7. Spieltag

1. FC Lok - Budissa Bautzen 1:1 (1:0)

Benjamin Fraunholz traf erneut, für den ersten Saisonsieg reichte es jedoch nicht. Foto: Bernd Scharfe

Spielbericht

Trotz großartigem Engagement und Kampf, trotz einer abermaligen Führung, trotz einer über weiten Strecken guten Leistung kam der 1. FC Lok am Samstagnachmittag nicht über ein 1:1 (1:0) gegen Tabellenführer Budissa Bautzen hinaus. Vor 1.628 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion hatte Angreifer Benjamin Fraunholz nach einem schönen Spielzug über Heusel und Seipel die Blau-Gelben in Führung gebracht (30.). Nur wenige Augenblicke war dann Bautzens Ronald Wolf in der Partie, ehe ihm aus gut 20 Metern der Ausgleich gelang (61.). Somit reichte es leider wieder nicht für den erhofften Befreiungsschlag. Das Team von Cheftrainer Achim Steffens verweilt - bei zwei Spielen weniger auf dem Konto - aktuell noch auf dem 15. Platz der NOFV-Oberliga Süd.

Fraunholz vollendet die schönste Kombination des Spiels zur Führung

Kaum verändert in der Anfangsformation (Die Position des abgewanderten Reimund Linkert übernahm Jens Werner), dafür umso konzentrierter, bissiger, aggressiver im Defensivverhalten als noch in der Vorwoche bei Wacker Gotha präsentierten sich die Blau-Gelben von Beginn an. Die Bautzner Elf wirkte sichtlich beeindruckt, kam anfangs überhaupt nicht ins Spiel - geschweige denn zu konstruktiven Offensivaktionen. Dies war vor allem hemmungslos fighteten Leipzigern geschuldet, die unentwegt jeden Grashalm des Spielfeldes beackerten, um Wiedergutmachung betreiben zu können. Es lief bereits die 23. Spielminute, als der Spitzenreiter bezeichnenderweise aus einer hervorragenden Freistoßposition zu seiner ersten wirklichen Möglichkeit eingeladen wurde - und diese auch beinah genutzt hätte. Benno Töppels Versuch aus 19 Metern knallte jedoch nur an die Hintertorstange. Vier Minuten zuvor hatte sich Benjamin Fraunholz das erste Mal erfolgreich am Gegenspieler vorbeigedreht, ansatzlos aus 25 Metern abgezogen, wodurch der Aufsetzer nur knapp den rechten Pfosten verfehlte. Beide Teams zeigten beileibe keinen Feinschmecker-Fußball. Der war auch nicht im Geringsten zu erwarten gewesen. Einmal jedoch ließen die Blau-Gelben ihr erfolgsdurstendes Publikum Anteil haben, zu was sie fußballerisch auch in der Lage sein können. Jene schnörkelloseste, zielstrebigste und ansehnlichste Kombination der gesamten Partie - initiiert von Raik Hildebrandt und René Heusel über die rechte Seite, verarbeitet und entscheidend vorgelegt durch Benedikt Seipel - vollendete Benjamin Fraunholz aus zehn Metern eiskalt in die Maschen (30.). Einzig Danny Wochnik sendete nur Augenblicke vor dem Pausenpfiff ein weiteres offensives Zeichen der Gäste, das Jan Evers souverän mit den Fäusten meistern konnte.

Die gänzlich tragische Note blieb Lok erspart

Mit Wiederanpfiff nahm die Partie auf glitschigem Geläuf zwar nicht an Klasse zu, umso mehr jedoch noch einmal an Intensität. Erbitterte, doch nie unfaire Zweikämpfe bestimmten die Szenerie. Wirkliche Tormöglichkeiten gab es nicht, da beide Hintermannschaften so gut wie gar nichts zuließen. Aber - wie es eben immer wieder geschieht, wenn man selbst fieberhaft nach Erfolgserlebnissen in schwierigen tabellarischen Konstellationen fahndet - mit ihrer beinah einzig echten aus dem Spiel heraus kombinierten Chance glich Bautzen aus. Eingeleitet hatte diese zu allem Übel noch der ansonsten überaus auffällige Benedikt Seipel mit einem absolut unnötigen Fehlpass, zu nutzen wusste sie der soeben erst von Budissa-Coach eingewechselte Ronald Wolf, indem er - auf Zuspiel von Schwitzky - aus 20 Metern unhaltbar straff ins rechte Eck versenkte (61.). Aber Lok steckte nicht auf, suchte die passende, die wohl spielentscheidende Antwort. Erneut stand der agile Fraunholz zwei Mal kurz davor, sie zu finden. Erst kratzte Bautzens Schlussmann Schmidt die aus 25 Metern abgefälschte Bogenlampe gerade noch aus dem langen Eck (66.), sechs Minuten später gelang ihm eine reflexartige Fußabwehr gegen Fraunholz‘ Volley, nachdem Görke per Eckball vorbereitet hatte. Immerhin blieb den überzeugenden Gastgebern die gänzlich tragische Note diesmal glücklicherweise erspart, da Eric Bachmann einen Schwitzky-Eckball ungedeckt und aus vollem Lauf am Tor vorbei köpfte (82.).

1. FC Lok: 1 Jan Evers - 3 Markus Krug, 17 Thorsten Görke, 13 Stephan Knoof - 2 Benedikt Seipel (62. 11 Kevin Adam), 23 Markus Saalbach, 8 Jens Werner, 16 Raik Hildebrandt, 15 Sebastian Seifert - 9 Benjamin Fraunholz, 10 René Heusel (53. 6 Christoph Schulz)

Budissa Bautzen: 32 Ronny Schmidt - 3 Stefan Fröhlich, 8 Falk van Kolck, 22 Philipp Unversucht, 14 Danny Wochnik - 15 Eric Bachmann, 20 Miroslav Sentivan (60. 6 Ronald Wolf), 17 Sebastian Miltzow, 18 Benno Töppel (73. 19 Ralf Marrack) - 10 Jiri Krohmer - 11 Sylvio Schwitzky

Tore: 1:0 Fraunholz (30.), 1:1 Wolf (61.)

Gelbe Karten: Görke (22.), Heusel (22.), Hildebrandt (54.) - van Kolck (38.), Marrack (84.)

Schiedsrichter: Dirk Simon (Merseburg)

Bruno-Plache-Stadion: 1.628 Zuschauer

Bilder

Bilder: Bernd Scharfe