Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Dienstag, 21. April 2015
Nur diese Kategorie anzeigen:Leipziger Volkszeitung

Doppelpack der Wahrheit für 1. FC Lok

Heute nach Aue, Sonnabend zu RB II

Leipzig. Es ist die Woche der Wahrheit für den 1. FC Lok. Die Probstheidaer müssen heute Abend zum Oberliga-Nachholspiel bei Erzgebirge Aue II (18.30 Uhr) antreten, am Sonnabend geht es dann zu RB Leipzig II (14 Uhr, Markranstädt, Stadion am Bad). Mit einem Sieg in Aue würde das Team von Heiko Scholz den SSV Markranstädt überflügeln und als neuer Tabellendritter zum Spitzenreiter fahren. Auch dort erhält nur ein voller Erfolg die Aufstiegs-chancen - der Rückstand auf den zweitplatzierten OFC Neugersdorf beträgt schon vier Punkte. "Klar sind das zwei wichtige, ja entscheidende Partien für uns. Danach wissen wir wahrscheinlich, wohin die Reise geht", sagt Scholz.
Deshalb sind die Lok-Verantwortlichen stinksauer auf die Ansetzer vom Nordostdeutschen Fußball-Verband. Da sich die Blau-Gelben nicht mit Aue auf einen Nachholtermin für das am vergangenen Wochenende geplante Spiel einigen konnten, legte der NOFV den heutigen Mittwoch fest und ignorierte alle Proteste. Der Lok-Mannschaft bleiben so nur zwei Tage Regeneration bis zum RB-Knüller. "Ein Unding, für mich ist das Wettbewerbsverzerrung", giftet Vorstands-Sprecher René Gruschka.
Hintergrund: Die Partie muss aus Sicherheitsgründen im Auer Zweitliga-Stadion ausgetragen werden. Dort spielten am Sonntag die Profis gegen den FSV Frankfurt (1:0). Im Vorfeld sollte der Rasen geschont werden, Freitag oder Samstag ging also nicht. "Aber warum Mittwoch und nicht Dienstag?", fragt Gruschka: "Die Polizei hat das strikt abgelehnt. Eine Begründung erhielten wir nicht." Auch die relativ frühe Anstoßzeit passt Lok nicht. "Unsere Jungs sind Amateure, einige müssen extra Urlaub nehmen", so Gruschka, "und wahrscheinlich reisen nun auch nur 300 Fans mit nach Aue." Lok sei bisher fast allen Vereinen entgegengekommen, habe bereitwillig Termine und Heimspiele getauscht. "Künftig werden wir genau überlegen, was wir machen. Wir fühlen uns verarscht."
Heiko Scholz sieht das ähnlich, mag aber nicht mehr nachkarten. "Jammern hilft nicht, wir müssen da jetzt durch, das Ding in Aue ziehen und dann schauen, was bei RB möglich ist", meint der Coach. Mindestens auf einer Position wird er sein zuletzt 2:0 gegen Sandersdorf erfolgreiches Team umstellen: Sebastian Zielinsky fällt wegen einer Wadenverhärtung heute aus. Ronny Surma (Infekt), Hiromu Watahiki und Kapitän Markus Krug (beide leicht angeschlagen) wollen aber auflaufen. Auch bei Zielinsky besteht laut Scholz Hoffnung - für Sonnabend, für RB.

Von: Steffen Enigk