14. Spieltag

1. FC Lok - Rot-Weiß Erfurt II 1:1 (0:0)

Moment der Befreiung: Heiner Backhaus zieht ab und wird sogleich zum 1:1 treffen. Foto: Bernd Scharfe

Spielbericht

Ein Sieg des 1. FC Lok im Nachholer gegen den FC Rot-Weiß Erfurt II sollte her - am Ende war der Jubel groß über immerhin einen Punkt. 1:1-Unentschieden trennten sich die Kontrahenten letztendlich leistungsgerecht. In der ersten Halbzeit hatte der Gast aus Erfurt Vorteile, nutzte jedoch seine Chancen nicht. In Hälfte zwei war es genau andersherum. Lok erspielte sich zahlreiche Möglichkeiten, brachte den Ball zuvorderst aber nur im eigenen Tor unter (Eigentor Benedikt Seipel/62.). Kurz vor Ultimo sorgte Heiner Backhaus mit einem platzierten Schlenzer ins linke Eck für den umjubelten und hoch verdienten Ausgleich (90.+1).

Die erste Halbzeit alles andere als ein Offensivfeuerwerk

Mittwochabend, 19 Uhr, Temperaturen um den Gefrierpunkt: Es gibt schönere Termine für ein Fußballspiel - auch und gerade für Fans. Es gibt nur zwei Rezepte, um bei solchen Bedingungen beim Publikum warme Gefühle zu erzeugen. Ein anständiger Glühwein und ein Spiel der eigenen Mannschaft, das die Kälte vergessen lässt. In Halbzeit eins konnte in dieser Beziehung nur der Glühwein weiterhelfen, denn die Lok-Mannschaft bot nicht unbedingt ein Offensiv-Feuerwerk - lediglich in der 15. Minute brannte es im Erfurter Strafraum, als nach schönem Devátý-Solo nacheinander Benedikt Seipel, Sebastian Kieback und René Heusel daran scheiterten einzunetzen. Etwas besser stellten sich da die Erfurter an, die - teilweise nach FCL-Abwehrfehlern - drei Mal in Person von Marc Langner fast unbedrängt vor frm Gehäuse von Alexander Glaser auftauchten. Aber jedes Mal scheiterte der Erfurter Flügelspieler an sich selbst und an Glaser, der als würdiger Vertreter des verletzten Jan Evers (Daumenprellung) auch heute wieder eine sehr solide Leistung zeigte. Nachdem die Fans sich in der Halbzeit mit etwas Nachschub vom Glühwein-Stand aufgewärmt hatten, erhitzte plötzlich auch das Spiel der blau-gelben Lieblinge die Gemüter, denn Lok startete mit zwei Riesen-Möglichkeiten in den zweiten Abschnitt: Erst tauchte Devátý mutterseelenallein vor Gästekeeper Jonas Heidrich auf, schoss diesem Aber in die Arme (48.). Zwei Minuten später ging Kieback auf rechts durch, flankte dann nach innen, wo Heusel köpfte, aber auch hier entschärfte Heidrich. Und auch danach weiterhin Lok mit optischem Übergewicht und einer erneuten Großchance, als Schulz fast das Kunststück wiederholt hätte, nur Sekunden nach seiner Einwechslung einen Treffer zu markieren, aber Sibrins und Heidrich konnten die mögliche Lok-Führung im Verbund gerade noch verhindern.

Überzeugender FCL im zweiten Durchgang - kleine Belohnung in der Nachspielzeit

Und wie so oft im Fußball: Wenn man vorne die Tore nicht rein macht, klingelt´s hinten. Erfurt flankte über rechts, in der Mitte wollte Seipel retten, aber lenkte den Ball dabei unglücklich ins eigene Tor (62.) - 1:0 für die Gäste, die bis dahin in der zweiten Hälfte sehr blass geblieben waren. Danach stürmte nur noch die Mannschaft des 1. FC Lok und erkämpfte sich in der Folge auch einige gute Einschussmöglichkeiten. Werners Drehschuss wurde von Heidrich gehalten (66.), Schulz köpfte an die Latte (73.), Fraunholz (79.) und Knoof (88.) verfehlten die Bude jeweils. Als wohl jeder im Stadion dachte, dass die Partie gelaufen ist, fiel doch noch der hochverdiente Ausgleich. In der ersten Minute der Nachspielzeit kam nach einem Knoof-Einwurf irgendwie Heiner Backhaus an die Kirsche und zeigte, wie man es machen muss - platziert netzte der Winterneuzugang aus zehn Metern ins linke Eck - Ausgleich und Riesenjubel bei den 1.681 Zuschauern. Drei Punkte waren anvisiert, am Ende wurde es einer. Damit kommt der 1. FC Lok zwar nicht, wie von vielen erhofft, mit Siebenmeilenstiefeln aus dem Tabellenkeller, aber punktet sich derzeit fleißig in kleinen Schritten nach oben. Einrs hat die Mannschaft heute auf jeden Fall gezeigt: Die Moral stimmt, gekämpft wird bis zum letzten Moment. Wie schon gegen Borea wurde sie dafür belohnt - zwar nur mit einem Punkt, aber auch der ist nun mal besser als keiner.

1. FC Lok: 20 Alexander Glaser - 15 Sebastian Seifert, 3 Markus Krug (77./23 Markus Saalbach), 13 Stephan Knoof, 8 Jens Werner - 22 Sebastian Kieback (55./6 Christoph Schulz), 7 Alexander Kunert, 12 Heiner Backhaus, 2 Benedikt Seipel - 18 Pavel Devátý - 10 René Heusel (64./9 Benjamin Fraunholz)

Erfurt II: 25 Jonas Heidrich - 5 Philip Sibrins, 4 Christopher Handke, 17 Matthias Rahn, 3 Karl Grohs - 9 Marc Langner, 18 Toni Jurascheck, 16 Matti Langer, 8 Nick Walter (55./10 Niklas Odenwald) - 13 Sebastian Hauck, 14 Kevin Schenke (89./15 Norris Höhn)

Tore: 0:1 Seipel (62./Eigentor), 1:1 Backhaus (90.+1)

Gelbe Karten: Knoof - Langer

Schiedsrichter: Patrick Kluge (Zeitz)

Bruno-Plache-Stadion: 1.681 Zuschauer

Bilder

Bilder: Bernd Scharfe