4. Spieltag

1. FC Lok - FSV Zwickau 0:3 (0:2)

Hängende Köpfe nach der Niederlage gegen Zwickau. Foto: Bernd Scharfe

Spielbericht

Die Negativ-Serie nimmt kein Ende. Oberligist 1. FC Lok hat auch das Heimspiel gegen Spitzenreiter FSV Zwickau absolut verdient mit 0:3 (0:2) verloren und hängt dadurch weiter ganz tief im Tabellenkeller der NOFV-Oberliga Süd fest. Verunsichert und ideenlos präsentierten sich die Blau-Gelben vor 2.585 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion. Abgezockte Gäste nutzten das eiskalt aus. Steffen Kellig besorgte früh das 0:1 (12.), nur sieben Minuten später setzte Marcel Trehkopf einen drauf. Anstatt Aufbäumen der Heim-Elf erlebte die zweite Hälfte weiterhin nur abgeklärte Westsachsen, die wiederum durch Kellig vorzeitig alles klar machten.

Ein Zwickauer Doppelschlag binnen sieben Minuten

Cheftrainer Mike Sadlo veränderte seine Anfangsformation im Vergleich zum Auswärtsremis in Bautzen auf einer Position. Benjamin Fraunholz ersetzte im Angriffszentrum Jiri Masek. Eben jener Fraunholz nahm sich gleich in der vierten Minute ein Herz und probierte es auf dem glitschigen Geläuf aus gut 30 Metern mit einem Aufsetzer, den FSV-Schlussmann Denny Kallisch erst unmittelbar vor der Torlinie zu fassen bekam. Auch die Gäste ließen sich im Vorwärtsdrang nicht lange lumpen. Martin Dolecek lenkte Philipp Röhrs Volley aus 17 Metern aus dem Eck (8.). Machtlos war der FCL-Torwart allerdings vier Minuten darauf. Manuel Stiefels zielgenauer Pass in die Tiefe entblößte Loks Defensivreihe, Steffen Kellig bekam den Ball perfekt in den Lauf gespielt, um ihn darauf abgezockt ins Netz zu lupfen. 0:1! Der FSV ließ nicht nach, erhöhte den Druck auf die in den Folgeminuten zusehends um Fassung ringenden Gastgeber. Röhrs Abschluss mit der Pike kratzte Dolecek wiederum aus dem Eck (14.). Doch der nächste Leberhaken ließ nicht lange auf sich warten. Torsten Ziegners Freistoßflanke sorgte für Verwirrung im Leipziger Strafraum, zu allem Übel rasselten Dolecek und Brodkorb beim Rettungsversuch am Fünfmeterraum zusammen, wodurch der aufgerückte Innenverteidiger Marcel Trehkopf leichtes Spiel hatte und den Ball aus 15 Metern im verwaisten Tor unterbrachte (19.).

Lok verkrampft - Zwickau verwaltet kühl

Es brauchte unbedingt ein Lebenszeichen, ein Wachrüttler, kurzum den Anschlusstreffer. Und der hätte in der 31. Minute einfach erzielt werden müssen. Die bis dahin schönste Kombination des 1. FC Lok über Benedikt Seipel und Djibril N'Diaye endete beim völlig allein gelassenen Benjamin Fraunholz, der die Kugel aus zwölf Metern jedoch nicht an Kallisch vorbeibrachte. Ebenso wenige wie Felix Bachmann. Der Mittelfeldspieler hatte sich den Abpraller erkämpft, zwei Gegenspieler umkurvt und war im letzten Augenblick wiederum am glänzend reagierenden Kallisch gescheitert. Kurz vor dem Pausenpfiff lag das 1:2 noch einmal in der Luft. Fraunholz scharfer Freistoß landete vor den Füßen von N'Diaye, dem sich im letzten Moment vor dem Abstauber ein Zwickauer Verteidiger in den Weg warf. Aufbäumenden Mut wollten die Fans von ihrer Mannschaft im zweiten Durchgang sehen. Und der Wille und das Bemühen konnte ihr dabei auch alles andere als abgesprochen werden. Nur verkrampften die Blau-Gelben mit jeder mehr verstreichenden Minute zusehends. Der FSV dagegen verwaltete kühle den verdienten Vorsprung. Die Szenerie spielte sich vornehmlich zwischen beiden Gefahrenzonen ab. Daran änderten auch die offensiven Einwechslungen von Mike Sadlo nichts. Gezwungenermaßen musste der 1. FC Lok nun die eigene Hinterreihe etwas lockern. Zwickau witterte ab Mitte der zweiten Halbzeit die sich auftuenden Konterräume. Die vorzeitige Entscheidung ereignete sich dann in der 72. Minute. Benjamin Fuß setzte sich in der Entstehung an der Grundlinie gegen Christoph Schulz durch, passte scharf in den Rückraum, wo es abermals für Steffen Kellig ein Leichtes war, aus sechs Metern das 3:0 zu erzielen. Damit war der Zahn gezogen. Einzig Benedikt Seipels Kopfball (81.) flog noch knapp links am Ehrentreffer vorbei. So blieben die Probstheidaer auch im vierten Punktspiel tor- und sieglos.

1. FC Lok Leipzig:
1 Martin Dolecek - 12 Martin Schuster (69. 6 Christoph Schulz), 23 Markus Saalbach, 25 Marcus Brodkorb, 8 Jens Werner - 2 Benedikt Seipel, 17 Thorsten Görke, 15 Sebastian Seifert, 5 Felix Bachmann (46. 21 Rico Engler) - 4 Djibril N'Diaye (54. 18 Jiri Masek) - 9 Benjamin Fraunholz

FSV Zwickau: 1 Denny Kallisch - 17 Benjamin Fuß, 20 Marcel Trehkopf, 11 Stefan Schumann, 4 Robert Paul - 19 Davy Frick (58. 24 Andre Luge), 5 Mike Baumann, 8 Manuel Stiefel, 7 Torsten Ziegner - 9 Steffen Kellig (74. 10 Jörg Laskowski), 25 Philipp Röhr (77. 3 Sascha Gillert)

Tore: 0:1 Kellig (12.), 0:2 Trehkopf (19.), 0:3 Kellig (72.)

Gelbe Karten: Werner (23.), Brodkorb (32.), Görke (50) - Baumann (51.)

Schiedsrichter: Torsten Jauch (Benshausen)

Bruno-Plache-Stadion: 2.585 Zuschauer

Bilder

Bilder: Bernd Scharfe