Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Montag, 20. November 2017
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Ex-Lok-Hüter steht bei Chemie im Tor

Trotz anderer Absprache hält Julien Latendresse-Levesque

LEIPZIG. Na bitte. Kurz vor knapp fängt die Derby-Suppe doch noch an, heiß zu werden. Dank BSG-Trainer Dietmar Demuth (62), der gestern im Diagnostik-Zentrum Spoorth auf der Eisenbahnstraße die Lok mal kurz vom Gleis stellte. „Ich muss Latendresse bringen. Unser zweiter Hüter Marcus Dölz arbeitet im Süden Deutschlands und kann nur einmal trainieren“, sagte Demuth. Da blieb Heiko Scholz (51) vom 1. FC Lok der Kaffee im Hals stecken. Verdutzt antwortete er: „Das ist schwierig. Abgemacht war, dass er auf jeden Fall nicht hält.“

Et voilà! Julien Latendresse-Levesque sorgt für den nächsten Zwist zwischen den beiden Leipziger Traditionsvereinen Lok und BSG, die morgen im Bruno-Plache-Stadion (14.05 Uhr) zum 101. Mal aufeinandertreffen. „Latte“ war vier Jahre lang Hüter bei den Blau-Gelben, wechselte diesen Sommer trotz bestehenden Vertrages zur Konkurrenz nach Leutzsch. Chemie zahlte 6000 Euro. Bei der Ablöse wurde für das Hin-und Rückspiel der Rivalen dieser Saison vereinbart, dass der 26-Jährige nicht zum Einsatz kommt.
„Irgendwann muss ich anfangen, ihn im Derby zu bringen“, sieht Demuth keine andere Option. „Es war ein Agreement, das ist Wortbruch. Wir haben kein Verständnis dafür“, zeigte sich Lok-Geschäftsführer Martin Mieth verärgert. Einzig bei Krankheit oder Verletzung sollte „Latte“ ran dürfen. Auch beim gemeinsamen Essen der Vereinsvorsitzenden von Lok und Chemie hat das Thema eine Rolle gespielt. Lok-Chef Thomas Löwe hofft noch auf späte Einsicht.

Zum Spiel: Während die Probstheidaer schon beim BFC Dynamo (1:3) zur großen Rotation ansetzten und Körner sparten, ließ die BSG beim Anrennen gegen Neugersdorf (0:1) Körner. „Fürs Derby ist mir nicht bange, da werden noch mal Kräfte freigesetzt“, sagt Demuth. Bei Lok auch, „Latte“ im gegnerischen Tor ist Ansporn genug.
Zum Drumherum: Erwartet werden 7000 Fans. Die Kassen (nur Kombi-Tickets) werden 11.30 Uhr geöffnet, das Stadion 12 Uhr. Während die Anhänger der Blau-Gelben vom Völkerschlachtdenkmal gen „Plache“ ziehen, setzen sich die Leutzscher eben dort in Bewegung und kommen per Pedes von Süden. Die Connewitzer Straße wird für den Verkehr gesperrt. Mit weiteren Einschränkungen im Umfeld ist zu rechnen.

Von: ALEXANDER BLEY