Quelle: Leipziger Internetzeitung vom Donnerstag, 23. April 2015
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Lok hadert mit dem Verband und mit sich selbst

Bittere Pille für den 1. FC Lok: Das verlegte „Sicherheitsspiel“ bei der Zweitvertretung von Erzgebirge Aue ging mit 0:2 (0:1) verloren. Vor 750 Zuschauern, darunter rund 400 Lok-Fans, liefen die Blaugelben seit der 9. Minute einem Rückstand hinterher. Trotz starker Mannschaftsleistung kam Lok nicht mehr zurück. Die Gastgeber waren indes mit sieben Spielern aus dem Profikader angetreten und könnten Loks Aufstiegsträume nach der ersten Rückrundenniederlage beendet haben. Derzeit beträgt der Rückstand auf die Aufstiegsplätze vier Punkte – mit einem Spiel weniger in der Hinterhand als Hauptkonkurrent Neugersdorf.

Gefrustet und enttäuscht trat der 1. FC Lok am Mittwochabend die Heimreise von Lößnitztal an. Gegen eine mit sieben Profis gespickte Zweitvertretung von Erzgebirge Aue hatte der FCL mit 0:2 den Kürzeren gezogen. „Der Mannschaft kann man keinen Vorwurf machen, wir waren kämpferisch und spielerisch gut drauf“, erklärte Kapitän Markus Krug nach dem Spiel. „Aber wir mussten nach neun Minuten diesem blöden Rückstand hinterherlaufen“. Philipp Hauck hatte nach einem Freistoß für die Gastgeber getroffen. Danach spielte zwar nur noch Lok, aber weder Dräger (Pfosten), noch Marzullo konnten mit ihren Abschlüssen ein Tor erzwingen.

Der eingewechselte Steve Rolleder hatte nach einer Ecke den Ausgleich auf dem Fuß, doch im letzten Moment wurde auch der Ball von der Linie geschlagen. Kurz vor Schluss traf dann noch Marcin Sieber für Aue. „Aber das hat am Ende auch keinen Unterschied mehr gemacht“, so Krug, der aufgrund der Ansetzung enormen Frust schob. „Dieses Spiel als Sicherheitsspiel auf den Mittwoch zu legen, ist unerklärlich. Hier ist nichts passiert. An einem normalen Spieltag hätten wir das Ding gezogen. Im Hinspiel und im Testspiel war Aue ohne Profis doch unterlegen.“

Ursprünglich sollte das Spiel am Sonntag stattfinden, da aber an diesem Tag die Zweitliga-Mannschaft spielte, musste das Oberliga-Spiel verlegt werden. Um den Rasen zu schonen kamen Freitag und Samstag als Ausweichspieltag nicht infrage, der Verband legte Mittwoch als Termin fest – und bescherte damit Lok zahlreiche Probleme.

Nicht nur, dass die meisten Spieler Urlaub nehmen mussten, nun bleiben nur zwei Tage Regenerationszeit bis zum Spitzenspiel bei Tabellenführer RB Leipzig II. Möglicherweise zu wenig für eine arg gebeutelte Lok, die in Aue 15 Minuten quasi in Unterzahl spielen musste, weil Ramon Hofmann verletzt nicht mehr ausgewechselt werden konnte. Ob er und der angeschlagene Sebastian Dräger fit werden? Der Kapitän selbst ist ebenfalls angeschlagen, richtete den Blick aber auch nach vorn. „Wir müssen auf jeden Fall durchziehen, es patzt jeder einmal und wer weiß, was mit dem dritten Platz am Ende wird.“

Von: Marko Hofmann