Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Donnerstag, 25. Mai 2017
Nur diese Kategorie anzeigen:Leipziger Volkszeitung

LOK LEIPZIG VERPASST DIE ÜBERRASCHUNG

Der 1. FC Lok Leipzig hat das Finale des Sachsenpokals vor heimischer Kulisse gegen den Chemnitzer FC mit 1:2 verloren. 

Leipzig. Explosion in der 17. Minute. Bis dato glich das Finale des Sachsenpokals zwischen Lok und den Himmelblauen im Bruno-Plache Stadion nämlich eher einem Spaziergang auf dem samtig grünen Rasenteppich. Chemnitz mit dem langen Hafer, Lok soweit im Sattel.
Aber dann: Maik Georgi wirft schnell ein, weil Felix Brügmann (24) so gut wie freie Bahn hat. Hat er aber nicht, weil er gedoppelt wird. Beste Lösung: Den Ball auf Georgi zurücktropfen zu lassen. Der zündet den Turbo und setzt den Blinker Richtung CFC-Strafraum. Die Sense von Julius Reinhardt verhindert schlimmeres. So ist es Paul Schinke von der Strafraumkante vergönnt, das erste Mal für die Probstheidaer auf den Kasten von Keeper Kevin Kunz zu schlenzen. Mit mäßigem Erfolg. Kunz fischt sich die Pille und macht es schnell. Über zwei Stationen landet der Ball bei Daniel Frahn. Der spaziert mutterseelenallein auf Benjamin Kirsten zu. 0:1? Nein! „Schwatte Junior“ ist die Krake mit 1000 Armen. Glanztat. In der 20. Minute klingelt es dann aber. Björn Jopek steckt wieder auf Frahn durch. Der CFC-Stürmer umkurvt Loks Verteidiger wie Statisten und schiebt zur Führung für Himmelblau ein. Chemnitz mit Oberwasser im fast ausverkauften Plache.
Bis, ja bis Keeper Kunz den Ball kurz auf Reinhardt passt. Loks Paul Maurer stibitzt sich das Ding, passt im Sechzehner auf Hanne, der weiter auf Delitzschs Juwel Paul Schinke. Der 26-Jährige haut das Ding in die Maschen – 1:1 in der 33. Minute. Blau-Gelb ist wieder da. Die Probstheidaer Audienz auch. Macht es heute doch der Underdog, wie es die Ultras aus der 1966-Kurve mit ihrer Choreo es prophezeit haben?

Fortsetzung folgt in Halbzeit zwei. Von und mit Daniel Becker, der für Georgi aufs Feld kommt. Gemeinsam mit Marcel Trojandt macht der "Zauberfuß" auf der linken Bahn ordentlich Ballett. Maurer verpasst per Kopf Beckers Hereingabe knapp (49.). Leipzig scheint die Waage in seine Richtung zu kippen, versucht es mit Flanken von Außen. CFC-Dennis Grote hat irgendwann die Nase voll. Maurer dribbelt sich durchs Mittelfeld und wird vom Verteidiger gefällt (58.). Gelb. Freistoß aus 25 Metern. Becker zwirbelt den Ball übers Gebälk.
Der Einzige der bei den Himmelblauen etwas gegen das Lok-Übergewicht hat, ist Frahn. Fast aus dem Nichts hätte er in der 67. Minute erneut in Führung bringen können. Kirsten wäre an den Schlenzer aus 18 Metern nicht herangekommen. Dafür aber kurz darauf, als der Lok-Hüter die Riesenchance von Tom Baumgart vereitelt. Chemnitz packt ein Pfund auf die Waage. Trainer Heiko Scholz reagiert und bringt Ramon Hofmann für Paul Schinke (70.). Damit wird die Außenbahn wieder besetzt und Becker rückt auf die Ballverteilerposition.
Nützt nix. Florian Hansch, der zehn Minuten zuvor für Anton Fink aufs Feld kam, tänzelt Linksaußen alles aus, zieht nach Innen, scheitert einmal an Kirsten. Danach passt Hansch auf Frahn. 2:1 – CFC (74.) Nun muss es Djamal Ziane richten. Der Lok-Goalgetter kommt für Staubsauger Hiromu Watahiki. Und ja, jetzt wird es zudem ruppiger. Maurer wird gefällt, es geht weiter. Krug räumt ab, weiter. Hanne fällt, weiter. Kleines Rudel. Es bleibt eine Randepisode. Für die letzten fünf Minuten rückt Robert Zickert von der Abwehr in Mittelsturm-Position. Es bleibt ruppig. Die Polizei rückt ein. Ein Nebeltopf in der 66er Kurve wird gezündet. Chemnitzer Anhänger positionieren sich auf dem Zaun. Auf dem Feld passiert derweil nicht mehr viel. Lok verliert das Finale 1:2.

Von: Alexander Bley