Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Mittwoch, 07. Juni 2017
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Immens gestreckt

Sascha Pfeffer lobt Lok / 21. Juni Trainingsauftakt

Leipzig. Als der Name Sascha Pfeffer Ende April erstmals durch die Lok-Luft waberte, sagte Trainer Heiko Scholz folgendes: „Den hätte ich zwar gern, leisten können wir ihn uns nicht.“ Zehn Zweitligaspiele, weitere 224 in der 3. Liga hat der 30-Jährige auf dem Tacho. Dynamo Dresden, Chemnitzer FC, Hallescher FC. Stammspieler und Leistungsträger bei den Clubs. Und nun doch 1. FC Lok Leipzig. Bis 2020.

Vor einer Woche hat der Hallenser beim Regionalligisten aus Probstheida unterschrieben. „Ich hatte andere Offerten“, machte Pfeffer keinen Hehl daraus. Aber nach einem Gespräch mit der Familie stand fest: „Wir wollen in der Region bleiben.“ Und da traf es sich gut, dass Scholz einfach nicht locker ließ. „Dieses Bemühen hat mir sehr imponiert“, sagte der Mittelfeldspieler, der bei der Loksche in die Rolle des Spielmachers schlüpfen soll. Ein Umwerben, dass wohl seiner Seele ganz guttat. Denn bereits im Winter war Pfeffer klar, dass beim HFC ohne ihn geplant wird. „Ich bin heute noch sehr enttäuscht“, gab der Hallenser zu, „aber das muss ich hinnehmen und nach vorn schauen.“

Nach einem Monat zeigte das hartnäckige Lok-Buhlen Wirkung. Mit Annehmlichkeiten für beide Seiten. Die Leipziger haben Planungssicherheit und Routine für die Vision 2020 (3. Liga) in ihren Reihen. Pfeffer & Family können weiterhin an der Saale wohnen und finanziell wurde auch eine Lösung gefunden. Eine, die in das gut 500 000 Euro umfassende Team-Budget passt. „Der Verein hat sich immens gestreckt“, bestätigte der Neuzugang. „Es liegt an mir, dass mit Leistung zu untermauern“, fügte er an.

In knapp zwei Wochen wird es ernst. Dann beginnt bei den Blau-Gelben das Training. Am 20. Juni werden die Laktatwerte genommen, tags darauf beginnt die Saisonvorbereitung. Bis dahin hat Pfeffer noch Zeit, die OP seines linken Meniskus auszukurieren. „Die Aufgabe bei Lok ist reizvoll“, betonte der Mittelfeldspieler. Aber auch, dass er nicht gekommen ist, um seine Karriere ruhig ausklingen zu lassen.

Damit Lok sich in der kommenden Spielzeit im oberen Mittelfeld etablieren kann, muss sich auf der Personalliste von Scholz und Rüdiger Hoppe noch einiges Tun. „Im Sturmbereich wird sich etwas tun“, sagte Pfeffer. Schließlich hatte Joker Felix Brügmann das Vertragsangebot ausgeschlagen. Der 24-Jährige dribbelt in der kommenden Saison für Liga-Konkurrent Viktoria Berlin.

Von: Alexander Bley