Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Samstag, 22. November 2014
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Lok-Mitglieder geben grünes Licht für Spielbetriebs-GmbH

Leipzig. Der 1. FC Lok hat 1667 Mitglieder, 261 von ihnen kamen gestern Abend zur Versammlung auf die Alte Messe, 230 votierten für den Antrag des ­Vorstands. Die notwendige Dreiviertel-Mehrheit für die Ausgliederung der ersten Mannschaft zum 1. Juli 2015 in eine Spielbetriebs-GmbH wurde damit erreicht, der Weg für Investoren ist frei. Das Stammkapital der GmbH wird vorerst 25000 Euro betragen, der Verein hundert Prozent der Anteile halten. 49 Prozent davon darf er verkaufen.

Kritiker äußerten die Befürchtung, sich so "Leute ins Boot zu holen, die nur finanzielle Interessen haben und Blau-Gelb nicht im Herzen tragen". Tradition und Kommerz passten nicht zusammen. 25 Mitglieder stimmten gegen die Ausgliederung, sechs enthielten sich.

"Die Professionalisierung ist wichtig, um in den Profi-Fußball zurückzukehren und attraktiver für Sponsoren zu werden", erklärte Präsident Heiko Spauke. Obwohl Lok im ersten Halbjahr 2014 einen Überschuss von 40000 Euro erzielte und seine Verbindlichkeiten um 140000 Euro reduzieren konnte, bleibt die wirtschaftliche Lage des Oberligisten schwierig. "Wir haben kein Eigenkapital und Liquiditätsprobleme, nur die Aufnahme langfristiger Darlehen durch Mitglieder hat uns den Arsch gerettet", sagte Schatzmeister Jens Kesseler: "Um Luft zum Atmen zu haben, brauchen wir einen Hauptsponsor." Die neuen Strukturen sollen helfen, Geldgeber zu überzeugen. Die Mitglieder wählten Marketing-Professor Sören Bär in den Aufsichtsrat, entlasteten zudem Präsidium und Aufsichtsrat mit großer Mehrheit.

Die Lok-Mannschaft kann heute mit einem Heimsieg gegen den VfL Halle (15 Uhr, Plache-Stadion) den Tabellenvierten überflügeln, bevor das Auswärtsspiel beim zweitplatzierten FC Eisenach ansteht. "Wir müssen den Rückstand bis zur Winterpause gering halten", weiß Trainer Heiko Scholz. Er ist zuversichtlich, dass sein Team die Leistung vom jüngsten 2:1 über Jena II bestätigt. "Spielerisch machen wir Fortschritte, aber die Chancenverwertung muss besser werden", sagte der Coach, "mal früher den Sack zuzumachen, würde die Nerven beruhigen." T.F./S.E.