
Lok-Chef Notzon will Ex-Boss ins Präsidium holen
Wenn aus blau-gelber Sicht alles nach Wunsch läuft, stehen der Heldenstadt in der Saison 2012/2013 zwei Ortsderbys in Haus. Erste Voraussetzung: Der 1. FC Lok schafft mit Neu-Trainer Willi Kronhardt den Aufstieg. Zweitens: Nachbar RB Leipzig bleibt zum zweiten Mal in der Regionalliga sitzen. Dann spielt man in puncto Ligazugehörigkeit wieder auf Augenhöhe, wird die Red-Bull-Arena zum Showdown zwischen dem bösen Kommerz und heimeliger Tradition.
Die Beziehungen zwischen den so unterschiedlichen Clubs sind übrigens intern besser als extern bekannt. Weder Kronhardt noch RB-Sportdirektor haben Berührungsängste, sollen sogar schon miteinander telefoniert haben. Und so ist es nicht unmöglich, dass die Roten Bullen dem Meister von 1903 beispielsweise bei der Spielersuche behilflich sind. Im RB-Angebot unter anderem: Verteidiger Matthias Buszkowiak (19/vom SSV Markranstädt umgarnt) und Torhüter Andreas Kerner, 23, der bei RB an den Keepern Pascal Borel und Benny Bellot nicht vorbeikommt.
Insbesondere auf der Torhüter-Position drückt den Männern aus Probst-heida der Schuh. Ein Ausleihgeschäft von der Regionalliga in die Oberliga ist laut Statuten nicht erlaubt. Kerner/Buskowiak müssten ihre Verträge bei den Rasenballer auflösen und sich dem 1. FC Lok anschließen. Ganz oben auf der Agenda von Willi Kronhardt angesiedelt ist ein Stürmer, der nicht nur weiß, wo das Tor steht, sondern auch, wie man das Runde ins Eckige bekommt. Ein bezahlbarer Knipser ist noch nicht in Sicht, dafür brachte sich jetzt Offensivmann Chris Neumann vom FSV Zwickau ins Gespräch.
Bei allen Anbahnungen involviert ist Steffen Kubald. Der ist als Ex-Präsident (noch) ohne offizielles Amt, gilt aber als graue Eminenz. Nach Informationen dieser Zeitung steht ein Comeback der 50-jährigen Lok-Hebamme bevor, denkt Club-Chef Michael Notzon über eine Berufung ins Präsidium nach. Kubald, nach wie vor Sicherheitschef der Blau-Gelben, ist nicht abgeneigt. Ganz oder gar nicht, lautet jetzt das Motto des XXL-Mannes. Entweder kehrt er mit Haut und Haar zurück zu seiner Loksche, oder er hält sich künftig fern von seinem Baby.
von Guido Schäfer
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