Es gab belegte Brötchen und Getränke nach Wahl. Auf der kuscheligen Sitzgruppe im "Joseph Pub" empfing der 1.FC Lok Leipzig die Medienvertreter zum Pressefrühstück. Zwischen Salami und Kochschinken gaben Vereins-Vorsitzender Steffen Kubald, Trainer Rainer Lisiewicz und Neuzugang Torsten Jülich einen ersten Ausblick auf die kommende Oberliga-Saison.
"Unser Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz.", gibt der Trainer die klare Richtung vor, "wir wollen von Anfang an nichts mit dem Abstieg zu tun haben und dabei attraktiven Fußball spielen. Das ist uns im letzten Jahr nicht immer gelungen." Vereins-Boss Steffen Kubald stellt jedoch klar: "Wir sprechen nicht vom Aufstieg!" Und mit Blick auf klingelnde Kassen, wünscht er sich außerdem, dass Lok im Landespokal länger dabei bleibt als beim letzten Mal. Immerhin sind attraktive Gegner im Lostopf.
Für dieses Vorhaben stehen dem Fußballclub momentan 22 Spieler zur Verfügung. "Zwei Plätze im Kader sind noch frei.", sagt Rainer Lisiewicz, "aber ich möchte nicht auf Krampf neue Spieler verpflichten."
Die Zahl der Neuzugänge ist auch eher übersichtlich. Da wären David Quidzinski, 23jähriger Abwehr- und Mittelfeld-Mann vom VfB Sangerhausen, Florian Weber (20), Angreifer von Alemannia Geithain und drei Jungs aus dem Lok-Nachwuchs: Matthias Gast (19, Torwart), Martin Kietzmann (18, Mittelfeld) und Tommy Kind (19, Mittelfeld). Außerdem wird auch Angreifer Norris Höhn, gerade einmal 17 Jahre alt, die Vorbereitung im Männerteam mit absolvieren. "Er ist ein Talent mit Ecken und Kanten", sagt Lisiewicz über ihn, "er verfügt über Qualitäten, die nicht alle Fußballer besitzen."
Der prominenteste Neuzugang aber ist Torsten Jülich. Der 33jährige, dessen Vertrag beim 1.FC Saarbrücken auslief, kickte bereits zu Zweitliga-Zeiten beim VfB Leipzig. "Für meine Familie und mich stand schon immer fest, nach meinem Ausflug in die Fußball-Welt wieder nach Leipzig zurückzukehren. Die Geburt unseres Sohnes war nun der ideale Zeitpunkt dafür", erklärt der Heimkehrer. Aufgrund seines – wörtlich – "fortgeschrittenen Alters", ergibt sich nun für Torsten Jülich die Notwendigkeit, sich wieder in das Berufsleben einzugliedern. Fußball soll da nur nebenbei gespielt werden – z. B. bei Lok. "Lok war aufgrund meiner Vorgeschichte mein erster Ansprechpartner", sagt der Abwehrspieler, der sein neues Team als sehr homogen, sehr jung, willig und zielstrebig beschreibt.
Gelegenheiten zum Einspielen wird das neue Oberliga-Team reichlich haben. In den nächsten drei Wochen stehen nicht weniger als 10 Testspiele auf dem Programm, sowie anschließend die Teilnahme am SEAT-Cup in Brachstedt. "Wir haben einen großen Kader und jeder soll die Chance haben, sich zu zeigen.", begründet der Trainer die große Zahl an Vorbereitungsspielen.
Die Fans dürfen sich jedenfalls schon mal auf die Saisoneröffnung am 9. August, ab 11:00 Uhr, im Bruno-Plache-Stadion freuen. Ab 17:30 Uhr wird Lok an diesem Tag in einem Spiel gegen den Verbandsligisten VfL Halle 96 zeigen, welche Fortschritte die Saisonvorbereitung gebracht hat. Denn eine Woche später wird es ernst: Am 16. August um 14:00 Uhr wird in Probstheida das erste Punktspiel der Saison angepfiffen. Gegner ist Mitaufsteiger RW Erfurt II.
(Quelle "Leipziger Internet Zeitung" von Jan Kaefer)
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