Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 15. März 2015
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Die Lok-Hoffnung lebt

Probstheidaer schlagen Neugersdorf 2:0 - Brusch und Hofmann treffen in der Anfangsphase

Leipzig. "Wir haben unsere letzte Chance genutzt, die Hoffnung lebt weiter", befand Lok-Trainer Heiko Scholz. Seine Mannschaft bezwang gestern den FC Oberlausitz Neugersdorf verdient mit 2:0 (2:0) und verkürzte den Rückstand zum Oberliga-Zweiten auf fünf Punkte. Und weil auch der drittplatzierte SSV Markranstädt unterlag (1:2 bei Spitzenreiter RB Leipzig II), waren die Probstheidaer die großen Gewinner des Wochenendes. "Wir haben noch zwölf Spiele, da geht vielleicht noch was in Richtung Aufstieg", meinte Scholz.
Mario Basler war ebenfalls hoch zufrieden. "Die Jungs haben toll gekämpft und gegen einen starken, erfahrenen Kontrahenten zwei schöne Tore gemacht. Jetzt müssen wir dranbleiben", sagte der Sportchef, der die nächste Saison nun weiter zweigleisig planen darf: "Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet."
Scholz hatte darauf gesetzt, dass die Neugersdorfer nach mehrstündiger Busfahrt nicht in die Gänge kommen. Und tatsächlich legte seine Mannschaft einen Blitzstart hin, begeisterte gleich in der Anfangsphase die 2582 Zuschauer im Plache-Stadion. In der 2. Minute zappelte der Ball erstmals im Gäste-Tor. Ondrej Brusch verwertete nach exakt 81 Sekunden eine Maßflanke von Djamal Ziane, erzielte bereits sein viertes Rückrunden-Tor. Brusch war dann auch Ausgangspunkt des zweiten Treffers, zirkelte einen Freistoß auf den Kopf von Ramon Hofmann, der mit sehenswerter Flugeinlage vollendete - 2:0 nach neun Minuten, das Stadion kochte.
"Meine Taktik hatte sich früh erledigt, eigentlich wollten wir abwartend spielen und auf Konter lauern", ärgerte sich OFC-Trainer Manfred Weidner, "wir haben eine halbe Stunde gebraucht, bis wir richtig da waren. Aber Lok hat das dann sehr clever verteidigt."
Die mit sechs Tschechen beginnenden Gäste (der frühere Bundesliga-Akteur Jiri Stajner blieb indes auf der Bank) hatten Vorteile im Mittelfeld, wurden vor der Pause aber nur einmal gefährlich. Torjäger Jan Nezmar schloss eine wunderbare Kombination mit dem vermeintlichen Anschlusstreffer (31.) ab, hatte aber zuvor Gino Böhne auf die Hacken getreten - Schiri Stephan Reuter aus Eisfeld pfiff die Neugersdorfer zurück.
Die drückten in der zweiten Halbzeit weiter, fanden aber kaum Lücken in der glänzend organisierten Leipziger Abwehr. Marcel Trojandt rettete vor dem einschussbereiten Nezmar (60.), Keeper Julien Latendresse parierte einen 20-Meter-Knaller von Jaroslav Dittrich (65.), Gäste-Kapitän Jiri Sisler jagte die Kugel aus drei Metern über den Kasten (77.) - dann hatten die Probstheidaer das Gröbste überstanden und in den Schlussminuten sogar noch dicke Konterchancen auf einen höheren Erfolg.
Erstmals im Jahr 2015 blieb Lok ohne Gegentor. Das lag auch an den überragenden Innenverteidigern Ronny Surma und Gino Böhne, der für Kapitän Markus Krug (Infekt) eingesprungen war, fehlerlos agierte und mit seiner Kopfballstärke gnadenlos abräumte. "Gino hat ein Riesenspiel gemacht, Nezmar fast abgemeldet", lobte Krug und erklärte verschmitzt: "Das war mal ein entspannter Nachmittag mit einem souveränen Sieg. Ich hatte nie das Gefühl, dass noch was anbrennt."

Von: Steffen Enigk