Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 03. Dezember 2017
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Kirsten jr. bezwingt Klinsmann jr.

Regionalliga: Verdienter 3:2-Sieg für den 1. FC Lok bei Hertha BSC II

Berlin. Die schnellen Hertha-Bubis wirkten zwar immer gefährlich, doch unterm Strich war der 3:2 (1:1)-Erfolg des Regionalligisten 1. FC Lok am Sonnabend in Berlin verdient. Großen Anteil am Auswärtssieg hatte mal wieder Keeper Benjamin Kirsten, der in der ersten Hälfte beim Stand von 1:0 für die Gäste einen Elfmeter parierte. „Der Elfer war unberechtigt“, meinte der 30-Jährige. „Es ist schön, dass ich nach langer Zeit wieder einen halten und die Mannschaft damit unterstützen konnte. Wir hätten das aber auch ohne den Elfmeter gepackt.“ Trainer Heiko Scholz sagte zu der Situation: „Das hat uns Auftrieb gegeben, zumal der Strafstoß umstritten war. Leider haben wir dann durch eine Gurke doch das 1:1 bekommen.“

Kirsten freute sich über eine kämpferisch starke Leistung seiner Elf und ergänzte: „Es war wichtig, dass unsere Stürmer mal wieder getroffen haben. Gerade für Djamal Ziane freut mich das. Wir haben die Fehler der Berliner, die bei einer U23-Mannschaft vorkommen können, eiskalt ausgenutzt.“ Sein Coach ergänzte: „Ich denke, dass wir das eine Tor nicht besser, aber cleverer waren. Wir haben einen individuellen Fehler zum Tor zum 3:2 ausgenutzt. Deswegen sind wir hoch zufrieden, einen Konkurrenten um die Plätze fünf bis sieben geschlagen zu haben.“ Scholz sah ein „rassiges Spiel“ , beide Teams hätten versucht, guten Fußball zu spielen. „Scholle“ muss in den nächsten Spielen auf Paul Schinke verzichten, der sich eine Knöchelverletzung zuzog.

Ante Covic, Trainer der Hertha, ärgerte sich: „Wir haben mit individuellen Fehlern Weihnachtsgeschenke verteilt. Von der Spielanlage fand ich uns reifer.“
Im Tor standen jeweils die Söhne einstiger Weltklasse-Stürmer – Benjamin Kirsten gewann das Duell gegen den zehn Jahre jüngeren Jonathan Klinsmann. Der Leipziger meinte: „Ich kenne seinen Vater Jürgen seit ich klein bin. Ich habe ihn zuletzt in Chicago getroffen, als ich schwer verletzt war. Er war mit der US-amerikanischen Nationalelf im selben Hotel. Dass die Söhne jetzt beide Torhüter geworden sind, ist speziell. Jonathan ist ein talentierter Junge, er muss an sich arbeiten. Er hat amerikanische Wurzeln. Das sind Arbeitstiere. Ich glaube, dass er einen guten Weg einschlagen wird.“

Dass Klinsmann jr. unsicher wirkte, nahm ihm Trainer Covic nicht krumm: „Man darf nicht vergessen, dass die Jungs von den Profis keine permanente Spielpraxis haben. Zuletzt saß Jonathan in der Europa League auf der Bank, deshalb konnte er in der letzten Woche bei uns nicht spielen.“

Von: Matthias Koch, Frank Schober