Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 23. Juli 2017
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Lok Leipzig? Sehr gut!

Probstheidaer holen sich beim 3:2-Sieg gegen Queens Park Rangers Sonderlob von Coach Holloway ab
Leipzig. Ja, die Engländer – immer höflich und freundlich, selbst in der Niederlage. Gentlemen eben. Zu dieser Spezies darf sich auch Ian Holloway zählen. Der 54-Jährige führte Crystal Palace vor vier Jahren in die Premier League und darf nun den englischen Zweitligisten Queens Park Rangers wieder auf Vordermann bringen. Der war in der vergangenen Spielzeit auf dem 18. Tabellenplatz über die Ziellinie gekrochen und gestern Gast in Probstheida. Beim Viertligisten 1. FC Lok Leipzig.

Und dort gab’s gleich mal einen Satz heiße Ohren. Da bekamen selbst die 2213 Zuschauer die Tür nicht mehr zu. Auf ein sattes 3:0 war die Loksche in der 51.Minute enteilt. Am Ende stand für die „Hoops“ ein (fast) versöhnliches 2:3 (0:2) auf der Anzeigetafel im Bruno-Plache-Stadion. „Ein Unentschieden wäre schöner gewesen“, gab Holloway nach der Partie zu Protokoll. „Aber ich bin sehr dankbar für das Spiel. Das ist eben Fußball.“ Lok war „very good“. Sagte er und bestand bei der Verabschiedung auf einen „Handshake.“

Für den Regionalligisten, der ausnahmsweise in der weißen Trikotage (das neue Auswärtsdress) auflief ein gelungenes Einläuten der in fünf Tagen startenden Saison. Nicht von ungefähr tönte es vom Dammsitz bereits kurz vor Abpfiff freudetaumelnd „Derbysieger“. Etwas verfrüht, aber mit einem Fingerzeig. Schließlich startet die Liga gleich mit dem Derbyhammer zwischen Leutzsch und Probstheida (Sonnabend 12 Uhr, Kunze-Sportpark).

„Wir können mit breiter Brust in die Partie gehen“, sagte Markus Krug. Der Kapitän ist zurück, hat mit Neuzugang Robert Berger auf der rechten Verteidigerposition viel Dampf von hinten. Das scheint zu beflügeln. Nicht nur das. Der 28-Jährige fühlt sich nach seiner Knöchel-OP im vergangenen Jahr „endlich gut“.

Diesen Eindruck machte auch das Team. „Spritzig und griffig“, fasste Krug die Leistung zusammen. Das kommt nicht von ungefähr: In zwei Trainingslagern – in Südtirol und in Aschersleben – wurden die Spieler von den Trainern Heiko Scholz und Rüdiger Hoppe getrimmt. Mit Erfolg. „Die Qualität im Team hat sich gesteigert“, beschrieb Abwehrkante Robert Zickert. „In der ersten Halbzeit waren wir sehr gut organisiert und haben sehr gut gegen den Ball gearbeitet“, bestätigte er das, was auch der gegnerische Coach Holloway beobachtet hatte. „Wir haben das Spiel kontrolliert und auch mal das Tempo rausgenommen“, sagte Zickert.

Sehenswert waren die Tore obendrein. Vor allem dank des sensationell aufgelegter Paul Maurer. Der bereitete die Führung per Freistoß vor. Neuzugang Ryan Malone vollendete im Strafraumgewühl mit einer Fackel aus sechs Metern (11.). Nur acht Minuten später zog Maurer aus 20 Metern ab. Erneut musste Matt Ingram hinter sich greifen. Der Goalie verhinderte vor allem in der zweiten Hälfte ein Debakel. Treffer drei für die Leipziger köpfte Maik Salewski (51.). Ryan Manning (54.) und Pawel Wszolek verkürzten für Queens Park.

Zurück zum Derby. Gestern gingen alle 750 Lok-Tickets fürs AKS über den Schalter. Mitternacht (!!!) hatten sich die ersten Fans dafür am Plache angestellt. Wer keine Karte bekam, muss nicht traurig sein. Im Bruno gibt es ein Public Viewing, an der frischen Luft. Die Mega-LED-Leinwand kommt auf den Rasen. Von Dammsitz und Tribüne wird geguckt.

Ganz nah dran wird dagegen Christopher Hanf sein. Der 22-Jährige Keeper unterschrieb gestern einen Einjahresvertrag bei Lok.

Von: ALEXANDER BLEY