1. Spieltag

Hertha BSC II - 1. FC Lok 1:0 (0:0)

Unterstützten ihre Lok-Elf: Fast 900 Leipziger fanden den Weg nach Berlin. Foto: Bernd Scharfe

Spielbericht

Beim Debüt in der Regionalliga Nordost konnte der 1. FC Lok keine Punkte sammeln. Vor 1.565 Zuschauern, rund die Hälfte davon aus Leipzig, unterlag das Team von Trainer Marco Rose dem Gastgeber Hertha BSC II mit 0:1 (0:0).

Die Berliner begannen mit vier Spielern, die in der letzten Saison schon in der Bundesliga von Beginn an aufgelaufen waren. Und die Berliner begann mit viel Druck. Technisch gut ausgebildet und überwiegend sehr schnell, verfügten sie über eine hohe individuelle Klasse. Dem setzte Lok taktische Disziplin und große Einsatzbereitschaft entgegen. In der ersten Viertelstunde kam Lok kaum mit Ball über die Mittellinie, einzige echte Chance der Herthaner war aber ein Distanzschuss von Perdedaj (13. Min.).

Dann setzte Lok ein Achtungszeichen: Nach André Stratmanns Flanke von der linken Seite traf Rico Engler per Kopf an den Pfosten (15.). Nun gelang es den Leipzigern besser, das Geschehen auch in die Berliner Hälfte zu verlagern. Die letzten beiden zwingenden Chancen vor der Pause gehörten aber der Hertha. Erst jagte Kevin Stephan den Ball im Strafraum in zentraler Position stehend aus der Drehung über den Kasten (21.). Dann wurde der Schuss von Dorian Diring im letzten Moment noch abgeblockt (37.).

Die dicke Chance zur Lok-Führung bot sich unmittelbar nach Wiederanpfiff dem für den angeschlagenen Stratmann eingewechselten Christoph Schulz. Er erobert den Ball an der Mittellinie und dribbelte in hohem Tempo Richtung Strafraum. Bei einer Zwei-gegen-eins-Überzahlsituation entschloss er sich selbst zum Abschluss an der Strafraumgrenze, der Keeper konnte aber parieren (47.). Auf der Gegenseite entschärfte Torhüter Christopher Gäng eine Riesenchance des frei stehenden Stephan, der per Kopf aus sechs Metern sowie im Nachschuss aus vier Metern nicht am Leipziger Schlussmann vorbei kam (53.). Der Hertha-Druck war nun wieder enorm hoch - und führte zu Fehlern. Linksverteidiger Alexandros Theodosiadis fabrizierte beim Versuch eines Befreiungsschlages ein Luftloch. Hertha schaltete schnell, passte in die Mitte und dort war Stephan diesmal mit dem erfolgreichen Abschluss zum 1:0 zur Stelle (58.).

Nach dem Rückstand übernahm Lok die Initiative, ohne sich aber aus dem Spiel heraus zwingende Chancen zu erarbeiten. Gefährlich wurde es bei einigen Eckbällen, bei denen der Hertha-Schlussmann nicht immer sicher wirkte. Die beste Chance aber machte er zunichte, als eine am kurzen Pfosten verlängerte Flanke auf den Kopf von Markus Krug kam, sein Kopfstoß aus Nahdistanz aber vom Keeper abgeblockt werden konnte (71.). Hertha beschränkte sich nun aufs Verteidigen und Lok war engagiert, ohne die Berliner Hintermannschaft aber vor größere Probleme stellen zu können.

Hertha: Gersbeck - Leinau, Syhre, Neumann, Holland (9. Dem) - Diring (62. Scheffler), Perdedaj, Mukhtar, Breitkreuz - Morales, Stephan (80. Neuendorf)

1. FC Lok: Gäng - Bachmann, Krug, Kittler, Theodosiadis (67. Wendschuch) - Oechsner (85. Werner), Seifert, Alemdar, Walthier - Stratmann (46. Schulz), Engler

Trainerstimmen:

Karsten Heine: "Mit einem Sieg zum Auftakt bin ich natürlich zufrieden, zumal wir Lok nicht kannten. Die Leipziger waren gut organisiert. Der Sieg ist aber auf Grund der größeren Spielanteile verdient. Es war ein ordentliches Regionalliga-Spiel. Vor allem unser Tempo in der ersten Halbzeit war gut."

Marco Rose: "Gegen eine bärenstarke Hertha sind wir läuferisch ans Limit gegangen. Leider wurde ein individueller Fehler bestraft. Nach dem Rückstand haben wir uns dann auch fußballerisch gewehrt. Der Sieg für Hertha ist verdient, wir hatten aber auch drei gute Torchancen. Zwei, drei Spieler haben ihr Leistungsvermögen heute nicht ausschöpfen können."

Bilder

Bilder: Bernd Scharfe