Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Dienstag, 23. Mai 2017
Nur diese Kategorie anzeigen:Leipziger Volkszeitung

Das Ritual für den Pott: Nudeln mit Tomatensoße

Sachsenpokal-Finale: Lok ist gegen Chemnitz Außenseiter

Leipzig. Besondere Leistung bedarf besonderer Vorkehrung. Und im Falle von Loks Robert Zickert Nudeln mit Tomatensoße – dieses Ritual muss sein. Zudem hat Trainer Heiko Scholz seinen Jungs heute Urlaub verordnet. Ausnahme: Wer nicht einen ganz so schweren Job pflegt, darf die Briefbögen noch bis 14 Uhr falten. Dann ist Feierabend. Denn 18 Uhr stehen die Kicker in Blau-Gelb auf dem Rasen des Bruno-Plache-Stadions. Im Finale des Sachsenpokals gegen die Himmelblauen aus Chemnitz.

Nur, wer darf auf den Rasen? Nach der 4:0-Sahneleistung der 1b-Auswahl gegen die Hertha-Bubies zum Saisonabschluss müsste sich Scholle den Kopf zermartern. Muss jemand aus der 1a auf die Bank? Paul Maurer dürfte sich nach der Leistungsexplosion in den vergangenen Partien in den Stamm gespielt haben. Maik Georgi wird zurückkehren, wurde geschont. Genauso wie Robert Zickert und Christian Hanne. An Zaubermaus Daniel Becker führt sowieso kein Weg vorbei.

Nur, wer stürmt? Djamal Ziane war gesetzt, bis zu seiner Knöchelverletzung Anfang Mai. Sonntag stieg er wieder ins Training ein. „Nur, wenn er schmerzfrei ist, lasse ich ihn auf den Platz“, dämpft Coach Scholz die Hoffnung. Aber da ist ja noch der Joker: Felix Brügmann, der Held von Bischofswerda. Sein Strich im Elfmeterschießen brachte Lok ins Sachsenpokal-Finale. Einziger Wermutstropfen bei ihm: Der Reinbeker hat den Daumen noch nicht gehoben, ob er bei Lok bleibt. Er hatte sich weitere Bedenkzeit erbeten. Im Spiel gegen die Chemnitzer wird er den Gedanken wohl eine Pause gönnen.

„Wir brauchen gegen den CFC einen sehr guten Tag, Chemnitz wird Respekt haben“, sagt Abwehrturm Zickert und schwört auf die Außenseiterchance. „120 Minuten können wir gehen, bei der Atmosphäre werden Kräfte freigesetzt.“

Einer, der weiß, wie Pokalsieg geht, ist Thorsten Jülich (42). 1996 war er beim 2:1-Sieg gegen die Amateure des CFC dabei. „Es war ein fieses Spiel, auf keinen Fall wurde mit feiner Klinge gespielt“, erinnert er sich. Genauso daran, dass Marco Rose nach der Spiel verausgabt am Tropf hing . Jülich ist im Stadion, als Glücksbringer dabei.

Von: Alexander Bley