Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 17. Mai 2015
Nur diese Kategorie anzeigen:Leipziger Volkszeitung

Lok erobert Rang drei

Nach drei Oberliga-Siegen am Stück wächst die Hoffnung des 1. FC Lok, doch noch den Aufstieg zu schaffen. Mit einem 2:0 (2:0)-Erfolg bei der Jenaer Reserve erreichten die Probstheidaer am Sonnabend zumindest ihr Minimalziel. Weil der SSV Markranstädt beim 1:1 (1:1) in Neugersdorf Federn ließ, kletterte Lok drei Spieltage vor Saisonende auf Rang drei, der am 17. und 21. Juni Relegationsspiele gegen den Nord-Dritten bescheren könnte.
Trainer Heiko Scholz war nur mit der ersten Halbzeit zufrieden: "Wir haben gut gepresst und zielstrebig nach vorne gespielt." Djamal Ziane (10.) und Sebastian Dräger (15.) stellten vor 575 Zuschauern, darunter 400 Leipziger Fans, früh die Weichen. Dass Lok danach bei Großchancen sündigte und den dritten Treffer versäumte, ärgerte jedoch den Coach: "Das war fahrlässig." So musste Julien Latendresse mit mehreren Glanzparaden den Vorsprung festhalten.
Neben dem Keeper ("überragend") lobte Scholz auch Mittelfeldmann Norikazu Murakami ("spielerisch stark") sowie die Abwehrrecken Ronny Surma und Gino Böhne ("ließen kaum was zu"). Die Deckung blieb zum vierten Mal in Folge ohne Gegentor, ist Garant des jüngsten Höhenflugs. Böhne verlängerte am Freitag bis 2017, auch Dräger, Dustin Scheibe und Ramon Hofmann sollen bald neue Verträge unterschreiben.
Lok spielt noch beim VfL Halle, zu Hause gegen Eisenach und bei Erfurt II. "Wir sind es den Fans schuldig, Rang drei zu verteidigen", sagt Scholz. Sportchef Mario Basler warnt jedoch: "Wir sollten nicht zu viel träumen, für die Relegation müsste ja alles zusammenpassen."
Rostock dürfte nicht absteigen, Magdeburg, seit gestern Regionalliga-Meister, müsste Offenbach schlagen und hoch in Liga drei. Geht beides aus Ost-Sicht schief, droht sogar Neugersdorf eine Relegation gegen den Nord-Zweiten. Als Aufsteiger steht bisher nur RB II fest, das gestern Cottbus II 5:1 (2:1) bezwang. Alexander Siebeck (18., 57.), Tom Nattermann (36.), Paul Schinke (70.) und Daniel Heinze (90.) trafen.
Markranstädt enttäuschte in Neugersdorf keinesfalls. "Wir waren in einem hochklassigen Spitzenspiel am Limit, haben Paroli geboten", meinte Trainer Heiko Weber. Die Gastgeber gingen vor 401 Zuschauern durch Karl Petrick (36.) in Führung, dem SSV gelang nur noch der Ausgleich: Dawid Krieger, im Strafraum gefoult, verwandelte selbst den Elfmeter (45.). "Das Remis war verdient, leider haben wir vorher wichtige Punkte verschenkt", so Weber: "Aber wir geben im Kampf mit Lok nicht auf."

Von: Steffen Enigk