Quelle: Bild.de vom Freitag, 30. Juni 2017
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Lok ist für mich ein Neuanfang

Das war aber ganz schön MUHtig...Robert Berger (20), Neuzugang des 1. FC Lok, traute sich im Trainingscamp in Südtirol ganz nah an die ausgewachsenen Kühe heran, die rund um das Mannschaftshotel grasten. „Obwohl ich vor großen Tieren generell Respekt habe“, erzählt er. „Liegt wohl daran, dass ich als kleiner Junge mal von einem Hund umgerannt wurde.“Berger ist in Deutschland geboren. Seine Eltern stammen aus Kasachstan. In deren U21 kam er bereits zu einem Länderspiel, nachdem er zuvor schon in der deutschen U17 spielte. In Cottbus schnupperte er Zweitliga-Luft, mit Zwickau stieg er in die 3. Liga auf. Eine starke Vita für so einen jungen Mann.

Wie kann so einer bei Lok in der 4. Liga landen?Berger: „Ich wollte schon letzten Winter weg aus Zwickau, zur U23 des 1. FC Köln.“ Doch Trainer Torsten Ziegner wollte ihn nicht gehen lassen – setzte ihn allerdings in der Rückrunde auch kaum noch ein. Dann lief sein Vertrag aus. Berger: „Jetzt will ich endlich wieder kicken und Spaß haben. Lok ist für mich wie ein Neuanfang.“ Die Gespräche mit Trainer Heiko Scholz und seinem Kumpel Christian Hanne (mit dem liegt er im Camp auch auf einem Zimmer) sowie der Zuspruch seiner Freundin Julia (26) überzeugten ihn letztlich. „Lok möchte oben mitspielen, hat klare Ziele und Strukturen. Hinzu kommt, dass Leipzig nicht so weit weg von meiner Heimatstadt Weißwasser ist. Mein Privatleben muss stimmen, damit ich gut bin.“Als rechter Verteidiger muss er nun mit Kapitän Markus Krug in den Konkurrenzkampf gehen. Auch mutig.

Von: ANDRÉ SCHMIDT