Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Mittwoch, 22. April 2015
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0:2 in Aue - bittere Pleite für starken 1. FC Lok

Leipziger sündigen im Abschluss, Aufstiegshoffnungen schrumpfen / WM-Pokal bald in Probstheida?

Aue. Lange überlegen gespielt, trotzdem 0:2 (0:1) bei der U23 von Erzgebirge Aue verloren - die Aufstiegshoffnungen des 1. FC Lok sind gestern Abend auf ein Minimum geschrumpft. Vor 750 Zuschauern, darunter 250 Gäste-Fans, konnten die Leipziger selbst beste Einschussgelegenheiten nicht verwerten.
 Trainer Heiko Scholz musste auf Sebastian Zielinsky verzichten, ließ den angeschlagenen Hiromu Watahiki auf der Bank, schickte dafür Sebastian Dräger und Ramon Hofmann aufs Feld. Bei Aue standen mit Arvydas Novikovas, der aber schon nach drei Minuten verletzt raus musste, und Mike Könnecke erfahrene Profis im Team, dazu mit Torwart Mario Seidel, Roman Golobart. Alexander Dartsch, Philip Hauck und Marcin Sieber fünf weitere Akteure aus dem aktuellen Zweitliga-Kader.
Chefcoach Tomislav Stipic saß auf der Tribüne und sah nach 41 Sekunden die erste Lok-Großchance: Gianluca Marzullo zwang Seidel mit einem 18-Meter-Schlenzer zu einer Glanztat. Dann schlug einer der Stipic-Jungs zu: Hauck traf per 25-Meter-Freistoß ins äußerste Eck - 1:0 in der 8. Minute. Pech für Lok, dass ein Dräger-Geschoss (11.) nur am Pfosten landete und Seidel auch einen Volleyschuss von Marzullo (22.) noch irgendwie aus seiner Kiste kratzte.
Lok gewann viele Zweikämpfe, zeigte guten, mutigen Fußball, war deutlich besser. Aber das Runde wollte nicht ins Eckige. Nicht beim Gewaltschuss von Ronny Surma (33., knapp vorbei), nicht beim Knaller vom Ondrej Brusch (37.), erneut hielt Seidel spektakulär die nun sehr glückliche Führung fest.
Erst nach 57 Minuten gab es die zweite Gelegenheit. Killien Jungen brachte die Kugel frei stehend nicht an Lok-Keeper Julien Latendress vorbei, der auch gegen Hauck (67.) parierte. Die Leipziger drückten zwar weiter, doch Marzullo (72., drüber) und Steve Rolleder (82.) vergaben auch die letzten Chancen. Ein Kopfball-Treffer von Sieber (88.) besiegelte die bittere Niederlage. Coach Heiko Scholz war restlos bedient, saß als Erster im Mannschaftsbus. "Ich sage heute besser nichts."
Auch wenn Lok nicht weltmeisterlich spielt ­- vielleicht kann der Club bald für einen Tag den von Jogis Jungs errungenen WM-Pokal präsentieren. Der geht Ende Juni auf Deutschland-Reise, macht bei 63 Amateur-Vereinen Station. Am Montag gibt der DFB die Gewinner bekannt. "Wir hoffen, dass wir dabei sind", sagte Marketing-Chef Stefan Guth, "haben uns unter anderem mit einer großen Choreografie beworben und gute Argumente." Der DFB wurde in Leipzig gegründet, die Stadt stellte mit dem VfB den ersten deutschen Meister und feiert 1000-jähriges Jubiläum. Erhält Lok den Zuschlag, wird es ein Fanfest in Probstheida geben, 2014 Personen dürfen sich mit der WM-Trophäe fotografieren lassen. "Wir würden soziale Einrichtungen wie Kinderhospiz Bärenherz, Kliniken und Flüchtlingshilfe, aber auch altgediente Spieler, Mitglieder und Anhänger bedenken, dazu Tickets über Web- und Facebook-Aktionen verteilen und für Benefiz-Zwecke versteigern", erklärte Guth.

Von: Steffen Enigk