30. Spieltag

VfB Fortuna Chemnitz - 1. FC Lok 0:2 (0:0)

Marcus Brodkorb sorgte mit dem 1:0 für die Erlösung. Foto: Bernd Scharfe

Spielbericht

Was für eine Erleichterung, was für ein Jubel, was für eine Freude. Der 1. FC Lok hat das entscheidende Spiel im Kampf um den Regionalliga-Aufstieg bei Fortuna Chemnitz verdient mit 2:0 (0:0) gewonnen. In einem lange Zeit ausgeglichenen Spiel lösten letztendlich zwei Geniestreiche des eingewechselten Marcus Brodkorb (66.) und von Kapitän Jens Werner (71.) endgültig das Ticket in die neue 4. Liga. Der Rest war ein blau-gelber Freudentaumel im mit 3.319 Zuschauern bestens besetzten Stadion an der Gellertsraße.

Zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt bot Willi Kronhardt exakt dieselbe Aufstellung auf wie am Spieltag davor. Somit war Rico Engler wie gegen Dynamo Dresden II die einzige Spitze, dahinter ein kompaktes Fünfer-Mittelfeld und hinten eine Viererkette mit Abwehrchef Kevin Kittler und Rückhalt Christopher Gäng. Und schon beim Auflaufen gab es Gänsehaut-Atmosphäre im Stadion an der Gellertstraße: Die 3.319 Zuschauer auf der Fischerwiese, mindestens zwei Drittel davon Fans aus der Messestadt, machten beim Einlauf der beiden Teams ordentlich Lärm – es war angerichtet. Der Beginn kämpferisch auf beiden Seiten – mit der ersten Chance durch die Gastgeber, als Steve Rolleder von rechts flankte und Kenny Schmidt am langen Pfosten knapp verpasste. Das Spiel fußballerisch insgesamt auf eher mäßigem Niveau, der FCL dabei optisch leicht überlegen und mit drei ersten Möglichkeiten durch Rico Engler (15./Flachschuss von der Strafraumgrenze nach Ablage von Raik Hildebrandt), Hildebrandt (22./Schuss aus 20 Metern) und abermals Engler (29./Kopfball nach langem Einwurf von Christoph Schulz). Danach die Fortunen einige Male durch ihre Standards gefährlich – für eine echte Chance reichte es jedoch nicht mehr bis zur Halbzeit.

In der zweiten Hälfte plötzlich eine offensive und bissige Lok-Elf auf dem Platz, die nun fast im Minutentakt Ausrufezeichen setzte. Engler versuchte es nach starkem Solo von Sebastian Seifert (46.), Jens Werners wurde nach Dribbling geblockt (47.), Schulz traf per Direktabnahme aus acht Metern die Pille nicht richtig (48.) und wiederum Engler fand nach sehenswertem Kombinationsspiel Brummes nicht (50.). Doch auch Fortuna weiterhin mit guten Szenen, vor allem nach Standards – so wie in der 56. Minute als ein Freistoß eigentlich schon geklärt war, aber dann doch nochmal eine Flanke in den Strafraum segelte. Dort köpfte Schmidt, aber Gäng behielt die Nerven und den Ball in der Hand. Lange dauerte es bis zum ersten Tor, aber dafür war der Treffer ein Kracher. Nach einem Foul an Schulz ließ Schiri Jauch weiterspielen, der eingewechselte Marcus Brodkorb stand allein gegen zwei Gegenspieler und hatte einen genialen Moment, als er den Ball über Fortuna-Keeper Robin Köpsel hinweg ins Dreiangel zirkelte (66.). Und es blieb der Tag der Geniestreiche: In der 71. Minute legte sich Kapitän Jens Werner einen Ball zum Freistoß hin – sein Schuss drehte sich in einer unglaublichen Kurve in den kurzen Winkel, Köpsel konnte den Ball nur noch aus dem Netz holen. Danach noch einige kleinere Chancen auf beiden Seiten (Brodkorb/80. Für den FCL, Sascha Gillert/84. Für die Fortuna) – aber es blieb beim gewinnbringenden 2:0-Erfolg. Der Rest ertrank im Jubelmeer.

VfB Fortuna Chemnitz: 1 Robin Köpsel - 3 Sascha Gillert, 4 Sven Kutzner, 5 Peter Braun, 9 Kevin Kaufmann, 10 Steve Rolleder, 11 Kevin Landgraf (86. 21 Martin Wiebel), 18 Robert Bemmann, 19 Sebastian Burkhardt, 22 Markus Vettermann, 24 Kenny Schmidt (86. 8 Danilo Hänel)

1. FC Lok: 1 Christopher Gäng - 5 Felix Bachmann, 3 Markus Krug, 13 Kevin Kittler, 11 Tino Schulze - 15 Sebastian Seifert - 8 Jens Werner, 14 Albrecht Brumme (58. 25 Marcus Bordkorb), 16 Raik Hildebrandt (70. 7 Filip Racko), 6 Christoph Schulz (83. 6 Christoph Schulz) - 21 Rico Engler

Tore: 0:1 Brodkorb (66.), 0:2 Werner (71.)

Gelbe Karten: Gillert - Kittler, Brumme

Schiedsrichter: Torsten Jauch (Benshausen)

Stadion an der Gellertstraße: 3.319 Zuschauer

Bilder

Bilder: Bernd Scharfe