8. Spieltag

Germania Halberstadt - 1. FC Lok 2:2 (1:1)

Gewusel im Strafraum: Sebastian Seifert umzingelt von VfB-Akteuren. Foto: Bernd Scharfe

Spielbericht

So langsam sollte sich der 1. FC Lok für das Guinness Buchs der Rekorde anmelden. Zum fünften Mal kassierte die Steffens-Truppe beim 2:2 (1:1) beim VfB Germania Halberstadt nach einer Führung inklusive guter kämpferischer Leistung noch den Ausgleich und bleibt deswegen auch nach sechs Saisonspielen weiterhin sieglos.

Gegenüber dem Unentschieden gegen Bautzen hatte Lok-Trainerfuchs Achim Steffens nur eine Änderung vorgenommen: Für den zuletzt glücklosen René Heusel startete Neuzugang Christoph Schulz. Den besseren Start hatten aber die Halberstädter. Mehr als ein knapper Kopfball und ein Pfostentreffer kamen aber nicht heraus. Gerade als Lok ins Spiel kam, trafen die Halberstädter dann doc - allerdings mit Unterstützung des Schiedsrichters Jäntsch aus Meiningen. Der wollte gesehen haben, dass Jan Evers Timo Breitkopf mit den Händen abgegrätscht hatte. Tatsächlich war Evers deutlich eher am Ball und Breitkopf fädelte ein. Eggert war´s egal - er verlud den Lok-Torhüter und verwandelte souverän. Die Lok entgleiste jedoch nur kurz. Nach einer Kopfballablage von Fraunholz hechtete der kurz zuvor für den verletzten Seipel eingewechselte Albrecht Brumme in den Ball und traf ins Dreiangel. In der Folgezeit drückte Lok, ohne zum Torerfolg zu kommen. Den 697 Zuschauern muss der Halbzeitpfiff dann doch wie eine Erlösung vorgekommen sein, denn fußballerisch boten beide Mannschaften nicht viel.

Achim Steffens' Wechselpolitik brachte in der zweiten Halbzeit Abwechslung in ein mäßiges Fußballspiel, denn auch der zweite Einwechsler René Heusel traf und das nach einer Ecke. Die ersten achtzehn Minuten der zweiten Halbzeit verliefen zunächst ereignislos, aber dann schlug Heusel zu. Besagte Ecke segelte von links in den Strafraum, rutschte am kurzen Pfosten durch und Heusel nickte ein. Doppelter Wahnsinn: Es zählte sogar - alle bisherigen Treffer von Heusel (drei) hatten die jeweiligen Unparteiischen nicht gegeben. Von Halberstadt war danach noch weniger zu sehen. Lok drückte und hatte Chancen. Halberstadts Kischel reagierte aber sowohl bei einer direkten Ecke von Görke, als auch bei einem Drehschuss von Fraunholz acht Minuten vor dem Ende glänzend. Die Gastgeber hatten dagegen nur noch eine ernsthafte Möglichkeit, die jedoch zum Tor führte. Zum x-ten Mal segelte ein Bäcker-Einwurf durch den Lok-Strafraum, den Gerber an den Pfosten wuchtete. Den Abpraller schob Gröger aus fünf Metern gedankenschnell ins lange Eck. Kurz darauf war pünktlich Schluss. In einem kampfbetonten Spiel, das nur von der Spannung lebte und fußballerisch unter den Erwartungen blieb, muss sich der 1. FC Lok erneut mit einer Punkteteilung zufrieden geben. Kämpferisch kann man der Mannschaft nichts vorwerfen, eine Ein-Tore-Führung reicht diese Saison bisher aber noch nicht zum Siegen. Positiv: Nächste Woche ist Pokal und da gibt es bekanntlich keine Unentschieden.

Trainerstimmen

Achim Steffens: Es macht mich einfach nur traurig und sprachlos. Wir haben heute wieder Lehrgeld bezahlt. Warum kriegst du keinen Lohn? Wir müssen aber weitermachen und irgendwann platzt der Knoten.

Andreas Petersen: Es war heute wie ein schlechter Kinofilm, in dem man sich immer fragt: „Wer ist der Mörder?" Es war fußballerisch enttäuschend, aber eben spannend. Am Ende ein gerechtes Unentschieden. Man ist nur so gut, wie der Gegner es zulässt. Lok ist eben Kampf und Wille.

Germania Halberstadt:
Kischel - Gröger, Gerber, Eggert, Breitkopf (65. Mutschler), Kopp, Rau, Fischer (65. Blankenburg), Bäcker, Siemund (79. Krüger), Preuß

1. FC Lok: Evers - Seipel (17. Brumme), Krug, Schulz (57. Heusel), Werner, Fraunholz (85. Adam), Knoof, Seifert, Hildebrandt, Görke, Saalbach

Tore: 1:0 Eggert (21./Foulelfmeter), 1:1 Brumme (25.), 1:2 Heusel (63.), 2:2 Gröger (88.)

Gelbe Karten: - Knoof, Saalbach, Heusel, Werner, Brumme

Schiedsrichter: Michael Jäntzsch (Meiningen)

Friedensstadion: 672 Zuschauer

Bilder

Bilder: Bernd Scharfe