25. Spieltag

FSV Luckenwalde - 1. FC Lok 2:2 (1:0)

Mittelfeldspieler Stephan Knoof im Duell mit zwei FSV-Akteuren. Foto: Bernd Scharfe

Spielbericht

In einer hochspannenden Partie trennte sich der 1. FC Lok am Freitagabend von Gastgeber FSV Luckenwalde mit 2:2 (1:0). Vor 1.111 Zuschauern erlitten die Blau-Gelben im ersten Durchgang zuerst einen Rückstand, wobei FSV-Angreifer Henry Haufe die zuvor schön vorgetragene Kombination ohne Mühe hinter die Linie brachte. Mit einem völlig veränderten Gesicht kehrten die Leipziger aus der Kabine zurück. Druckvoll, engagiert, selbstbewusst rissen sie zunehmend das Ruder an sich. Benjamin Fraunholz sorgte per Kopf nach einer Ecke für den Ausgleich, Benedikt Seipel - wiederum in Folge einer Ecke - setzte einen weiteren Kopfball in die Maschen. Das Spiel war gedreht, die Hoffnung auf den zweiten Auswärtssieg der Saison keimte, ehe abermals Henry Haufe in der Schlussphase einen Kopfball zum Endstand einnetzte.

Lok gerät in Rückstand: Leichtes Spiel für Henry Haufe nach schöner Kombination

Trainer Mike Sadlo musste auf seinen aktuell treffsichersten Angreifer verzichten. Christoph Schulz laboriert an einem Haarriss im rechten Fuß. So gab Benjamin Fraunholz die einzige Spitze, flankiert von Benedikt Seipel und Sebastian Kieback. Thorsten Görke und Stephan Knoof stellten gemeinsam die Doppel-Sechs im zentraldefensiven Mittelfeld, währen Markus Saalbach und Marcus Brodkorb gemeinsam die Innenverteidigung bildeten. In einer nur langsam an Fahrt aufnehmenden Partie zeigten die Gäste erste Anflüge eines gelungenen Offensivvortrages in der 18. Minute, als Knoofs Einwurf von Seipels Hinterkopf aus in den Rückraum abgelegt wurde: dort war Pavel Devátý aufgetaucht, verfehlte das rechte Dreiangel jedoch. Es folgte die wahrlich wohl schönste Kombination der gesamten 90 Minuten. Ayala-Hil steckte im richtigen Moment in die richtige Lücke von Loks Viererkette - Dowall war bedient worden, legte sofort quer an den langen Pfosten, woraus sich für Henry Haufe am langen Pfosten leichtes Spiel ergab - und die Sadlo-Elf beim so heimstarken FSV von nun an einem Rückstand hinterher hecheln durfte (21.). Dies gelang eher schleppend und mit wenig nachdrücklichem Mut in der Offensive. Gefahr entwickelte Lok in der ersten Hälfte vor allem bei Freistößen - allesamt von Thorsten Görke getreten. Aber FSV-Schlussmann Carsten Busch reagierte mit Blitzreflex (25.) und sicherer Parade (44.). Sein ganzes Können hätte in der 38. Minute wohl nichts genutzt, wenn... - ja, wenn Jens Werner Kiebacks Flanke aus Nahdistanz kaltschnäuzig verwertet hätte. Er schloss jedoch nicht ab. Vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff wiederum verzog auch Luckenwaldes Tilo Lindner - im Strafraum aus bester halbrechter Position.

Seipels lehrbuchartiger Kopfball lässt auf drei Punkte hoffen - am Ende sichert Evers einen verdienten Punkt

Trotz Pausenrückstandes, trotz ausbaufähiger Offensivbestrebungen, es war weiterhin alles offen. Um die Dinge zum Guten zu drehen, bedurfte es allerdings einer Kehrtwende aus Mut und Zuversicht. Und genau das hatte der 1. FC Lok mit Wiederbeginn verstanden. Die Leipziger erzeugten endlich anhaltenden Druck und belohnten sich dafür in der 54. Minute. Sebastian Kiebacks perfekt geschnittene Ecke fand Benjamin Fraunholz‘ Kopf, der unweit des kurzen Pfostens hochgestiegen war und ins lange Eck vollendete. Dieser zweite Durchgang entwickelte sich alsbald zu einem rassigen Duell auf Augenhöhe, es ging unablässig hin und her, indem beide Kontrahenten weder sich noch den Zuschauern wirkliche Atempausen gönnten. Florian Britzkas Fernschuss pfiff knapp vorbei (61.), direkt auf der anderen Seite lupfte Görke herrlich in den Lauf von Fraunholz, der es sich mit dem langen linken Bein zu schwer machen wollte (62.). Darauf schmiss sich Evers wagemutig in eine Dowall-Eingabe - Lindner traf deswegen nicht den Ball, sondern lediglich den wuchtigen Körper des Lok-Torwarts (64.). Dowalls anschließender Freistoß-Schlenzer brachte das Außennetz zum Wackeln (66.). Und Britzkas Kofball-Bogenlampe fingerte Evers soeben noch über die Latte (73.). Die Gäste ließen sich nicht beirren. Jan Evers steigerte sich Minute um Minute zum allumfassend unbezwingbaren Schlussmann, die Lok-Defensive, aus der Markus Saalbach herausstach, wehrte sich tapfer und geschickt dem stets gefährlichen FSV-Trio Haufe, Lindner und Dowall - und der FCL sorgte wenig später gar für seinen zweiten Paukenschlag. Diesmal visierte Görkes vom Tor weggezogener Eckball den freien Raum an; Benedikt Seipel stieg sogleich lehrbuchartig in den Luckenwalder Abendhimmel und torpedierte mit einem fulminanten Kopfstoß die Kugel zur Leipziger Führung in die Maschen (78.). Sollte es das gewesen sein? Dieser so wichtige zweite Auswärtssieg der Saison? Nein, leider nicht. Der FSV kam noch einmal zurück. Abermals traf Henry Haufe - ebenfalls per Kopf -, ein aus dem Mittelkreis-Bereich heraus lang geschlagener Freistoß war zur Vorlage geworden (84.). So nah dran und doch nicht in Gänze belohnt. Dank Jan Evers blieb schlussendlich zumindest ein Punkt auf der Habenseite. Denn der Keeper fischte in der Nachspielzeit in großartiger Manier Goedes Freistoß noch aus dem rechten unteren Eck.

FSV Luckenwalde: 33 Carsten Busch - 2 Evan Sassano, 7 Jens Neumann (81. 21 Felix Nachtigall), 19 Florian Bitzka (89. 16 Markus Goede), 26 Rico Sven Abranitsch - Javier Ayala-Hil, 13 Markus Müller, 17 Maximilian Schmidt (69. 3 Dennis Seidel), Tilo Lindner - 10 Benjamin Dowall, 11 Henry Haufe

1. FC Lok: 1 Jan Evers - 8 Jens Werner, 23 Markus Saalbach, 25 Marcus Brodkorb, 15 Sebastian Seifert - 13 Stephan Knoof, 17 Thorsten Görke - 2 Benedikt Seipel (90. 24 Ronny Mende), 18 Pavel Devátý, 22 Sebastian Kieback (74. 14 Albrecht Brumme) - 9 Benjamin Fraunholz (82. 10 René Heusel)

Tore: 1:0 Haufe (21.), 1:1 Fraunholz (55.), 1:2 Seipel (78.), 2:2 Haufe (84.)

Gelbe Karten: Ayala-Hil, Haufe, Seidel - Knoof, Görke, Devátý, Brodkorb

Schiedsrichter: Stefan Prager (Merkendorf)

Werner-Seelenbinder-Stadion: 1.111 Zuschauer

Bilder

Bilder: Bernd Scharfe