Testspiel

FC Grimma - 1. FC Lok 2:2 (0:0)

Spielbericht

Obwohl der 1. FC Lok über weite Strecken den Ton angab, war die Leistung beim 2:2 im Grimmaer Stadion der Freundschaft gegen den Landesligisten FC Grimma noch nicht das, was Trainer Achim Steffens und die Fans von der Mannschaft erwarten. Stefan Pannike hatte die Gastgeber mit einem Traumtor in Führung gebracht (55.), doch Albrecht Brumme (57.) und René Heusel (62.) drehten recht schnell das Ergebnis zu Gunsten des FCL. Als Lok die Grimmaer endgültig „im Sack“ zu haben schien, nutzte Lorenzo Goethe einen krassen Torwartfehler von Alexander Czempik zum 2:2-Endstand.

Der 1. FC Lok im Mittelfeld mit Verletzungssorgen, einem Neuzugang und einem Testspieler: Paul Stöbe, Raik Hildebrand und Sebastian Kieback fielen mit Sommergrippe aus, Reimund Linkert fehlte wegen Gehirnerschütterung. Dafür war mit Sebastian Seifert (zuletzt FC Sachsen) ein Neuer mit dabei, der zunächst hinter den Spitzen und dann auf beiden Außenbahnen spielte. Zum Test war der linke Mittelfeldspieler Tom Kirstein (zuletzt Berliner Athletik-Klub/NOFV-Oberliga Nord) dabei. In der ersten Halbzeit war der FCL deutlich feldüberlegen. Echte Torchancen spielten die Blau-Gelben, ebenso wie die Gastgeber, jedoch nicht heraus. Etwas flotter wurde die Partie in der zweiten Hälfte, in der Lok wiederum den Ton angab, ohne jedoch für die ganz große Gefahr zu sorgen. Das erste Tor fiel jedoch aus heiterem Himmel auf der anderen Seite: Stefan Pannike spielte Stephan Knoof aus, zog mit einem wunderbaren Spannstoß von der Strafraumgrenze ab und traf „Tor-des-Monats“-reif an den linken Innenpfosten zum 1:0. Als wenn das ein Weckruf gewesen wäre, wirkte der FCL danach endlich bissiger, ideenreicher und genauer und kam prompt zum Ausgleich. Heusel bediente den gerade eingewechselten Albrecht Brumme auf dem rechten Flügel, der aus spitzem Winkel ins kurze Eck einnetzte (57.). Wenig später dann der zwischenzeitliche Führungstreffer: Aus dem Gewühl blieb René Heusel cool und traf zum 1:2 (62.). Danach hatte die Loksche noch einige gute Möglichkeiten gegen konditionell etwas abbauende Grimmaer – die beste in der 70. Minute, als nacheinander Julian Adam, René Heusel und wieder Julian Adam an Grimmas Keeper Florian Zita beziehungsweise an der Latte scheiterten. Umso überraschender der Ausgleich in der 74. Minute: Pannike schlug aus etwa 35 Metern eine eigentlich ungefährliche Freistoßflanke aufs Tor. Weil Czempik sich jedoch etwas mit der Flugbahn verschätzte, konnte er den Ball nur noch in der Rückwärtsbewegung greifen. Um nicht mit dem Spielgerät in der Hand über die Linie zu laufen, musste er die Pille fallen lassen, der heranstürmende Goethe sagte Danke und schob aus einem Meter ins leere Tor.

Insgesamt war die Leistung der Mannschaft um Kapitän Thorsten Görke noch stark verbesserungswürdig. Zwar war Lok gegen den Landesligisten über weite Strecken optisch überlegen, aber zu ideenlos, zu ungenau und mit zu vielen Stockfehlern. Dementsprechend war auch Achim Steffens nicht zufrieden mit seinen Jungs: „Viel Gutes habe ich nicht gesehen. Ein bisschen was war da, aber es reicht noch nicht aus.“ Neben dem Fehlen der vier Mittelfeldspieler („Das Mittelfeld ist der Motor – und der hat gestottert.“) und der kräftezehrenden Vorbereitung („Die Jungs sind platt.“) monierte der Coach vor allem das fußballerische Vermögen seiner Mannen: „Wir müssen an unseren spielerischen Defiziten arbeiten!“

1. FC Lok spielte mit:
1 Jan Evers (45./20 Alexander Czempik) – 3 Markus Krug, 17 Thorsten Görke, 25 Marcus Brodkorb (45./23 Markus Saalbach) – 2 Benedikt Seipel (45./7 Alexander Kunert), 13 Stephan Knoof, 12 Sebastian Seifert (63./15 Daniel Sippel), 8 Jens Werner, 22 Tom Kirstein (56./14 Albrecht Brumme) – 10 René Heusel, 11 Kevin Adam (45./19 Julian Adam)

Tore: 1:0 Pannike (55.), 1:1 Brumme (57.), 1:2 Heusel (62.), 2:2 Goethe (74.)

Stadion der Freundschaft: 216 Zuschauer (darunter etwa 150 Lok-Fans)