11. Spieltag

1. FC Lok - Energie Cottbus II 2:3 (1:1)

Spielbericht

2:3-Heimpleite gegen die Zwote von Energie Cottbus

Eine enttäuschende Leistung bringt die zweite Saisonniederlage

Spielbericht von Marko Hofmann (LIZ)

Die Achterbahnfahrt des 1. FC Lok geht weiter. Im Heimspiel gegen die U23 von Energie Cottbus unterlagen die Leipziger mit 2:3 (1:1). Ein strittiger Elfmeter brachte Cottbus auf die Siegerstraße, die Lok nie betreten hatte. Das Team agierte lange unerklärlich zurückhaltend und holte somit aus den letzten sechs Spielen zwei Siege, zwei Remis und zwei Niederlagen. Von Schönrednerei wollte Heiko Scholz nach der zweiten Saisonniederlage nichts wissen. „Danke für die Worte, Vragel, aber ihr seid der verdiente Sieger gewesen.“, antwortete Heiko Scholz auf die Spieleinschätzung seines Kollegen Vragel da Silva. Der Brasilianer sprach von einem glücklichen Sieg für sein Team, denn der Ausgleich „wäre für Lok verdient gewesen“. Aber, so Scholz, „zwanzig gute Minuten reichen eben nicht.“.

In der Tat: Mit der Lok, die RB II vor zwei Wochen am Rande einer Niederlage hatte, hatte die blau-gelbe Elf am Samstagnachmittag nicht viel gemein. Erst als es nach 22 Minuten 1:1 stand, schien Leipzig ins Spiel zu finden. Doch da war eben auch schon ein Spielviertel vorbei. Bis dahin machten die Gäste aus Cottbus, als Tabellen-Dreizehnter angereist, den energischeren Eindruck.

Lok musste schon nach sechs Minuten dem Schutzheiligen der schlafenden Abwehrreihen danken, dass Andy Hebler den Ball freistehend an den Pfosten geschoben und Loks Rechtsverteidiger Dustin Scheibe den Abpraller aus zwei Metern nicht ins eigene Tor gelenkt hatte. Vier Minuten später war es dann aber doch geschehen. Die Gäste konterten nach Ballgewinn schnell, Scheibe verpasste es, Paul Maurer abseits zu stellen und der Nachwuchsstürmer schob zur Führung ein.

Den Ausgleich besorgte Marcel Trojandt per Elfmeter eben nach 22 Minuten, nachdem Schiedsrichter Marcel Kißling aus Wasungen ein Handspiel im Cottbuser Strafraum als unerlaubt ahndete. Kißling lag aber falsch, hätte die Szene davor Handelfmeter pfeifen müssen. Es stand trotzdem für fast 30 Minuten unentschieden. Lok schien im Spiel zu sein, ohne zu glänzen. „In der Kabine habe ich den Jungs dann gesagt, dass trotz der schlechten Leistung nichts passiert ist und wir nun alle Chancen auf den Sieg haben. Aber dann weißt du auf einmal gar nicht, warum schon wieder Elfmeter gepfiffen wurde.“, ärgerte sich Scholz.

Der erneute Elfmeterpfiff nach 47 Minuten verwunderte alle 2.266 Zuschauer. Selbst nach Spielende war Scholz nicht klar, wer da gefoult haben soll. „Krug soll wohl eingehakt haben, aber alle sagen, es war keiner.“ Wahrscheinlich hat Kißling jedoch ein Halten von Scheibe schwerwiegender bewertet als es war. Hebler nahm den Arm von Scheibe dankend an, ließ sich fallen und verwandelte den fälligen Strafstoß souverän. Die Spielruhe war nun völlig dahin, Schiedsrichter Kißling zog sich mehrmals den Unmut der Probstheidaer Zuschauer zu, die auch nicht mit der Entstehung des dritten Tores der Cottbuser einverstanden waren.

Damian Paszlinski hatte den Ball an Gerstmann verloren. Der Pole soll gefoult worden sein, Kißling ließ weiterspielen, Maurer traf erneut. Aber Scholz will von einer schlechten Schiri-Leistung nichts hören. „Der Schiri ist egal. Wir müssen uns an unsere Nase packen.“ Erst in den letzten zwanzig Minuten berannte Lok ohne Hemmnisse das gegnerische Tor und warf alles rein. Rolleder köpfte einen Wendschuch-Freistoß ins Tor, mehr kam allerdings trotz stürmischer Schlussphase nicht dabei rum. „Was wir geboten haben, war „sehr erschreckend. Das können wir zu Hause einfach nicht anbieten. Da müssen am Montag klare Worte im Training fallen.“, so der 48-Jährige. Lok bleibt Sechster und hat nun bei einem Spiel weniger sechs Punkte Rückstand auf den zweiten Tabellenplatz.

Auch, dass man nur gegen Teams schlecht aussehe, die nur hinten drinstünden, sei seit dieser Niederlage offensichtlicher Quatsch. „Cottbus hat richtig gut mitgespielt. Daran kann es nicht liegen.“ Lok hat insgesamt zu wenig investiert und vor allem viel zu oft nach einem guten Eröffnungspass aus der Innenverteidigung den Ball schlecht oder gar nicht kontrolliert.

Hofmann und Zielinsky auf den Außenpositionen hatten keinen guten Tag, auch Ziane und Marzullo im Sturmzentrum fielen kaum auf. „Das war von allen viel zu wenig. Wir sind nicht so gut, dass wir ein bisschen hin- und hereiern. Wir müssen alle immer 100 Prozent geben.“ – wenn es mit dem Aufstieg klappen soll.

Am kommenden Samstag (Anstoß 15 Uhr) empfängt Lok den Tabellen-Fünften Carl Zeiss Jena II zum Verfolgerduell.

1. FC Lok Leipzig: Latendresse-Levesque - Scheibe, Krug (C), Trojandt, Zielinsky, Marzullo (67. Rolleder), Ziane, Hofmann (61. Brinsa), Paszlinski, Dräger (51. Langner), Wendschuch. Trainer: Heiko Scholz.

 
Energie Cottbus II: Pflug - Dahm, Bache (75. Zintl), Kapplinghaus, Lenk (C), Lemke, Kusic, Hebler (67. Röwer), Maurer, Derdemez (46. Gerstmann), Heßler. Trainer: Vragel da Silva.

Tore: 0:1 Maurer (10.), 1:1 Trojandt (23./ Handelfmeter), 1:2 Hebler (48./ Foulelfmeter), 1:3 Maurer (55.), 2:3 Rolleder (81.).

Schiedsrichter: Marcel Kißling (Wasungen)

Gelbe Karten: Lok 2x (Trojandt, Rolleder), Cottbus 4x

Zuschauer: 2.266 im Bruno-Plache-Stadion

Bilder

Bilder: Bernd Scharfe

 
 

Lokruf.TV