3. Spieltag

FC Oberlausitz Neugersdorf - 1. FC Lok 0:0

Spielbericht

Null zu Null in der Oberlausitz

Der 1. FC Lokomotive Leipzig hat auch am zweiten Oberligaspieltag keinen Treffer landen können

In der Partie beim Spitzenreiter FC Oberlausitz Neugersdorf kamen die Messestädter nicht über ein torloses Remis hinaus. 719 Zuschauer (darunter 400 LOKisten) sahen auf dem Gelände der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportanlage in Neugersdorf eine rassige erste Halbzeit mit ordentlich Dampf auf der Seite der Messestädter. Die Mannen um Trainer Heiko Scholz hatten soviel Dampf auf dem Kessel, dass ihr Gegner sie nur mit unfairen Mitteln bremsen konnten. Die Konsequenz daraus waren zwei gelbe Karten innerhalb der ersten 20 Minuten. Prominentes Opfer hierbei war Jiří Štajner, der Ex-Profi, der u.a. bei Hannover 96 (229 Bundesliga-Spiele) und Sparta Prag sein Geld verdiente und nun in der Oberlausitz seine Karriere ausklingen möchte.

Chancen gab es in der ersten Halbzeit viele. Die erste große Gelegenheit bekam Gianluca Marzullo in der 18. Minute, der heute als zweite Sturmspitze neben Steve Rollleder ran durfte. Marzullo nahm sich ein Herz und zog aus 20 Metern einfach mal ab. Das Leder verfehlte den Neugersdorfer Kasten nur knapp. Nochmal zurück zur Jiří Štajner: dieser ließ in der gesamten Partie immer wieder seine Klasse und Raffinesse aufblitzen. Der mittlerweile 38-jährige Štajner beeindruckende durch seine Abgezocktheit, tauchte während der Partie immer wieder ab. Brandgefährlich wurde es durch ihn bei Freistößen immer.

Gefährlich für die Gegner wurde es in der 28. Minute für die Gegner allemal. Durch einen mustergültigen Pass wurde wieder Gianluca Marzullo in Szene gesetzt. Dieser lief allein auf den Hüter Franco Flückiger zu, schoss ihn aber zum Leitwesen seiner Mitspieler und Fans nur an. Kurz vorm Halbzeit-Tee zog die Loksche noch einmal ordentlich am Druckhebel. Steve Rolleder hätte in der 43. Minute nach schöner Hereingabe von Alexander Langner beinahe den Führungstreffer markiert, hätte der Gästehüter den Ball nicht so glanzvoll zur Ecke pariert. Torlos ging es dann in die Pause.

Die zweite Halbzeit fing auch gleich furios an. Sebastian Zielinsky, der eigentlich schon verabschiedet wurde und dann doch noch den Weg zurück zur alten Wirkungsstätte fand, hatte in 48. Minute den Führungstreffer quasi auf dem Fuß. Nach einem weiten Einwurf von Armin Kilz jagte er aus sechs Meter den Bald über den Kasten. Verzweiflung auf den Rängen. Trainer Heiko Scholz versuchte in der 63. Minute mit der Auswechslung von Alexander Langner das Spiel der Loksche noch einmal neu zu beleben. Ramon Hofmann, Neuzugang von Rot-Weiss Erfurt II, kam für ihn in die Partie. Lok hatte die Oberlausitzer eigentlich im Griff.

Mit zunehmender Spielzeit in Hälfte Zwei, konnten sich der Tabellenführer immer mehr aus seiner Umklammmerung lösen und wurde wieder gefährlicher. Die Neugersdorfer erspielten sich die ein oder andere Chance. Kamen nach einer Ecke und dem anschließenden Kopfball sogar zum Torerfolg. Schiri Savoly sah aber ein Foul am Lok-Keeper Latendresse-Levesque, der heute wieder ein echter Ausputzer war. Neugersdorf war in der zweiten Halbzeit über die besagten Standards immer wieder brandgefährlich. In der 80. Minute nach Trainer Heiko Scholz Gianluca Marzullo vom Platz und brachte Djamal Ziane (13), der in den letzten 10 Minuten aber auch nicht mehr für den Führungstreffer sorgen konnte.

Danach war Schluss und man sah den Spielern durchaus ihre Unzufriedenheit an. Man wollte hier drei Punkte mitnehmen und mit einem positiven Gefühl in das Nachholspiel am Mittwoch bei Dynamo Dresden II gehen. Trainer Heiko Scholz nach dem Spiel: "Ich kann nicht zufrieden sein, weil wir irgendwann aufgehört haben mit Fussball spielen. Wir wussten, wie Neugersdorf spielt. Das ist eine clevere Mannschaft mit guten Jungs drin. Wenn man den J. S. sieht - Hut ab! Was der hier mit 38 Jahren macht, dann weiß man, warum der so lange in der Bundesliga gespielt hat."

Bemerkenswert waren heute auch wieder die zahlreich mitgereisten Lokfans. Diese machten so viel Stimmung, dass die Neugersdorfer Fanfraktion dies mit dem Fangesang "Ohne Gäste wär hier gar nichts los!" adelte. Was man aus der Oberlausitz mitnimmt, sind ein Punkt beim Spitzenreiter, eine blütenweiße Abwehrleistung und die Erkenntnis, dass man mit zwei Spitzen im Sturm zu einigen Chancen kommt.

Neugersdorf: Flückiger - Merkel, Penc, Süß, Kunze - Petrick - Liska (75. Huth), Stajner (90. +1  Nemec), Sisler, Dittrich (85. Heineccius) - Nezmar. Trainer: Manfred Weidner.

1. FC Lok: Latendresse-Levesque - Trojandt, Paszlinski, Krug, Scheibe - Kilz, Langner, Wendschuch, Zielinsky - Rolleder, Marzullo. Trainer: Heiko Scholz.

Schiedsrichter: Nico Savoly

Gelbe Karten: Stajner, Liska - Krug, Marzullo, Paszlinski

Sparkassen-Arena Oberlausitz: 719 Zuschauer

Bilder

Bilder: Bernd Scharfe