Quelle: Bild.de vom Donnerstag, 25. Mai 2017
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Frahn schießt den CFC zum Pokalsieg

Die Sensation blieb aus. Drittligist Chemnitzer FC holt sich den sächsischen Landespokal, schlägt Gastgeber Lok Leipzig mit 2:1. Bitter für Lok: Doppelter Torschütze für den CFC war ausgerechnet Daniel Frahn, der frühere Kapitän des verhassten Nachbarn RB Leipzig.Ein rassiges Pokalfinale mit ganz viel Tempo zwischen den Strafräumen. Für Lok sorgt Felix Brügmann vorn immer wieder für Nadelstiche. Der Stürmer, dessen Vertrag ausläuft, wird Leipzig verlassen und zum Viertliga-Rivalen Viktoria Berlin wechseln.Auf der anderen Seite zerrt Frahn an den Ketten. Frei vor Torwart Benjamin Kirsten bleibt er zunächst zweiter Sieger (18.). Doch wenig später trifft er dann doch. Nach einem Pass von Jopek kurvt Frahn an Surma vorbei in den Strafraum und schiesst vom Elferpunkt trocken ins linke Eck zum 0:1 (20.).Doch Lok schlägt zurück. Brügmann erkämpft sich auf der linken Seite den Ball von Bittroff und passt nach innen. Hanne leitet weiter auf Schinke, der aus sechs Metern rechts unten den Ausgleich rein nagelt (33.). Mit ganz viel Applaus der 6800 Fans (ausverkauft) werden beide Teams in die Pause verabschiedet. Ex-Bundesligaprofi Torsten Kracht (49) analysiert: „Ein sehr gutes Spiel von Lok. Für mich waren die fußballerisch sogar besser. Chemnitz enttäuscht mich. Ich traue Lok das zweite Tor zu.“

Er irrte sich. Das zweite Tor legte dann doch Chemnitz nach. Nachdem Kirsten gegen den eingewechselten Hansch zunächst mit Fussabwehr klärte, verwertete Frahn mit links zum 1:2 (74.). Nicht unverdient, weil Frahn selbst (65.) und Baumgart (67.) zuvor beste Chancen liegen ließen. Lok holte die letzten Reserven raus. Am Ende stürmt sogar Torwart Kirsten mit. Zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr.Was für ein Abschied für CFC-Trainer Sven Köhler (51)! Der schlägt zunächst nach seinem 52. Spiel (Liga und Pokal) eine Verlängerung des Vertrages aus, von Druck und Ungewissheit losgelöst, legen er und die Profis erst ein 2:0 als Liga-Abschluss gegen Rostock hin, jetzt noch die Pokal-Party.Der CFC holt sich seinen 9. Titel im 13. Finale seit 1996. Die damit verbundene Quali für den DFB-Pokal ist zunächst 155 000 Euro wert. Kohle, die Chemnitz dringend benötigt, weil bis 2. Juni dem DFB die Nachbesserungen für die Lizenz glaubhaft erbracht werden müssen.Am Donnerstag geht die Mannschaft in den Urlaub, am 19. Juni soll der Auftakt in die Vorbereitung steigen. Eine Vorbereitung auf welche Spielklasse? Wie viel Qualität bekommt man für einen Etat in Höhe von 2,98 Millionen Euro? Welche Spieler bleiben, welche gehen, welche kommen? Wer trainiert die Profis? Mit welchem Co-Trainer? Reicht die Kohle für ein Trainingslager oder nicht?

Hinter dem Ausrufezeichen Pokalsieg stehen in Chemnitz viele Fragezeichen.Bei Lok klar dagegen: Die feiern am Donnerstag gemeinsam mit Trainer Heiko Scholz eine zünftige Männertagsparty und einen weiteren Neuzugang. Verteidiger Robert Berger kommt aus Zwickau.

Von: ANDRÉ SCHMIDT UND LARS PREUSSER