11. Spieltag

FC Erzgebirge Aue II - 1. FC Lok 1:0 (1:0)

Markus Krug, Jens Werner und Co. mühten sich redlich, für einen Punkt reichte es nicht. Foto: Bernd Scharfe

Spielbericht

Der 1. FC Lok hat beim Auswärtsspiel in Aue gegen die Reserve des FC Erzgebirge gut mitgehalten und über weite Strecken das Spiel bestimmt, am Ende jedoch mit 1:0 verloren. Manuel Hiemer aus dem Profikader der Auer schloss die schönste Kombination des Spiels mit einem Tor ab (33.) und sicherte seiner Mannschaft so letztendlich drei Punkte. Danach versuchte Lok alles, drückte auf den Ausgleich, musste sich am Ende jedoch gegen die etwas reifer agierenden Gastgeber geschlagen geben. Bitter: Mit Stephan Knoof (Rot) und Markus Krug (5. Gelbe) fallen in der nächsten Woche im Heimspiel gegen Dynamo Dresden II beide Innenverteidiger aus.

Lok mit Personalproblemen, Aue mit Verstärkung aus dem Profikader

Lok trat im Lößnitztal mit dem letzten Aufgebot an. Die Verletztenliste ist derzeit fast endlos lang - in der vergangenen Woche hatte es auch noch Albrecht Brumme erwischt, der am Schambein operiert werden muss und wohl einige Monate ausfällt. Nicht fit geworden waren zudem Sebastian Seifert und Benedikt Seipel. Länger verletzt sind Paul Stöbe, Sebastian Kieback, Ronny Mende und René Heusel, der sich in der letzten Woche beim Aufwärmen das Schultereckgelenk verstaucht hatte. So war der gerade wieder genesene Marcus Brodkorb direkt in die Startelf gerutscht, ebenso wie Kevin Adam. Auf der spärlich besetzten Wechselbank saß neben Alexander Kunert und Julian Adam einzig der 17-jährige Erik Heynke aus der A-Jugend. Keine Personalsorgen hatte hingegen der Gastgeber - im Gegenteil: Gleich fünf Spieler aus dem Zweitliga-Kader standen in der Anfangsformation der Aue-Bubis.

Ausgeglichene erste Hälfte - Aue mit der Führung

Die erste Halbzeit verlief sehr ausgeglichen: Lok ließ die Erzgebirgler in der eigenen Hälfte gewähren, machte hinten dicht und lauerte auf Konter. Auch Aue eher vorsichtig unterwegs - und deswegen passierte erstmal nicht viel. Die erste richtig gute Chance hatten die Erzgebirgler, aber Jan Evers konnte den durchgelaufenen Patrick Sonntag gerade noch stoppen (18.) und auch der Nachschuss von Weirauch wurde von der Lok-Abwehr geblockt. Lok hielt weiter gut mit und hatte dann sogar eine vielversprechende Chance: Raik Hildebrand zog einen 40-Meter-Freistoß trocken und rotzfrech aufs Tor - fast wäre Benjamin Fraunholz einen Fuß an den Schuss bekommen und dann hätte es wohl im Auer Kasten geklingelt, aber so strich die Pille knapp am Gehäuse vorbei (29.). In der 33. Minute dann eine feine Kombination der Auer, an der drei Spieler aus dem Kader der Ersten beteiligt waren und an deren Ende der Führungstreffer stand: Patrick Sonntag zog von der rechten Seite in Richtung Strafraum, legte durch auf Alban Ramaj. Der umkurvte Evers und passte quer in den Fünfmeterraum, wo Manuel Hiemer aus zwei Metern nur noch ins leere Tor schießen musste - 1:0 für die Gastgeber. Lok danach jedoch keinesfalls geschockt und mit einigen zarten Versuchen, den Ausgleich zu erzielen, die allerdings nicht von Erfolg gekrönt waren.

Lok kämpft, verpasst jedoch den Ausgleich

In der zweiten Halbzeit zeigte Lok von Anfang an, dass man zumindest den Ausgleich erzwingen wollte. Die erste richtig gute Chance hatte Markus Saalbach nach einem Doppelpass mit Christoph Schulz, aber Michael Arnold im Auer Tor hatte gerade noch die Finger dran (51.). Auch bei der nächsten guten Aktion war Saalbach beteiligt: Der Mittelfeldmann erkämpfte sich den Ball, steckte durch auf Kevin Adam, der im Strafraum elfmeterreif umgerissen wurde - der Pfiff von Dirk Simon blieb jedoch aus (57.). Bei den Angriffsbemühungen der Leipziger blieben Konterchancen für Aue natürlich nicht aus. Die besten Möglichkeiten für Aue entstanden aus den dabei entstehenden Standard-Situationen: Ein sehr guter Freistoß aus 25 Metern von Weirauch strich knapp am Lok-Kasten vorbei (63.) und eine verunglückte Ristovski-Flanke nach einem Eckball konnte Evers gerade noch über die Latte lenken. In der 76. Minute schwächte der 1. FC Lok sich dann selbst: Stephan Knoof ließ sich von seinem Gegenspieler zu einer Tätlichkeit hinreißen - Rote Karte. Und trotzdem hatte der FCL kurz vor Schluss noch die ultimative Möglichkeit zum Ausgleich: Fraunholz vernaschte in Strafraumnähe gleich zwei Gegenspieler mit einer Schussfinte, lief ganz alleine aufs Auer Tor zu - und scheiterte an Keeper Arnold (87.). Dass Aue danach noch zwei gefährliche Konter fuhr (89./90+3.), fiel auch nicht mehr ins Gewicht, zumal beide nicht im Tor landeten.

Lok schwächt sich für das Spiel gegen Dynamo II - Sperre für Knoof und Krug

Am Ende gewann in Aue die Mannschaft, die mit ihrer Verstärkung aus dem Zweitligakader etwas routinierter und reifer spielte und die es verstand, aus den wenigen Chancen zumindest ein Tor zu erzielen. Lok hielt gegen die mit vielen Profispielern verstärkte Auer Reserve über die gesamte Spielzeit gut mit, belohnte sich für das aufwändige eigene Spiel jedoch nicht, weil die Tor-Möglichkeiten nicht abgeklärt genug ausgenutzt wurden. Bitter zudem, dass die Mannschaft sich im Hinblick aufs nächste Spiel selbst schwächte. Gegen Dynamo II (Samstag, 6. November, 14 Uhr, Bruno-Plache-Stadion) werden mit Stephan Knoof und Markus Krug die beiden etatmäßigen Innenverteidiger fehlen. Achim Steffens ist also nicht zu beneiden, denn wegen der langen Verletztenliste stehen kaum Alternativen zur Verfügung. Eins steht jedoch fest: Steffens wird gegen Dresden in jedem Fall elf Mann aufs Feld schicken: „Wir dürfen jetzt nicht jammern und uns bemitleiden. Die Mannschaft, die gegen Dynamo aufläuft, kann und soll gewinnen. Punkt!"

Erzgebirge Aue II: 1 Michael Arnold - 3 Marian Albustin, 6 Tommy Käßemodel, 2 Patrick Grandner (83./12 Guido Heßmann) - 7 Patrick Milchraum, 9 Ivan Ristovski, 8 Sascha Weirauch, 4 Andy Wendschuch, 5 Patrick Sonntag (86./15 Felix Kunert) - 10 Manuel Hiemer, 11 Alban Ramaj (90./16 Thomas Löser)

1. FC Lok: 1 Evers - 13 Stephan Knoof, 8 Jens Werner, 3 Markus Krug - 25 Marcus Brodkorb, 23 Markus Saalbach, 16 Raik Hildebrand, 17 Thorsten Görke (67./7 Alexander Kunert), 11 Kevin Adam (74./19 Julian Adam) - 6 Christoph Schulz, 9 Benjamin Fraunholz

Tor: 1:0 Hiemer (33.)

Rote Karte: Knoof (76./Tätlichkeit)

Gelbe Karten: Ramaj - Görke, Kunert

Schiedsrichter: Dirk Simon (Merseburg)

Erzgebirgsstadion: ca. 800 Zuschauer, davon etwa 500 aus Leipzig

Bilder

Bilder: Bernd Scharfe