27. Spieltag

SG Dynamo Dresden II - 1. FC Lok 0:1 (0:1)

Pavel Devátý erzielte früh den Siegtreffer - das fünfte Saisontor des Tschechen. Foto: Elke Bahrdt

Spielbericht

Nachwaschen wollten die Schützlinge von Trainer Mike Sadlo nach dem zuletzt formidablen Auftritt gegen die Zweite von Erzgebirge Aue. Genau das ist ihnen am Mittwochabend gelungen. Vor 1.089 Zuschauern im "glücksgas Stadion" stand am Ende ein vielumjubelter 1:0 (1:0)-Auswärtssieg bei der SG Dynamo Dresden II zu Buche - nicht für die optisch überlegenere-, aber für die kaltschnäuzigere Elf. Nach bedächtigen Anfangsminuten verlor SGD-Innenverteidiger Marcel Franke den Ball an Benjamin Fraunholz, der das erkämpfte Spielgerät im Fallen zu Pavel Devátý schob - Loks Mittelfeldmotor lief daraufhin allein in Richtung Tor, blickte nach oben und versenkte abgebrüht aus 15 Metern millimetergenau mit Hilfe des linken Innenpfostens ins Netz. In der Folge waren vor allem die Gastgeber am Drücker. Doch die teils klaren Chancen entschärften allesamt entweder der bestens aufgelegte Jan Evers im geschlossenen Verbund mit seinen Vorderleuten oder auch zwei Mal das Aluminium. Der 1. FC Lok besaß zwar keine richtig große Torchance mehr im Spiel, doch mit viel Selbstvertrauen, Cleverness und auch etwas Glück überstanden die Leipziger jegliche Dresdner Drangphasen und konnten dadurch die Punkte mit nach Probstheida nehmen. Das i-Tüpfelchen: Dank dieses zweiten Sieges in Serie vergrößerte der FCL den Abstand zu den Abstiegsplätzen auf nunmehr sechs Punkte.

Nach dem frühen Tor nimmt Dynamos Zweite deutlich Fahrt auf

Marcus Brodkorbs Aufstellung in der Innenverteidigung aufgrund der Gelbsperre von Markus Saalbach war die einzige personelle Veränderung, die Trainer Mike Sadlo im Vergleich zum vergangenen Samstag vornahm. Und auch knapp vier Tage nach jenem befreienden Heimsieg hatten die Blau-Gelben schier nichts vom Erfolgshunger eingebüßt. Im Stile einer abgezockten Spitzenmannschaft bestraften sie den ersten - wenngleich groben - Fehler der Dresdner Hintermannschaft: Fraunholz macht für Devátý den Weg frei, der nutzte Zeit und Raum, um eiskalt die frühe Führung zu besorgen (9.). Die Gastgeber benötigten danach eine Weile, einen Rhythmus aufzunehmen. Minute für Minute jedoch wurde dieser jedoch intensiver, gefälliger und vor allem äußerst gefährlich für das Gehäuse von Jan Evers. Auch, weil die Leipziger sich zu sehr auf dem dünnen Vorsprung ausruhten und streckenweise tief in die eigene Hälfte gedrängt wurden. Mirko Soltaus knapp über die Latte gezirkelter, ruhender Ball aus der Ferne bedeutete nur das erste wirkliche Warnsignal (24.), dem gleich mehrere Sirenen folgten. Dießners scharfe Freitsoß-Eingabe verpassten Mazar als auch Soltau nur knapp (27.). Und eben jener Soltau geriet nur 120 Sekunden später in bester Position nach feinem Zuspiel von Tozar in Rücklage. Wahrlich mit Fortuna im Bunde war der 1. FC Lok dann bei Marian Spaniers Volleyknaller aus Nahdistanz, der glücklicherweise nur an den linken Außenpfosten klatschte - Dießner hatte geflankt (38.). Auch Jan Evers guter Reflex gegen den 22-Meter-Versuch von Tozar verhinderte Schlimmeres (43.). Erst unmittelbar vor dem Pausenpfiff versuchte sich Fraunholz aus zwölf Metern an einem Torabschluss, was SGD-Schlussmann Axel Mittag allerdings nicht vor Probleme stellte.

Lok-Elf strapaziert das Nervenkostüm ihrer Anhängerschaft

Wahrlich - die Lok-Elf strapazierte auch beinah direkt mit Wiederbeginn ausdauernd das Nervenkostüm ihrer mitgereisten Anhängerschaft. Dießners punktgenauer Heber landete im Strafraum wiederum auf den Füßen von Soltau, der Evers umkurvte, dabei zu weit nach links abgetrieben wurde und den Ball aus spitzem Winkel an den rechten Torpfosten setzte. Brodkorb bereinigte in allerhöchster Not (48.). Der Ausgleich lag in der Luft. In der 56. Minute überwand Spanier sämtliche Gegenspieler auf der linken Außenbahn, brachte die Kugel scharf nach Innen, wo Daniel Mazar einen Schritt schneller als Stephan Knoof reagierte und per Außenrist aus sechs Metern das Außennetz traf. Es dauerte eine ganze Weile, ehe die Gäste endlich einmal wieder für wirkliche, für offensive Entlastung in Form einer Torchance sorgten. Seipels Heber-Flanke konnte Keeper Mittag mit den Fäusten nicht aus dem eigenen Strafraum klären, der nach vorn geeilte Sebastian Seifert nahm dies zum Anlass eines direkten Schusses aus spitzem Winkel, der nur unweit am rechten Pfosten vorbeizischte (67.). Die Spielanteile und Agilität lagen weiter - und das sollte sich bis zum Abpfiff auch nicht mehr ändern - deutlich auf Seiten des Dynamo-Nachwuchses. Eine weitere große Möglichkeit des freien Mazar blockte Knoof mit einer energischen Grätsche (72.). Aber bei aller Dresdner Überlegenheit - Lok kämpfte aufopferungsvoll, verteidigte insbesondere in der Schlussviertelstunde deutlich geschickter als zuvor. Die Minuten schwanden dahin, es liefen die letzten 60 Sekunden der regulären Spielzeit, als der eingewechselte SGD-Akteur Ronny Kreher einen letzten Angriff über die rechte Seite initiierte, am Elfmeterpunkt den ebenfalls eingewechselten Sebastian Zahn fand, dessen Flachschuss jedoch in den sicheren Händen von Jan Evers landete. Das war es - der Sturm und Drang der Schwarz-Gelben war schadlos überstanden und drei weitere ganz, ganz wichtige Punkte eingefahren.

SG Dynamo Dresden II: 23 Axel Mittag – 27 Sepp Kunze (87. 17 Sebastian Zahn), 33 Thomas Franke, 26 Marcel Franke (61. 11 Ronny Kreher), 4 Marian Spanier -  77 Yves Dießner, 16 Marcel Wächter (83. 35 Sebastian Böhm), 6 Max Worbs – 18 Daniel Mazar, 9 Halil-Cemre Tozar, 22 Mirko Soltau

1. FC Lok: 1 Jan Evers – 8 Jens Werner, 13 Stephan Knoof, 25 Marcus Brodkorb, 15 Sebastian Seifert – 16 Raik Hildebrandt (63. 7 Alexander Kunert), 17 Thorsten Görke – 2 Benedikt Seipel, 18 Pavel Devátý (81. 24 Ronny Mende), 14 AlbrechtBrumme (52. 6 Christoph Schulz) – 9 Benjamin Fraunholz

Tor: 0:1 Devátý (9.)

Gelbe Karten: Wächter - Fraunholz, Brodkorb, Seifert, Werner, Görke

Schiedsrichter: Lasse Koslowski (Berlin)

"glücksgas stadion": 1.089 Zuschauer

Bilder

Bilder: Elke Bahrdt