6. Spieltag

1. FC Lok - Grün-Weiß Piesteritz 3:1 (0:1)

Seipel, Masek und N'Diaye bejubeln den Ausgleich. Foto: Bernd Scharfe

Spielbericht

Der Heimfluch ist endlich beendet! Im dritten Heimspiel der noch jungen Oberliga-Saison setzte es den ersten Heim-Dreier. Gegen Aufsteiger FC Grün-Weiß Piesteritz siegte die Sadlo-Truppe am Ende noch verdient mit 3:1 (0:1). Doch auch dieser Auftritt vor der stattlichen Kulisse von 2.656 Zuschauern im Plache-Stadion begann zunächst sehr beschwerlich.

Lok-Coach Mike Sadlo ließ bis auf den verletzten Kapitän Thorsten Görke die gleiche (Erfolgs-)Elf wie beim souveränen 4:0-Erfolg bei Erfurt II ran. Der Tscheche Filip Racko ersetzte Görke, die Kapitänsbinde übernahm Mittelfeld-Abräumer Sebastian Seifert. Bei den Gästen ging der Blick insbesondere Richtung Ersatzbank: Nicht nur wegen Coach Uwe Ferl, sondern auch wegen Ex-VfB-Keeper Rene Koslowski, der offiziell als Ersatztorhüter auf der Bank saß. Die Partie begann wie erwartet: Lok bemüht, Piesteritz extrem defensiv. Doch bis zur 24. Minute konnte nicht einmal eine Minichance verzeichnet werden. Dann flankte Jens Werner von links, doch Publikumsliebling Djibril "Dieter" N'Diaye köpfte am langen Pfosten vorbei. Auf der Gegenseite wurden die bis dahin seltenen Konter der Grün-Weißen Gäste immer gefährlicher. Der auffällige Ladislav Stefke scheiterte aber am sicheren Martin Dolecek im Lok-Kasten (27.). Zehn Minuten später brachte Racko einen Eckball von rechts in den Strafraum, doch Abwehrlatte Markus Krug köpfte aus 8 Metern rechts vorbei. Dann wieder so ein blitzsauberer Konter der Gäste aus Wittenberg: Stefke flitzte auf links allen davon, zog das Leder in die Mitte zu Tim Hebsacker - und die einzige nominelle Spitze der Gäste haute die Kugel aus 10 Metern zum 0:1 in die Maschen. Schock im Plache-Stadion! Da half auch der die erste ernsthafte Lok-Chance durch Benjamin Fraunholz (nach Vorarbeit N'Diaye) nicht viel (44.). Stattdessen kurz vorm Pausenpfiff fast das 0:2. Nach einer Flanke von links setzt Mathias Niesar einen Kopfball am langen, linken Pfosten knapp vorbei. Das wäre wohl die bittere Entscheidung gewesen.

In Hälfte zwei schaltete die Loksche endlich einen Gang höher. Einen Schuss von N'Diaye aus 16 Metern konnte Zschiesche im Piesteritz-Tor noch entschärfen (51.). Zehn Minuten später scheiterte Fraunholz per Kopfball. Doch Sekunden später ging der flinke Benedikt Seipel einem langen Ball nach - Abwehrmann Oliver Hinkelmann verschätzte sich und Seipel spritzte an ihm vorbei und hielt aus 10 Metern drauf: 1:1. Riesen-Jubel. Schließlich war es das erste Heimtor nach 261 torlosen Minuten! Und es kam noch besser: Nicht einmal 120 Sekunden später legte N'Diaye per Kopf für den gerade eingewechselten Andreas Streubel vor, der aus 10 Metern zum 2:1 in die Maschen traf. Der Gastgeber nun wie aufgedreht. Seipel traf aus 12 Metern den linken Pfosten (66.). Im nächsten Angriff bediente Seipel Stürmer Fraunholz, der sich im Strafraum aus 12 Metern ein Herz fasste und das Leder flach ins lange Eck zur 3:1-Entscheidung beförderte. Was für eine Erleichterung! Der Rest des Spiels ist schnell erzählt: Lok ließ noch einige Chancen liegen (Masek), während Piesteritz sich im Abwehrverbund wieder steigerte. Der Rest war Jubel!

Unterm Strich ein verdienter, hart erkämpfter Sieg für den 1. FC Lok, der nun sieben Punkte auf der Habenseite hat. Der Trend zeigt eindeutig nach oben, kann aber leider (erst einmal) nicht fortgesetzt werden, da Lok wegen der Verlegung der Auswärtspartie in Aue und der Absage des Heimspiels gegen Borea Dresden nun zwei Wochen nicht um Punkte kämpfen kann.

1. FC Lok: 1 Martin Dolecek - 12 Martin Schuster, 23 Marcus Saalbach, 3 Markus Krug, 8 Jens Werner - 5 Felix Bachmann (55./22 Andreas Streubel), 7 Filip Racko (46./18 Jiri Masek), 15 Sebastian Seifert, 2 Benedikt Seipel - 9 Benjamin Fraunholz (79./24 Ronny Mende), 4 Djibril N'Diaye

Grün-Weiß Piesteritz: 12 Daniel Zschiesche - 7 Nils Naujoks, 2 Oliver Hinkelmann, 5 Wellington, 8 Marc Richter - 4 Florian Freihube, 10 Kevin Gerstmann (87./16 Heiko Wiesegart), 6 Mathias Niesar, 3 Benjamin Witt (87./15 Tim Körnig), 11 Ladislav Stefke - 9 Tim Hebsacker (75./18 Michael Müller)

Tore: 0:1 Hebsacker (41.), 1:1 Seipel (61.), 2:1 Streubel (63.), 3:1 Fraunholz (67.)

Schiedsrichter: Eugen Ostrin (Eisenach)

Gelbe Karten: Racko, Krug , Seifert - Wellington

Bruno-Plache-Stadion: 2.656 Zuschauer

Bilder

Bilder: Bernd Scharfe