertha bei den einzigen beiden Chancen in Person von Terrence Boyd (56. und 77. Minute) ein. Mitte der zweiten Hälfte musste die Lok zudem auf den emsigen Reimund Linkert verzichten, der sich erneut eine Blessur am Knöchel zuzog. Ohne den Kreativkopf im offensiven Mittelfeld ging dann nur noch wenig nach vorn, aber dafür stand die Abwehr sicher.
Die Lok-Elf, die von den Co-Trainern Maik Kischko und Maik Sadlo betreut wurde, da Trainer Achim Steffens nach wie vor mit Lungenentzündung im Krankenhaus liegt, hat ihren Fans leichten Grund zur Hoffnung auf eine bessere Spielzeit gegeben. Mindestens zwei Torerfolge waren drin und hinten brannte wenig an. Trotz der Sturmmisere ist allerdings nicht mit Zuwachs auf dieser Position zu rechnen, wie Teammanger Peter Milkau erklärte. Stattdessen hat Lok den Mittelfeldspieler Benedikt Seipel vom Halleschen FC verpflichtet. Dieser könnte noch in die Startelf gegen den FC Sachsen rutschen. Insgesamt hat sich aber sonst keiner der Einwechselspieler angeboten. Die zum Kader gehörigen Alexander Czempik, Marcus Saalbach und Christoph Jackisch mussten heute außerdem bei der Zweiten aushelfen und werden es in der nächsten Zeit wohl richtig schwer haben, Anschluss an die Mannschaft zu finden.
von Marko Hofmann
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