26. Spieltag

1. FC Lok - FC Erzgebirge Aue II 2:0 (0:0)

Befreiung: Albrecht Brumme bejubelt das 1:0, Keeper Arnold kann es nicht fassen. Foto: Bernd Scharfe

Spielbericht

Das Lächeln und die Zuversicht sind zurückgekehrt. Oberligist 1. FC Lok hat sich am Samstagnachmittag für ein von der ersten Sekunde an hochkonzentriertes Auftreten mit einem in allen Belangen verdienten 2:0 (0:0)-Heimsieg über den FC Erzgebirge Aue II belohnt und dadurch ganz viel Sauerstoff im Tabellenkeller eingeatmet. Absolut dominant, willensstark, zweikampfstark, spielstark und auch - gerade in der Schlussphase - endlich auch einmal nervenstark - so erarbeiteten sich die Sadlo-Schützlinge vor 1.601 später überaus erleichterten Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion insbesondere im ersten Durchgang Chance um Chance und behielten trotz torlosem Gang in die Halbzeitpause mit Wiederbeginn den Mut, die Erlösung letztendlich zu erzwingen. Eine Viertelstunde vor Abpfiff lenkte FCE-Innenverteidiger Dominic Rau unglücklich einen scharfen Querpass des eingewechselten René Heusel ins eigene Netz. Joker Christoph Schulz setzte die vorzeitige Entscheidung in der 87. Minute oben drauf, als er allein vor Torwart Michael Arnold die Ruhe behielt und abgezockt zum Endstand einschob.

Beinah jeder Angriff brandgefährlich - 1. FC Lok drängt die Gäste tief in deren Spielhälfte

Nach der deprimierenden Derby-Enttäuschung drehte Trainer Mike Sadlo an einigen personellen Stellschrauben in seiner Anfangsformation. Nicht nur, dass die zuletzt gelbgesperrten Thorsten Görke und Benjamin Fraunholz wieder aufliefen. Auch Raik Hildebrandt bekam nach langer Verletzungspause im zentraldefensiven Mittelfeld eine Chance von Beginn an. Albrecht Brumme rutschte auf die linke Außenbahn, Stephan Knoof für Marcus Brodkorb in die Innenverteidigung. Kaum war der Anpfiff verhallt, rieben sich die Fans ihre Augen. Denn, die von ihren Blau-Gelben an den Tag gelegte Darbietung hatte rein gar nichts mehr mit der fahrlässigen, verzagten, blutarmen Vorstellung zu tun, die noch vor fünf Tagen zu sehen war. Kein Ball wurde verloren gegeben, Spielzug für Spielzug schien durchdacht - und beinah jeder Angriff wurde brandgefährlich für die Auer Hintermannschaft. Görkes erster Eckball zischte nur Zentimeter am langen Pfosten vorbei (6.) - Augenblicke danach bewahrte FCE-Schlussmann Michael Arnold die Seinen vor dem Rückstand, indem er Brummes Versuch aus sechs Metern aus dem Eck fingerte und Fraunholz‘ Volley-Nachlader sehenswert parierte. Die Lok-Elf powerte die Gäste in einer fulminanten Anfangsphase tief in deren eigene Spielhälfte hinein. Hildebrandt scheiterte aus 17 Metern an Devátýs Allerwertesten, den Abpraller zielte Brumme auf den langen Pfosten, doch Aues Wolny klärte kurz vor der Torlinie (16.). Auch Görkes aufsetzender Freistoß tropfte nur an die Latte, bevor Arnold zur Ecke abwehrte. Die wiederum setzte Markus Saalbach volley nur unweit über die Querstange (29.). Und Brumme verlor sich acht Minuten darauf im Strafraum in zu viel Uneigennützigkeit, anstatt konsequent den Kasten anzuvisieren. Aller Überlegenheit zum Trotz gewährten die Blau-Gelben den Gästen bis in die Pause hinein eine weiße Weste. Keine der zahlreich vorgetragenen Kombinationen, keine der zahlreich erarbeiteten Großchancen führte bis dato zur Befreiung.

Die Blau-Gelben verzweifeln nicht, sondern krönen spät ihre absolute Klasseleistung

Die Feldüberlegenheit der Hausherren überdauerte auch den Wiederanpfiff, jedoch präsentierten sich die Gäste nun zumindest etwas frischer darin, die Spielfreude des 1. FC Lok zu nehmen. Es fehlte einfach noch der entscheidende Schritt, der perfekte Gedankengang im richtigen Moment. Zumal der ‚Veilchen‘-Nachwuchs in Person von Michael Arnold noch einen bestens aufgelegten Torhüter in den eigenen Reihen besaß. Bei Thorsten Görkes Freistoß aus 22 Metern war er ebenso nicht zu überwinden (64.), wie in jenen Momenten der 69. Minute, da es in seinem Strafraum an eine Wildwest-Schießerei erinnerte, als das Spielgerät mehrfach hintereinander von irgendeinem Auer abgeblockt wurde und zuletzt Saalbachs Flachball aus zehn Metern in Arnolds Armen landete. Und Jan Evers? Der hatte rein gar nichts zu tun - bis in die 70. Minute hinein. Aber da rettete er die Vorderleute grandios vor der unbarmherzigen Ungerechtigkeit. Felix Kunert erdribbelte sich die wirklich einzige ernst zu nehmenden FCE-Chance des gesamten Spiels - Evers hielt per Fußabwehr. Währenddessen nahm das Spielchen auf der anderen Seite weiter den haareraufenden Verlauf. Seiferts perfekte Flanke legte sich René Heusel mit der Brust in den Lauf, musste freistehend nur noch Arnold überwinden - ihm gelang es nicht (73.). Aber die Blau-Gelben verzweifelten nicht - sie wollten ihre absolute Klasseleistung unbedingt gekrönt wissen. Es sollte diesmal endlich klappen. HeuseL tauchte mit Ball am Fuß in den Fünfmeterraum ein, spielte scharf quer, Aues Dominic Rau lief in den Pass und gab ihm dadurch die Richtung ins eigene Tor (75.). Was für eine Erlösung, was für ein Jubel! Und ja, die vorzeitige Entscheidung folgte drei Minuten vor dem Abpfiff. Energisch nahmen Heusel und Görke im Duett Käßemodel den Ball ab, Devátý schickte Christoph Schulz auf die Reise und der verwandelte eiskalt zum 2:0 für den 1. FC Lok.

1. FC Lok:
1 Jan Evers - 8 Jens Werner, 23 Markus Saalbach, 13 Stephan Knoof, 15 Sebastian Seifert - 17 Thorsten Görke, 16 Raik Hildebrandt (67. 6 Christoph Schulz) - 2 Benedikt Seipel (89. 24 Ronny Mende), 18 Pavel Devátý, 14 Albrecht Brumme - 9 Benjamin Fraunholz (59. 10 René Heusel)

FC Erzgebirge Aue II: 1 Michael Arnold - 5 Andreas Lobsch, 3 Tom Wolny, 4 Dominic Rau, 2 Andy Wendschuch - 6 Tommy Käßemodel, 7 Robert Nitzsche (85. 13 Tomas Boroczinski), 8 Sasha Weirauch (82. 14 Marian Albustin), 9 Patrick Sonntag, 10 Ivan Ristovski - 11 Erik Fritz (39. 16 Felix Kunert)

Tore: 1:0 Rau (75./Eigentor), 2:0 Schulz (87.)

Gelbe Karten: Görke, Saalbach - Ristovski, Weirauch

Schiedsrichter: Gunnar Stary (Dresden)

Bruno-Plache-Stadion: 1.601 Zuschauer

Bilder

Bilder: Bernd Scharfe