Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Freitag, 13. März 2015
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Der Sonntag der Vorentscheidungen

Leipzig. Der Sportchef gibt nicht auf. Mario Basler hat in der Bundesliga mit Werder Bremen einst sieben Zähler Rückstand auf Borussia Dortmund aufgeholt, und ein ähnliches Husarenstück traut er auch seinem neuen Verein 1. FC Lok vier Spielklassen tiefer zu: "Bei der Drei-Punkt-Regelung ist alles möglich."
Doch dazu müsste der "Sonntag der Vorentscheidungen" (Lok-Trainer Heiko Scholz) wohl komplett für die Probstheidaer (Fünfter mit 27 Punkten) laufen, die um 14 Uhr im Plache-Stadion den Oberliga-Zweiten Neugersdorf (35) erwarten und darauf hoffen, dass Spitzenreiter RB Leipzig II (41) den drittplatzierten SSV Markranstädt (34) schlägt. "Es ist unsere letzte Chance, nur mit einem Sieg bleiben wir im Rennen", weiß Scholz.
Vielleicht reicht seinen Jungs am Ende sogar Rang drei. Falls kein Ost-Drittligist runter muss und der Regionalliga-Meister aufsteigt, ermitteln die Dritten der beiden Oberliga-Staffeln in einer Relegation den letzten freien Regionalliga-Platz. Doch der Weg ist weit.
Scholz bangt noch um seinen Kapitän Markus Krug (Infekt), dessen Einsatz sich erst im heutigen Abschlusstraining entscheidet. Dann wird auch der 46-jährige Basler wieder in die Sportklamotten schlüpfen und mit dem Team Ecken und Freistöße einstudieren. "Übung macht den Meister, das war bei mir nicht anders", sagt der frühere Kunstschütze.
Es kommt nicht alle Tage vor, dass eine Mannschaft Gast im eigenen Stadion ist. Wird aber so sein, wenn am Sonntag, 15 Uhr, Markranstädt bei der RB-Reserve "gastiert". Die trägt ihre Heimspiele bekanntlich im Stadion am Bad aus und ist diesmal nominell Gastgeber.
"Diese Konstellation ist nicht unbedingt ein Nachteil für uns", glaubt SSV-Trainer Heiko Weber. Und betont, dass seine Truppe neun Partien in Folge ungeschlagen ist. Die jüngste 0:1-Pleite der Rasenballer bei Dynamo II interessiere ihn nicht. "Ich erwarte gegen die Bullen wieder ein temporeiches Spiel."
Dagegen liegt RB-Coach Tino Vogel die Niederlage noch schwer im Magen. Etliche seiner Akteure trugen in dem knallharten Match Verletzungen davon. Alexander Sorge erlitt einen Nierenriss, kam erst am Mittwoch aus dem Krankenhaus und kann ebenso wenig auflaufen wie Sebastian Konik, dem beim mehr als übermütigen Einsteigen eines Dresdners eine Oberschenkeleinblutung zugefügt wurde. Vincent Rabiegas Muskelfaserriss entstand ohne gegnerische Einwirkung, doch auch er wird fehlen. Die schon länger pausierenden Paul Schinke, Hannes Mietzelfeld und Dominic-René Heine sowieso.
"Wir kriegen dennoch eine gute Truppe zusammen", kündigt Vogel an: "Sie darf nur nicht wieder so naiv agieren wie gegen die Dynamos, die sogar die Bälle versteckten, um Zeit zu schinden. Diesmal werden genügend Bälle da sein."

Von: Steffen Enigk und Frank Müller