
Stammkeeper Dolecek wird morgen operiert / Trainer Kronhardt gibt Trio eine Chance / Hallenturniere Nebensache
Die zwei Niederlagen vor 4000 Zuschauern gegen die Amateure des 1. FC Nürnberg (1:2) sowie gegen den Oberliga-Spitzenreiter und Gastgeber FSV (3:9), verbunden mit dem frühen Ausscheiden beim Hallenturnier am Sonnabend in Zwickau, hat der 1. FC Lok abgehakt. Denn ernst wird es erst heute, wenn das Team fürs Unternehmen Verfolgungsjagd im Aufstiegskampf mit der Vorbereitung beginnt.
Der neue Trainer Willi Kronhardt muss bereits ein Problem lösen. Torwart Martin Dolecek fällt voraussichtlich vier bis sechs Wochen aus. Der 29-Jährige wird morgen an der Leiste operiert. "Wir haben es vergeblich mit konservativen Methoden versucht. Er kann weder trainieren noch spielen. Da ist eine Operation notwendig", sagt Lok-Urgestein Uwe Zimmermann, der das Probstheidaer Team seit 22 Jahren als Physiotherapeut betreut.
Für Kronhardt ist derzeit die Verpflichtung eines neuen Keepers kein Thema. "Das müssten wir kurzfristig entscheiden, wenn Bedarf besteht. Dafür haben wir knapp vier Wochen Zeit." Er will Männern wie Routinier Boris Jovanovic (39), Alexander Glaser (19) und Alexander Czempik (21) die Chance geben, sich für die Oberliga-Elf anzubieten. "Ich habe Alexander aus der zweiten Mannschaft auf Empfehlung von Torwart-Trainer Maik Kischko zu unserem Training eingeladen. So werde ich das auch mit anderen jungen Spielern aus der U23 und U19 tun, die sich in ihren Mannschaften den Hintern aufreißen. Die Jungs sollen sehen, dass sie bei uns eine Perspektive haben."
Bei den Hallenturnieren habe Kronhardt gesehen, was er sehen wollte. Sein Co-Trainer Eric Eiselt, der das Team dabei betreute, zeigte sich nicht ganz zufrieden. "Aufgrund der vielen angeschlagenen Spieler ist es schwierig, eine schlagkräftige Mannschaft aufzustellen. In Leipzig und in Chemnitz haben wir uns aber ordentlich präsentiert." Eiselt setzt große Hoffnungen auf Kronhardt. "Mit Willi kommt frischer Wind ins Team. Es geht bei null los, jeder hat seine Chance." Der Assistenz-Trainer glaubt fest an den Aufstieg. Wie sein Chef, der das Wort jedoch nicht in den Mund nimmt. "Wir wollen die Qualifikation für die Regionalliga schaffen. Wie, ist egal. Es wird sehr schwer", meint Kronhardt.
Er möchte im nächsten Jahr nicht mehr so viele Hallenturniere bestreiten. "Das werde ich mit der Klubführung beraten. Wir müssen eine Lösung finden, die trotzdem unsere Fans befriedigt. Außerdem sind wir auch auf Einnahmen angewiesen." Doch die Verletzungsgefahr ist eben groß. Deshalb nahm Kronhardt nach dem ersten Turnier Albrecht Brumme (Fuß) und Benedikt Seipel (Wade) wegen leichter Verletzungen aus dem Kader. Das Duo steigt aber heute wieder ins Training ein.
von Norbert Töpfer
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