6. Spieltag

FSV Wacker Gotha - 1. FC Lok 3:2 (1:1)

Sprachlose Lok-Spieler nach Abpfiff. Foto: Bernd Scharfe

Spielbericht

Nach dem Abpfiff strahlte die Sonne über dem Volkspark-Stadion. Sonnig waren auch die Gemüter bei den Gastgebern. Mit 3:2 (1:1) besiegten der FSV Wacker Gotha den 1. FC Lok vor 1.126 Zuschauern. Dem FCL war es nicht gelungen, eine 18-minütige doppelte Überzahl zu seinen Gunsten auszunutzen. Obendrein erzielte der dreifache Torschütze Steffen Scheidler den Siegtreffer eben in jenen Minuten sogar noch den Siegtreffer in doppelter Überzahl.

Scheidler trifft zur Führung, Hildebrandt gleicht mit seinem ersten Saisontor aus

Etwa 300 Fans aus Leipzig konnten sich vor dem Spiel Hoffnung auf den ersten Dreier der Saison machen. Auch die Elf von Cheftrainer Achim Stefffens, die unverändert zum Zwickau-Spiel aufgestellt wurde, zeigte von Anfang wieder an das bisher gewohnte Engagement. Viel Zählbares kam dabei aber erst einmal nicht heraus. Der Gothaer Steffen Scheidler erzielte gar das vermeintliche 1:0 - nahm dafür allerdings die Hand zur Hilfe. Glück für die Probstheidaer und für Jan Evers. Denn der Schlussmann konnte einen Schuss nicht festhalten, doch der Abpraller sprang Scheidler von der Hand ins Tor (8.). Fünf Minuten darauf sprintete der früh eingewechselte Marty Jung - schön freigespielt von Routinier Daniel Bärwolf - auf Evers zu. 20 Meter vor dem Tor war der Lok-Keeper jedoch eher am Ball als der Gothaer Angreifer. Auch Lok zeigte sich in der Folge vor des Gegners Tor. Benjamin Fraunholz erkämpfte sich das Leder und stürmte von halbrechts allein auf Tormann Rainer Behnke zu. Zum Torerfolg wollte er mit einem Heber kommen, dem jedoch Zug und Präzision fehlten (15.). Die kalte Dusche gab es in der 17. Minute. Über die rechte Seite drang Scheidler in den Strafraum ein und vollendete sicher zur Führung für die Gastgeber. Zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient. Der Aufsteiger setzte direkt nach, wieder über die rechte Seite. Bärwolf verlängerte den Ball mit dem Kopf, Jung flankte in die Mitte und nur knapp verpasste Scheidler dort das Leder. Glück für Lok: Scheidler stand im Abseits. Kurz darauf reagierte Achim Steffens, nahm den unglücklich agierenden Stephan Knoof vom Feld und brachte Benedikt Seipel (29.). Danach fand Lok endlich wieder den eigenen Vorwärtsgang. Fraunholz machte im Strafraum einen Ball fest, ließ sich von drei Gegenspielern nicht vom Leder trennen, legte dann zurück auf Hildebrandt, der aus 16 Metern zum 1:1 vollendete (36.). Ein Schub im Spiel der Blau-Gelben, die nun deutlich agiler wirkten, doch bis zur Pause passierte nichts mehr.

Nach Schulz' Ausgleich keimt Hoffnung, ehe Scheidler wieder zuschlägt...

Nach dem Wechsel drückte der 1. FC Lok weiter. Doch bis auf einen Fraunholz-Kopfball (47.) gelangen keine klaren Aktionen. Dafür waren an diesem Sonntag sowieso vielmehr die Gothaer zuständig. Blitzschnell wurde der Ball in die Spitze gespielt. Bärwolf fand Scheidler und der schob die Kugel bereits zum zweiten Mal lässig an Evers vorbei über die Linie. Das zweite Tor des Tages für den 13er, die zweite Führung für Wacker (53.). Schon fünf Minuten später das große Aufatmen. Der inzwischen für René Heusel stürmende Christoph Schulz egalisierte in Folge einer schönen Kombination die neuerliche Führung. Dabei holte sich Fraunholz seinen zweiten Scorer-Punkt ab, indem er einen langen Ball von Raik Hildebrandt an der Strafraumgrenze genauestens querlegte und Schulz aus zwölf Metern einschob. Vier Tore waren nunmehr gefallen, bunter wurde es auch. Neben den zehn gelben Karten auf beiden Seiten kassierte Christian Hatzky (62.) die Rote Karte aufgrund eines gestreckten Beins gegen Seipel am Mittelkreis und kurz darauf noch die Gelb-Rote Karte für Daniel Bärwolf (72.), der sich beim Schiedsrichter-Assistenten beschwert hatte. Zwei Mann mehr auf dem Feld, aber weiter keine Großchancen für die Messestädter. Stattdessen ein Fehlpass von Markus Krug an der Mittellinie. Marty Jung bedankte sich, legte den Ball steil auf Scheidler, der aus 16 Metern abermals das vollbrachte, was er am besten kann: Mit seinem dritten Tor Gotha dritte Führung erzielen (81.). Auf dem Feld passierte danach kaum noch etwas. Lok konnte nicht mehr konstruktiv reagieren - zu tief saß der Schock. Nur Wacker-Coach Holger Bühner, der 1993 in der Bundesliga dreimal für den VfB Leipzig auflief, wurde vom Schiedsrichter auf die Tribüne verwiesen. Seinem Team genügten in der zweiten Hälfte zwei Chancen für zwei Treffer. Der 1. FC Lok besaß Feldvorteile, aber ihm fehlten die Ideen im Vorwärtsgang und hinten wurde zu pomadig agiert.

von Arthur Schramm

FSV Wacker Gotha: 1 Behnke - 6 Schnuphase, 8 Schmidt (53, 19 Hatzky), 10 Weichert, 13 Scheidler, 15 Steuding, 17 Heim, 20 Bärwolf, 21 Habichhorst (6. 18 Jung) (83. 23 Frank), 24 Fischer, 25 Göschick

1. FC Lok: 1 - Jan Evers - 3 Markus Krug, 17 Thorsten Görke, 13 Stephan Knoof (29. 2. Benedikt Seipel) - 8 Jens Werner, 23 Markus Saalbach, 16 Raik Hildebrandt, 4 Reimund Linkert, 15 Sebastian Seifert - 9 Benjamin Fraunholz, 10 René Heusel

Tore: 1:0 Scheidler (17.), 1:1 Hildebrandt (36.), 2:1 Scheidler (53.), 2:2 Schulz (57.), 3:2 Scheidler (81.)

Gelbe Karten: Scheidler, Jung, Weichert, Behnke - Seifert, Linkert, Seipel, Krug, Fraunholz

Gelb-Rote Karte: Bärwolf (72.)

Rote Karte: Hatzky (62.)

Schiedsrichter: Patrick Kluge (Zeitz)

Volkspark-Stadion, Gotha: 1.216 Zuschauer

Bilder

Bilder: Bernd Scharfe