Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Dienstag, 03. Oktober 2017
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Fix und fertig, aber glücklich

Lok Leipzig knöpft Energie am Tag der Einheit in leidenschaftlicher Manier einen Punkt ab

Leipzig. Die Liste der Versehrten bei Lok ist lang: Christian Hanne, Steffen Fritzsch, Maik Salewski, Nils Gottschick und Sascha Pfeffer. Dazu noch die gesperrten Ryan Malone und Paul Maurer. Viele Wahlmöglichkeiten hatte Heiko Scholz nicht wirklich gegen den Überflieger der Regionalliga Energie Cottbus gestern zum Feiertag aufzubieten. Ohne sieben, Spiel acht. Und dennoch können die Blau-Gelben aus Probstheida feiern. „Wir haben das dritte Mal zu Null gespielt. das macht Mut“, resümierte Benjamin Kirsten, der den Punkt kurz vor knapp für sein Team mit einer Glanzparade festhielt.

Und ganz nebenbei hat Lok aus einer Not eine Tugend gemacht. Mit einer Dreierkette, die sich zu einem Fünferriegel wandelte, mauerte sich Leipzig nicht etwa zum Punkt, sondern erkämpfte sich diesen beim 0:0 gegen Energie Cottbus im Bruno-Plache-Stadion redlich. Vor allem, weil die Lausitzer gar nicht so recht wusste, wie sie ihr Spiel aufziehen sollten. „Wir haben Cottbus zwar keine Niederlage zugefügt, aber wir sind die ersten in dieser Saison, gegen die sie nicht gewonnen haben. Das ist aller Ehren wert“, sagte Keeper Kirsten.

Energie kam nicht in Tritt, weil Lok-Trainer Scholz mit zwei Stürmern – Djamal Ziane und Matus Lorincak – früh attackierte und unheimlich viele Meter machte. Zudem entlasteten sich die Probstheidaer selbst, indem sie Angriffe fuhren. In der 9. Minute hätte sich Lok vor 5589 Zuschauern für das Engagement belohnen können. Nach einer Ecke von Paul Schinke köpfte Robert Zickert den Ball am langen Pfosten vorbei. Kapitän Markus Krug kam einen Schritt zu spät, um den Ball noch über die Linie zu spitzeln. Aber richtig brandgefährlich wurde es vor dem Kasten von Advo Spahic nicht. „Wir haben nicht viele Chancen kreieren können“, fasste es dementsprechend auch Scholz zusammen. „Aber ich bin zufrieden, wir sind die erste Mannschaft, die Cottbus Paroli geboten und ihnen einen Punkt abgeknöpft hat“, fügte der gut gelaunte Trainer an.

Zwar kam auch Energie selten zu Chancen, die waren aber brandgefährlich. In der 31. Minute wurde mit einem Pass in die Tiefe der Lok-Riegel ausgespielt. Lasse Schlüter spazierte mutterseelenallein auf Kirsten zu, der zu einer Mauer versteinerte, an dem die Pille abprallte. Kurz nach der Pause verpassten Björn Ziegenbein und Kevin Weidlich jeweils per Kopf die Führung. Der Lausitzer Zug nahm in der zweiten Hälfte mehr Fahrt auf. Aber die zündende Idee fehlte dennoch.

„Wir haben hinten nix zugelassen, aber vorn auch nicht so viele Chancen erspielt, wie sonst. Den Rest hat Kirsten gut gehalten“, beobachtete Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz. Und: „Lok hat sehr intensiv und leidenschaftlich verteidigt.“ Einzig der Schuss von Malte Karbstein kurz vor Abpfiff gefährdete die Punkteteilung.

Die beiden Kontrahenten konnten sich mit dem Remis anfreunden. „Pele“ Wollitz: „Zehn Spiele 28 Punkte, 28:2 Tore.“ Scholz: „Wir haben ohne Sieben gespielt, ich bin stolz auf den Punkt.“ Lok bleibt mit 18 Zählern Dritter, schiebt sich nach der 1:2-Niederlage des BFC Dynamo gegen Meuselwitz weiter an den Tabellenzweiten heran. Und zudem: Am Freitag im Sachsenpokal gegen Niesky sind die M&M’s Malone und Maurer wieder zurück.

Loks Nachwuchs konnte sich gestern über eine 1000-Euro-Spende der LVZ Post freuen. Die verlor ihre Wette. 2151 frankierte Karten und damit 151 mehr als gefordert, wurden von den Lokis im Stadion in die blauen Briefkästen geworfen.

Von: ALEXANDER BLEY