Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Freitag, 06. März 2015
Nur diese Kategorie anzeigen:Leipziger Volkszeitung

Blau-gelbe Wand im Oberliga-Spitzenspiel

Mindestens 1500 Fans begleiten 1. FC Lok heute zum SSV Markranstädt / Auch Hauptsponsor-Chef Wernze auf der Tribüne

Leipzig/Markranstädt. Vor den Toren Leipzigs in Ruhe arbeiten zu können, sei nicht unbedingt ein Nachteil, meint Heiko Weber. Doch mitunter wünscht sich der Oberliga-Trainer des SSV Markranstädt mehr Aufmerksamkeit für seine Mannschaft. Die ist mit einer Siegesserie auf Rang zwei geklettert, hat die Regionalliga fest im Visier und kickt dennoch vor nur wenigen Zuschauern. Heute wird das ganz anders sein, heute kommt der 1. FC Lok ins Stadion am Bad (14 Uhr) und bringt mindestens 1500 Fans mit. Vorstandssprecher René Gruschka: "Unser Team wird eine blau-gelbe Wand im Rücken haben."
Weber hat also ein gefühltes Auswärtsspiel vor der Brust, schrecken kann ihn das nicht. "So ein Highlight macht Spaß, dafür sind wir Fußballer geworden, meine Jungs sind unendlich heiß", sagt der 49-Jährige voller Vorfreude.
Für den Tabellen-Fünften Lok aber ist es ein absolutes Schlüsselspiel. Ein Sieg würde den Rückstand zum SSV auf vier Punkte verkürzen, eine Niederlage wohl das frühe Aus im Aufstiegsrennen bedeuten. "Das wäre kaum noch aufzuholen", räumt Trainer Heiko Scholz ein, "der Stellenwert der Partie ist allen klar." Auch Franz-Josef Wernze. Der Chef des Probstheidaer Hauptsponsors ETL wird auf der Tribüne sitzen und schauen, ob sein Geld gut angelegt ist.
Wernze bezahlt auch den Trainer. Scholz kennt den Druck, geht gelassen damit um: "Natürlich ist auch bei mir die Anspannung groß, aber wenn ich deshalb nicht mehr schlafen könnte, hätte ich den falschen Job."
Er hat alle Mann an Deck, auch Torjäger Gianluca Marzullo nach überstandenem Infekt. Scholz verlangt von seinem Team "Einsatz, Willen und kühlen Kopf, es wird schwer und sehr intensiv."
Heiko Weber kann ebenfalls Bestbesetzung aufbieten und glaubt: "Lok hat vielleicht die besseren Einzelspieler, wir haben eine kompakte, schnelle, charakterstarke Mannschaft, die mich begeistert. Kleinigkeiten werden entscheiden, Disziplin und die Nerven."
Der SSV-Coach schätzt den gleichaltrigen Heiko Scholz ("Ich mag seine menschliche Art, er ist sich immer treu geblieben") und den neuen Lok-Sportchef Mario Basler, 46. Weber: "Mario ist sehr kollegial und ein echter Typ, der die Oberliga bereichert und sie auch für die Medien interessanter macht."
Während der 90 Minuten wird es aber mit den Freundlichkeiten vorbei sein. Gegen den Trainer Basler hat der Trainer Weber übrigens schon gewonnen: 1:0 mit Jena im Drittliga-Heimspiel 2011 gegen Burghausen. Ein gutes Omen?

Von: Steffen Enigk