11. Spieltag

1. FC Lok - VFC Plauen 0:0 (0:0)

Foto: Bernd Scharfe

Das erste Mal zu Null bringt einen Punkt
1. FC Lok mit mauer erster und guter zweiter Halbzeit gegen Plauen

Lok-Trainer Heiko Scholz mit zwei Wechseln im Vergleich zu der Partie in Neustrelitz. Für den verletzten Marcel Trojandt lief Rico Engler von Beginn an auf, für Armin Kilz räumte Sebastian Dräger auf der Sechser-Position ab. Im Kader stand zudem Gerald Muwanga, der die letzten Wochen mit einem Infekt gefehlt hatte.
Unter den Augen von Trainer-Legende Uli Thomale begann der 1. FC Lok seht zöherlich. Das Heft des Handelns hatte in Halbzeit eins von der ersten Minute an der VFC Plauen in der Hand. Die Gäste wirkten
spritziger, gedankenschneller, waren besser in den Zweikämpfen - und hatten folgerichtig zu Beginn eine Torchance nach der anderen: Nach vier Minuten verzog Jack Schubert nach schöner Hereingabe von Benjamin Girth, eine Minute später konnte Steven Braunsdorf einen 30-Meter-Schuss von Daniel Rupf gerade so noch über die Latte lenken. Gerade noch so retten konnte der Lok-Keeper beim Schuss von Andreas Knoll (13.), beim Kopfball von Schubert aus Nahdistanz wäre er machtlos gewesen, aber die Latte rettete (14.). Kuriose Szene in der 20. Minute: Steve Rolleder verletzte sich bei einem Kopfballduell im Mittelfeld am Kopf, die Platzwunde blutete stark, Rolleder bekam einen Turban verpasst – genau das Gleiche war dem Stürmer schon in der vergangenen Woche in Neustrelitz passiert. Da fiel ein Tor für den Gegner, diesmal hatte Knoll für den VFC einen „Riesen“ auf dem Fuß, scheiterte aber an Braunsdorf. Danach bekam Lok die Plauener in der Defensive besser in den Griff, offensiv entwickelten die Blau-Gelben jedoch nur selten so etwas wie Druck. So plätscherte das Spiel bis zur Halbzeit vor sich hin.

Die Loksche kam mit mehr Druck aus der Kabine und hatte auch gleich so etwas wie eine Chance, als Wendschuch steil auf Engler passte. Der fiel kurz vorm Strafraum, Schiri Andy Stolz sah jedoch kein Foul –
Ansichtssache. Einige Minuten später Engler mit einem schönen Solo zur Grundlinie, sein Pass in die Mitte wurde jedoch von der Plauener Abwehr geklärt. Im Gegenzug war Plauens Danny Wild plötzlich ganz alleine
direkt vorm Tor. Braunsdorf bog den Schuss aus drei Metern mit einem Wahnsinnsreflex noch über die Latte. Trotzdem war der 1. FC Lok in Halbzeit zwei besser im Spiel und hätte eine gute Möglichkeit gehabt durch Grandner, der frei durchgewesen wäre, von Kevin Landgraf aber 25 Meter vorm Tor umgerissen wurde. Eine rote Karte wäre hier durchaus möglich gewesen, Schiri Stolz beließ es bei Gelb. Die Riesenchance hatte
dann Steve Rolleder, der nach der schönsten Lok-Kombination ganz frei vor Maik Ebersbach auftauchte. Sein Schuss jedoch zu zentral und deswegen kein Problem für den VFC-Torhüter. Nicht besser machte es auf
der anderen Seite Torjäger Benjamin Girth: Eine Flanke von Falk Schindler nahm er schön mit der Brust an, sein Schuss ging jedoch weit übers Tor. Eine weitere strittige Szene gab es in der 69. Minute, als Andy Wendschuch im Strafraum elfmeterreif umgerissen wurde – Schiedsrichter Stolz, der insgesamt viel laufen ließ, versagte jedoch abermals den Pfiff. Auch in der 84. Minute der Schiedsrichter im Mittelpunkt, als Thönelt kurz vorm Strafraum mit der Hand klärte. Dafür gab es Gelb und einen Freistoß, den Raik Hildebrandt knapp übers linke Eck zirkelte. Eine gute Chance hatte der 1. FC Lok noch, doch Englers Flachschuss aufs linke Eck konnte Ebersbach mit viel Mühe noch klären.

Ganz zum Schluss wäre die Loksche fast noch bestraft worden, als Thönelt in der Nachspielzeit nach einer Ecke frei zum Kopfball kam. Braunsdorf war bei dem platzierten Kopfball schon geschlagen, aber Hildebrandt
stand am kurzen Pfosten und klärte auf der Linie.

Fazit: Der 1. FC Lok zeigte gegen Plauen keine Glanzleistung. Besonders in der ersten Halbzeit ließ die Mannschaft fast alles vermissen, konnte froh sein, dass es weiterhin 0:0 stand. In der zweiten Halbzeit kamen die Blau-Gelben dann besser ins Spiel, überzeugten vor allem läuferisch und kämpferisch. Am Ende wäre das Spiel – wie so oft in dieser Saison – fast noch verloren gegangen. Diesmal hielt – auch mit
ein wenig Glück – die Abwehr und zum ersten Mal in dieser Saison stand somit die „Null“. Das Unentschieden sollte Auftrieb geben im Abstiegskampf, in dem nun zwei weitere wichtige Spiele in Nordhausen und daheim gegen Viktoria Berlin anstehen.

1. FC Lok: 1 Steven Braunsdorf – 8 Vadims Logins (68./17 Gerald Muwanga), 3 Markus Krug, 13 Kevin Kittler, 24 Gino Böhne (31./2 Dustin Scheibe) – Patrick Grandner, 15 Sebastian Seifert (46./16 Raik Hildebrandt), 18 Sebastian Dräger, 21 Rico Engler – 22 Andy Wendschuch – 10 Steve Rolleder

VFC Plauen: 21 Maik Ebersbach – 4 Felix Lietz, 16 SaschaThönelt, 22 Florian Grossert, 13 Kevin Landgraf – 18 Danny Wild, 6 Daniel Rupf, 10 Falk Schindler (82./20 Filip Sajbidor), 25 Andreas Knoll (67./17 René Wagner) – 7 Jack Schubert (80./24 Toni Hager), 30 Benjamin Girth

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichter: Andy Stolz (Pritzwalk)

Gelbe Karten: Landgraf, Wild, Thönelt

Bruno-Plache-Stadion: 2.140 Zuschauer

Stimmen zum Spiel
Michael Hiemisch (VFC Plauen): "Unsere Anfangsphase war sehr gut. Mitte der ersten Halbzeit haben wir dann etwasnachgelassen, den 1. FC Lok besser ins Spiel kommen lassen. In der zweiten Halbzeit waren wir dann nicht so gut - deswegen wäre ein Sieg am Ende wohl nicht verdient gewesen.

Heiko Scholz (1. FC Lok): "Vom Auftreten meiner Mannschaft in der ersten Halbzeit war ich enttäuscht - das habe ich in der Halbzeit auch klar gesagt. Das war mutlos - wie mit einem Rucksack auf dem Rücken. In der zweiten Halbzeit haben dann Einsatz und Laufbereitschaft gestimmt. Spielerisch gab es trotzdem große  Reserven, deswegen bin ich mit dem Punkt auch zufrieden. Ein Kompliment an unsere Fans, die uns auch in
unserer schwierigen Situation und bei einem solchen Spiel phänomenal unterstützen."

Bilder

Fotos: Bernd Scharfe