23. Spieltag

1. FC Lok - Germania Halberstadt 0:3 (0:1)

Was Sebastian Seifert und Co. auch anstellten, Michael Preuß (l.) kam ihnen zuvor. Foto: Bernd Scharfe

Spielbericht

Das nackte Ergebnis täuscht über einiges hinweg, nicht aber über eine bittere Niederlage und zutiefst enttäuschte Minen nach Spielschluss auf Seiten des 1. FC Lok, der eine überaus engagierte und eigentlich keineswegs chancenlose Darbietung vortrug. Dennoch verloren die seit Wochen vom Verletzungspech verfolgten Blau-Gelben am Freitagabend vor 2.136 Zuschauern ihr Heimspiel gegen Aufstiegsaspirant VfB Germania Halberstadt mit 0:3 (0:1). Das Sadlo-Team bot dabei bis in die Schlussminuten hinein ein ebenbürtiges Duell auf Augenhöhe, ehe ein später Doppelschlag der Gäste durch Michael Preuß und Fait-Florian Banser (87./89.) den lange Zeit berechtigten Hoffnungen auf einen Punktgewinn die bittere Abfuhr erteilte. Preuß hatte die Seinen im ersten Durchgang bereits in Führung gebracht (24.).

Loks Auftreten ansprechend / Halberstadts Ausbeute optimal

Für den gesperrten Pavel Devátý lief Marcus Brodkorb in der Anfangsformation der Leipziger auf. Brodkorb bildete gemeinsam mit Kapitän Thorsten Görke das Innenverteidiger-Päärchen, wodurch Stephan Knoof ins Mittelfeld vorrückte. Die Hausherren begannen zielstrebig und ohne zu großen Respekt vor jenem selbstbewussten Gegner, der seit August 2010 (!) kein Oberliga-Spiel mehr verloren hat. Die blau-gelbe Defensive stand geordnet, sicher und ließ lediglich einen Heber von Roy Blankenburg zu, den Torwart Jan Evers letztendlich jedoch sicher in seinen Arm verbarg (13.). Und wenn Halberstadts Alexander Kopp in der 16. Minute nicht zur rechten Zeit am rechten Ort verwurzelt gewesen wäre, hätte Sebastian Kiebacks Direktabnahme aus dem Rückraum nach schöner Vorarbeit des auffälligen Benedikt Seipel mit vernehmlich hochprozentualer Sicherheit den Weg zur Lok-Führung ins Netz gefunden (16.). Wie aus bis dato ganz wenig das Optimale entspringen kann, veranschaulichten dann die Gäste. Die erste zielgerichtete Flanke von Roy Blankenburg von der linken Seite fand den aus dem Hinterhalt eingelaufenen Michael Preuß, der aus zwölf Metern mit einem überlegten Innenspann-Volley das plötzliche 0:1 herbeiführte (24.). Kurz darauf zischte ein Ball - halb Torschuss, halb Eingabe - Marcus Bäckers noch am langen Pfosten des Leipziger Gehäuses vorbei - ansonsten hielten die Gastgeber die Szenerie mindestens ausgeglichen. Dass die Partei ohne Ausgleich an Toren in die Halbzeit ging, lag auch zum Einen daran, dass Sebastian Kiebacks angeschnittener Freistoß fast von der linken Außenlinie nur unweit des langen Ecks am Pfosten vorbei tippelte - und in gleicher Szene nahe des Fünfmeterraumes Marcus Brodkorb auf äußerst körperbewusst robuste Art und Weise am Einlaufen zum eventuell freien Kopfball gehindert wurde (32.).

Zwei späte Genickschläge nach zuvor erfolglosen Mühen

Womöglich hätte sich der ungedeckte Benjamin Fraunholz - in Folge Görkes weitem Ball an den Elfmeterpunkt - anstatt eines zu drucklosen Kopfstoßes, die Kugel seelenruhig mit der Brust vorlegen können (47.). So musste der 1. FC Lok unmittelbar nach Wiederanpfiff weiter einem knappen Rückstand hinterherlaufen, verzeichnete dabei mehr Ballbesitz, biss sich allerdings an einer defensiv routiniert und nahezu fehlerlos agierenden VfB-Elf zuhauf die Zähne aus. Halberstadt? Die taten genauso viel, wie es eben scheinbar bedurfte. Vornehmlich über Konter, die insbesondere vom blitzschnellen Preuß angezettelt wurden, horchte der Tabellenzweite punktuell nach der Vorentscheidung. Die verhinderte Jan Evers in der 72. Minute, als er eben jenem Preuß in großartiger Manier noch die Kugel von den Füßen hechtete. Keine 180 Sekunden später hätte sich das Lok-Bemühen beinah ausgezahlt, da Seiferts Eingabe Eggert über den Spann rutschte - dahinter lauerte Fraunholz, dessen direkter Drehschuss aus sieben Metern leider zu zentral auf den Kasten flog und VfB-Schlussmann Kischel deswegen nicht überwinden konnte. Ergo, da es trotz stetig energischer Versuche einfach kein endgültiges Durchkommen für die Blau-Gelben gab, blieb es dem besten Akteur des Abends - Michael Preuß - bei einem Konter vorbehalten, für Halberstadt ein zweites, entscheidendes Mal zuzuschlagen. Bansers Querpass folgte im perfekten Moment, Preuß umkurvte Evers und schob sicher zum 0:2 ein (87.). Dass Bansers anschließender Lupfer ebenfalls noch den Weg über die Linie fand, ließ das Ergebnis in deutlich zu hohe Bahnen treiben. Aber was kann man sich dafür kaufen und wen interessiert das morgen noch? Vor allem nicht den Sieger.


1. FC Lok:
1 Jan Evers - 8 Jens Werner, 17 Thorsten Görke, 25 Marcus Brodkorb, 15 Sebastian Seifert - 2 Benedikt Seipel, 13 Stephan Knoof (81. 19 Julian Adam), 24 Ronny Mende (69. 23 Markus Saalbach), 22 Sebastian Kieback (63. 10 René Heusel) - 6 Christoph Schulz, 9 Benjamin Fraunholz

VfB Germania Halberstadt: 1 Sebastian Kischel - 26 Marcus Bäcker, 11 Florian Eggert, 4 Alexander Gröger, 23 Leeroy Götz (69. 7 Franz Fitkau) - 14 Alexander Kopp (70. 15 Martin Krüger), 24 Torsten Marx - 27 Christian Siemund, 30 Roy Blankenburg (46. 13 Timo Breitkopf), 31 Michael Preuß - 25 Fait-Florian Banser

Tore: 0:1 Preuß (24.), 0:2 Preuß (87.), 0:3 Banser (89.)

Gelbe Karten: Mende, Görke - Götz, Bäcker

Schiedsrichter: Torsten Jauch (Benshausen)

Bruno-Plache-Stadion: 2.136 Zuschauer

Bilder

Bilder: Bernd Scharfe