Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 01. März 2015
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Lok bezwingt Dynamo-Fohlen 3:1, Brusch trifft doppelt

Leipzig. Nach dem Spiel wollte Gianluca Marzullo nur noch ins Bett, die anschließende Nacht verbrachte er mit 39 Grad Fieber. Doch gestern fühlte sich der Lok-Stürmer, der mit einem leichten Infekt gegen Dynamo Dresden II aufgelaufen war, schon wieder besser und konnte den 3:1 (2:1)-Erfolg seiner Mannschaft genießen: "Das war eine klare Steigerung und ein ganz wichtiger Dreier, der hoffentlich eine Euphoriewelle auslöst." Marzullo hatte am Sonnabend die Zähne zusammengebissen und eine Stunde lang durchgehalten, vor allem aber hatte er die Probstheidaer mit seinem neunten Oberliga-Saisontor (14.) in Führung geschossen.
In der Hinrunde war der 24-Jährige oft Alleinunterhalter in der Lok-Offensive, jetzt hat er starke Mitstreiter. Besonders Ondrej Brusch glänzte. Der aus Plauen gekommene Tscheche bereitete Marzullos Treffer vor und schlug dann selbst zweimal zu. Beim 2:0 (25.) profitierte er von einem Pass des japanischen Neuzugangs Norikazu Murakami, beim 3:1 (47.) verwertete er eine Flanke des eingewechselten Sebastian Zielinsky.
"Brusch blüht bei uns auf, so einen schnellen Linksfuß haben wir gebraucht", meinte Heiko Scholz. Der Trainer war erleichtert, dass seine Jungs nach dem 1:2 in Chemnitz diesmal hellwach wirkten und die Dynamo-Fohlen mit schwungvollen Angriffen beeindruckten. "Wir haben gut gepresst, uns gut bewegt, die Leistung war okay", lobte Scholz: Unsere Winter-Vorbereitung beginnt sich auszuzahlen."
Dass sein Team nach dem Dresdner Anschlusstor - Tom Hagemann gelang ein spektakulärer Fallrückzieher (35.) - phasenweise Ordnung und Sicherheit verlor, brachte den Coach allerdings ins Grübeln. "Zu viele Ballverluste, zu viel Krampf, wir sind noch nicht in der Lage, das Geschehen durchgängig zu kontrollieren", monierte Scholz.
Er denkt schon an das Schlüsselspiel am Sonnabend (14 Uhr) beim Tabellenzweiten Markranstädt. Lok hat sieben Punkte Rückstand, muss gewinnen. "Da wird sich entscheiden, ob wir noch mal rankommen können", weiß Scholz.
Marzullo will dann wieder fit sein - und ist optimistisch. "Wir haben durch die Neuen ein höheres Niveau in der Offensive", glaubt der Stürmer, "wir sind effektiver geworden, brauchen nicht mehr so viele Chancen. Und wir werden ein gefühltes Heimspiel haben." 2865 Fans pilgerten ins Plache-Stadion, viele von ihnen wollen mit nach Markranstädt. Eine Lok-Spendenaktion für die Familie der schwerkranken Anna-Lisa Remane erbrachte bisher 5000 Euro.

Von: Steffen Enigk