
Die Trainersuche beim 1. FC Lok ist beendet. Am 2. Januar wird der Verein seinen neuen Übungsleiter präsentieren, der Präsident Michael Notzon schon nach wenigen Sätzen aufhorchen ließ. Allein dessen Namen verriet der Präsident nicht. Kandidat Willi Kronhardt druckste am Telefon jedenfalls herum ...
Eine Meldung und die Reaktionen
Die Bild-Zeitung, wie immer mit den Ohren überall, will schon wissen, wer am 2. Januar 2012 beim 1. FC Lok die Trainerbank besiedeln wird: „Trainersuche beendet Kronhardt machts!“, vermeldete das Blatt am letzten Tag des Jahres, zitierte sowohl Lok-Präsident Notzon als auch Trainerkandidat Willi Kronhardt, der wie Patrick Falk und Thomas Mattheja zuletzt noch in der Verlosung war. Doch gegenüber L-IZ.de taten sich beide noch schwer.
Anruf bei Notzon: „Richtig ist, dass wir mit Willi Kronhardt gesprochen haben, aber ob es Herr Kronhardt auch wird, kann ich nicht bestätigen“, so Notzon, „es kann auch sein, dass die Bild falsch liegt. Unterschrieben ist noch nichts.“
Anruf bei Kronhardt: „Diese Meldung habe ich wohlwollend zur Kenntnis genommen und lasse sie mal so stehen. Wir können nicht weiter reden, Ich bin gerade auf dem Sprung. Vielleicht sieht man sich ja im neuen Jahr…“
Dass Willi Kronhardt mal aus Dummdideldei nach Leipzig gefahren kommt, um die L-IZ.de-Redaktion zu besuchen, ist unwahrscheinlich. Der 42-Jährige führte bereits die zweite Mannschaft des VfL Wolfsburg von der Oberliga in die Regionalliga und assistierte bei Eintracht Braunschweig und Alemannia Aachen. Als Spieler absolvierte Kronhardt 68 Zweitliga-Spiele, unter anderem für Energie Cottbus, Fortuna Köln und den TSV Havelse und spielte auch zwei Jahre beim VfB Leipzig in der Regionalliga. Eine Knieverletzung kurz nach seinem Wechsel, die er zu seiner VfB-Zeit nie richtig auskurierte, warf Kronhardt jedoch schnell zurück. Sein letztes Spiel für den VfB bestritt er einst unter Achim Steffens im Sachsenpokal-Finale 2000 gegen Erzgebirge Aue.
Notzon von neuem Trainer sehr überzeugt
Sein möglicher neuer Präsident ist sich jedenfalls sicher, einen guten Trainer gefunden zu haben. „Der neue Trainer hat uns sehr überzeugt. Ich bin optimistisch, dass wir einen guten Trainer gefunden haben.“ Notzons Vorteil: Er kannte keinen der Kandidaten, hat sich nicht von Namen leiten lassen, konnte in jedes der Gespräche unbefangen reingehen. „Bei dem, der es nun wird, habe ich schon nach fünf Sätzen gedacht ‚Wow. Das ist ein ganz anderes Kaliber als der, der eben da war.’ Überhaupt gab es große Unterschiede in diesen Gesprächen.“ Der Geschäftsführer von Goldgas kennt sich in Personalfragen aus, war selbst 17 Jahre lang Personalchef. „Ich habe zwar noch nie einen Trainer eingestellt, aber doch zahlreiche Personalgespräche geführt.“
Womit konnte denn der neue Trainer punkten? „Er konnte uns greifbar schildern, wie er arbeitet, wie er vorgeht und vor allem hat er professionelle Methoden durchblicken lassen.“ So wollte der Kandidat wissen, wie denn die Spieler in die Weihnachtspause geschickt wurden, ob es Trainingspläne gibt, wer überprüft, ob die eingehalten werden und so weiter. „Er hat uns auch schildern können, mit welchen Trainingsformen er das Team vorbereiten will und hat uns gebeten, alle Spiele auf DVD für ihn schnellstmöglich bereitzustellen.“
Präsidium entscheidet im Januar über neue Spieler
Die DVDs wird er bekommen, aber ob er auch neue Spieler bekommen wird, konnte Notzon nicht sagen. „Ich bin der Meinung, dass die Mannschaft genug Potenzial hat und ein Trainer ran muss, der alles aus ihr herauskitzelt. Aber der Trainer kann gern Vorschläge machen.“ Zwei mögliche Varianten für die Winterpause sind in der Diskussion. Entweder die Verträge von einer handvoll Spielern werden aufgelöst und bessere werden sie ersetzen - der Etat würde somit geschont - oder der Kader wird um maximal zwei Spieler erweitert. „Unser Schatzmeister Jens Kesseler nutzt seinen Urlaub, um sich einen genauen Überblick zu verschaffen, was möglich ist. In unserer Präsidiumssitzung im Januar werden wir entscheiden. Verschulden werden wir uns nicht, auch wenn wir nach wie vor aufsteigen wollen.“ Und Lok wird auch nicht zehn neue Spieler holen und zehn wegschicken. „Ehe alle neuen Spieler ihre Kraft auf die Straße gebracht haben, ist die Saison vorbei“, so Notzon.
Schon am 2. Januar wird der neue Trainer auf dem Trainingsplatz stehen, bei den Hallenturnieren in dieser Woche wird allerdings Eric Eiselt an der Bande stehen. „Unser neuer Trainer wird auf der Tribüne sitzen und die Zeit nutzen, sich die Spieler näher anzuschauen und erste Gespräche mit ihnen führen.“ Klingt nicht so schlecht, was Willi Kronhardt machen wird. Oder wird es doch jemand anderes?
von Marko Hofmann
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