Quelle: Leipziger Internetzeitung vom Samstag, 04. Oktober 2014
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Feiertag in Probstheida

Nach zwei dürftigen Leistungen hat der 1. FC Lok am Freitagnachmittag wieder einen Sieg eingefahren. Die Blau-Gelben zeigten beim 2:0 (0:0) gegen die U23 von Erzgebirge Aue eine souveräne Leistung. Die Gäste hatten vor 2.472 Zuschauern nur eine echte Torchance, Lok hätte dagegen locker fünf oder sechs Tore machen können – auch ohne den „angeschlagenen“ Steve Rolleder.

Da war er nicht. Erwartungsgemäß. Aber trotzdem drehte sich in der Lok-Lounge, dem VIP-Raum des FCL, zeitweise fast jedes Gespräch um die seltsame Begegnung zwischen Steve Rolleder und Heino Ferch. Der Schauspieler soll gegen den Lok-Stürmer Strafanzeige gestellt haben, weil Rolleder und eine männliche Begleitung im Streit um einen offenbar überlebenswichtigen Sektkühler Heino Ferch verprügelt haben sollen.

So die bisher einseitige Beschreibung des Vorfalls. Von Rolleder ward bisher nichts zu hören. Seine Anwälte bereiten angeblich ein Statement vor. Die deutsche Medienlandschaft hat sich trotzdem mit Wonne auf den Vorfall gestürzt, rein zufällig dreht Heino Ferch gerade auch einen neuen Film. Ob der so gut wird, wie das Spiel des FCL am Tag der Deutschen Einheit?

Möglicherweise spannender, denn die Begegnung zwischen Lok und der U23 von Erzgebirge Aue war einseitig. „Wir wollten aggressiv draufgehen und Nadelstiche setzen, nichts davon ist uns in der ersten Halbzeit gelungen.“, bedauerte Aues Trainer Robin Lenk nach dem Spiel. Alles was seine Mannschaft in diesem Spielabschnitt tat, war Zweikämpfe verlieren und hektisch nach vorn spielen. „Die Kulisse hat meine Spieler eindeutig beeindruckt“, so Lenk.

Tatsächlich war die Probstheidaer Kulisse nach der bitteren 1:3-Pleite in Sandersdorf mit 2.472 Zuschauern durchaus stattlich, aber nicht gerade Angst einflößend. Vielmehr hatte Lok diesmal von Anfang an den Schalter umgelegt, eroberte zahlreiche Bälle ohne Foul (Krug, Marzullo) und spielte selbstbewusst und entschlossen nach vorn. Paradebeispiel dafür war der Angriff zum zeitigen 1:0 durch Marzullo. Hofmann ließ mit einem kurzen Dribbling drei Auer stehen, spielte dann einen präzisen Pass in die Tiefe auf Ziane, der mit hoher Geschwindigkeit gen Strafraum zog, halbhoch Marzullo bediente, der einschob.

Und weil Lok danach kaum nachließ, hatte die junge Auer Mannschaft, in der kein Spieler über 21 Jahre alt ist, wenig Freude. Lok stellte dagegen noch vor der Pause auf 2:0. Diesmal traf Ziane nach einem artistischen Zuspiel von Andy Wendschuch, der im Fallen den Ball in den Strafraum spitzelte. „Das war schon sehr ordentlich in der ersten Halbzeit.“, war auch Heiko Scholz zufrieden, der „eine Reaktion nach der katastrophalen Vorstellung in Sandersdorf“ gefordert hatte.

Sie war zu sehen, auch wenn die zweite Halbzeit nach 70 Minuten ihre Längen hatte. Lok hatte es verpasst, das Ergebnis weiter nach oben zu schrauben, weil unter anderem Marzullos Seitfallzieher nach 54 Minuten knapp über die Latte ging oder Langner nach feiner Ecken-Variante im 5-Meter-Raum den Ball nicht ins Tor bekam und Zianes Schuss von der Strafraumkante knapp am Pfosten vorbei düste. Die Veilchen gewannen Stück für Stück mehr Selbstbewusstsein, hatten kurz nach der Pause bereits ihre beste Gelegenheit. Böhne musste einen Dartsch-Kopfball nach Fehler von Latendresse-Levesque von der Linie schlagen.

Trotz 15-minütiger Überlegenheit fiel Aue im letzten Spieldrittel wenig ein und so hätte man diese Phase auch getrost weglassen können. Erst fünf Minuten vor dem Ende übernahm Lok wieder die Initiative, aber der diesmal nur eingewechselte Zielinsky vermochte es vor Torhüter Schulze nicht, das Spielgerät im Kasten unterzubringen.

„Insgesamt haben wir deutlich mehr investiert und sind der verdiente Sieger.“, so Heiko Scholz, der den Blick schon wieder aufs kommende Heimspiel am 19. Oktober (14:00 Uhr) gegen RB II richtete. „Das wird ein herrliches Heimspiel, ich nehme an vor ausverkauftem Haus – und wir wollen natürlich gewinnen.“ Die Leistung gegen Aue II sollte dann der Maßstab sein, dann könnte Lok den Sieger-Sekt kaltstellen lassen. Von wem auch immer...

Von: Marko Hofmann