Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Dienstag, 06. Januar 2015
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Budenzauber als Mutmacher

Lok-Stürmer Marzullo glänzt beim Hallenturnier

Leipzig. An Selbstvertrauen hat es Gianluca Marzullo noch nie gefehlt. Doch die Auszeichnung als bester Spieler beim Leipziger Hallenturnier war für den 24-Jährigen etwas Besonderes - "eine Ehre und schöne Bestätigung".
 Mit fünf Treffern bewies der elegante Lok-Stürmer am Montagabend seinen Torriecher, hatte erheblichen Anteil am dritten Platz hinter Oberhausen und Meuselwitz und sorgte für gute Laune der Probstheidaer Fans unter den 1300 Zuschauern. "Wir haben uns ordentlich präsentiert, das hat Spaß und Mut gemacht", sagte der Deutsch-Italiener.
Er kickt gern in der Halle. "Es ist eng, man braucht Klasse, Technik und Durchsetzungsvermögen." Und deshalb zog er auch den Hut vor den viertplatzierten Bernd Schneider & Friends. Was die Oldies noch immer zeigen, sei "große Kunst, das sind Riesen-Fußballer".
Marzullo spielte einst in Bielefeld in der A-Jugend-Bundesliga, trainierte später im Zweitliga-Kader bei Ewald Lienen mit, kam dann aber nur auf einen Kurzeinsatz in Liga drei. Im vergangenen Winter wechselte er vom FC Gütersloh zu Lok. Doch seine fünf Rückrunden-Tore konnten den Regionalliga-Abstieg nicht verhindern. Im folgenden Oberliga-Herbst traf er siebenmal. Und er glaubt, dass Lok von Rang sechs noch zur Aufholjagd ansetzt und als Zweiter den Aufstieg schafft: "Ich traue es dem Team zu. Wenn wir erneut eine starke Rückrunde spielen, ist alles möglich."
Die Regionalliga sei im Osten weitaus attraktiver als im Westen. "Viele Traditionsvereine, viele Zuschauer, viele TV-Übertragungen - ich will mit Lok wieder nach oben." Marzullos Vertrag läuft bis 2016, wechseln würde er nur bei einem Drittliga-Angebot. "Der Verein und die wunderbare Stadt sind mir ans Herz gewachsen, meine Freundin und ich fühlen uns in Leipzig sehr wohl."
Nach dem lockeren Budenzauber stehen nun bei Lok anderthalb Wochen knochenhartes Athletik- und Lauftraining an. "Das mag kein Fußballer", weiß Marzullo, "aber es muss sein, ohne konditionelle Grundlage geht es nicht. Und wir wissen ja, wofür wir uns quälen."

Von: Steffen Enigk