Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 26. April 2015
Nur diese Kategorie anzeigen:Leipziger Volkszeitung

Lok beim 0:0 gegen RB-Reserve nahe am Sieg

Scholz: "Riesenkompliment an meine Jungs" / Krug trifft den Pfosten / Rangeleien in Markranstädt

Markranstädt. "Schade, das wäre eine zu schöne Geschichte gewesen", sagte Markus Krug ein wenig traurig. Der Lok-Kapitän hatte in der 37. Minute per Kopf nur den Pfosten getroffen. Es war die beste Chance der Probstheidaer am Sonnabend beim 0:0 gegen die U23 von RB im Markranstädter Stadion am Bad. Ein Sieg beim Oberliga-Spitzenreiter vor 2770 Zuschauern durch ein Krug-Tor hätte die rund 2000 Lok-Fans in Ekstase versetzt, denn der 26-Jährige hatte aus seiner Antipathie gegenüber den Roten Bullen nie einen Hehl gemacht. "Aber wir können auch so stolz sein und erhobenen Hauptes durch die Stadt gehen", meinte der stark spielende Abwehrchef, "wir haben uns topfit präsentiert und einen großen Fight auf Augenhöhe gezeigt."
Rani Khedira sah das ähnlich. "Lok hat gut verteidigt, uns fehlten Energie und Wucht", erklärte der Mittelfeldmann, der nach achtwöchiger Pause ein solides Comeback lieferte. Mit Szolt Kalmár und Fabian Franke standen weitere Zweitliga-Akteure in der RB-Startelf. Die Gastgeber hatten spielerische Vorteile, mehr Ballbesitz, aber in den 90 Minuten nur eine dicke Gelegenheit: Vincent Rabiega (14.) scheiterte an Keeper Julien Latendresse. Zuvor vergab Ondrej Brusch die Lok-Führung (7.).
Die Blau-Gelben knieten sich in die Zweikämpfe, bekamen die temposcharfe Partie immer besser unter Kontrolle und waren in der zweiten Halbzeit einem Dreier nahe. Djamal Ziane zögerte frei stehend zu lange (48.), Fernschüsse von Gianluca Marzullo (75.) und Marcel Trojandt (86.) zischten knapp vorbei, nach Sprints des eingewechselten Sebastian Zielinsky brannte es mehrfach lichterloh im Bullen-Strafraum. "Riesenkompliment an meine Jungs, unsere Taktik ist aufgegangen, nur ein Tor hat gefehlt", sagte Trainer Heiko Scholz.
"Lok kam zu oft zu Kontern", meinte RB-Kollege Tino Vogel nicht ganz zufrieden, "bei uns habe ich in der Offensive die Überzeugung vermisst, aber wir haben gegengehalten, und das Remis hilft uns mehr als Lok." Vogels Team fuhr zuletzt sechs Siege ein, blieb am Sonnabend zum sechsten Mal in Folge ohne Gegentor, wird souverän aufsteigen, während die Probstheidaer auf Rang drei und eine Relegation hoffen müssen.
Zum Randgeschehen einer weitgehend friedlichen Veranstaltung: Die Gastgeber verwehrten Fans mit "Bullen schlachten"-Trikots unter Zustimmung der Lok-Chefs den Einlass, 60 Personen versuchten daraufhin, den Block zu stürmen, 15 verschafften sich laut Polizei Zutritt, Zäune wurden beschädigt. Ein Täter wurde identifiziert und muss mit einem juristischen Nachspiel rechnen. Nach dem Abpfiff gab es kleinere Rangeleien zwischen Sicherheitskräften und Lok-Anhängern, die zudem auf dem Parkplatz Pyrotechnik zündeten. Neben der Tribüne attackierten 20 RB-Ultras Lok-Spieler Ziane und Präsident Heiko Spauke, Ordner drängten sie zurück.

Von: Steffen Enigk