Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Montag, 06. April 2015
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Lok nur 0:0 bei Schlusslicht Rudolstadt - Basler und Scholz stinksauer

Leipzig. Die Konkurrenz liefert Steilpässe, der 1. FC Lok verballert sie. "Das war gar nix, wer so eine Leistung anbietet, sollte nicht mehr vom Aufstieg reden", giftete Sportchef Mario Basler. "Wir waren so schwach, dass wir den Sieg einfach nicht verdient hatten", gestand Trainer Heiko Scholz.
Beim 0:0 am Ostersonntag bei Oberliga-Schlusslicht Einheit Rudolstadt versagte das Team auf der ganzen Linie, die 650 mitgereisten Fans unter den 912 Zuschauern fuhren maßlos enttäuscht nach Hause. Schon beim 1:1 in Leipzig hatten die Probstheidaer gegen den Neuling aus Thüringen gepatzt, diesmal kam das Remis sogar glücklich zustande. "Ich habe keine einzige klare Torchance von uns gesehen, es kann nicht sein, dass der Tabellenletzte mehr rennt und kämpft als wir", meinte Basler.
Er hatte sich so sehr geärgert, dass er dem gestrigen Training fernblieb und auf eine Ansprache zur Mannschaft verzichtete. "Ich brauche länger, um das zu verarbeiten, muss aufpassen, was ich sage. Gerade solche Spiele sind entscheidend, die muss man gewinnen."
Basler war auch deshalb so sauer, weil Lok mit einem Dreier vorübergehend auf Platz zwei und damit einen Aufstiegs-Rang geklettert wäre. Der SSV Markranstädt hatte bereits am Mittwoch 0:2 gegen Jena II verloren, die Donnerstag-Partie von Neugersdorf gegen Cottbus II wurde wegen Neuschnees abgesagt. Ziehen die Oberlausitzer den Nachholer, liegen sie vier Punkte vor Lok.
"Wir hätten die richtig unter Druck setzen können, haben diese Gelegenheit kläglich vergeben", zürnte Basler, "wir hatten über Wochen einen Lauf, da verstehe ich nicht, dass die Jungs nicht mit breiter Brust rausgehen." Und: "Wir haben zuletzt viel für die Mannschaft getan, da muss mehr zurückkommen."
Heiko Scholz faltete seine Truppe gestern zusammen. "Ich habe gesagt, dass dies nicht reicht, dass man mit sechs, sieben Totalausfällen auch beim Letzten nicht gewinnt." Das Team habe fußballerisch keine Lösungen gefunden, unendlich viele Ballverluste produziert und sei immer unsicherer geworden. Auch in vier Minuten doppelter Überzahl nach zwei Feldverweisen für die Gastgeber gelang nichts.
Normalform bescheinigte Scholz nur Ronny Surma, Ondrej Brusch und Keeper Julien Latendresse, der mit seinen Paraden wenigstens das 0:0 festhielt. Für das Freitag-Heimspiel gegen Sandersdorf kündigte der Coach an: "Einige werden wohl eine Denkpause erhalten."
Spitzenreiter RB Leipzig II gab sich in Bernburg keine Blöße, triumphierte vor 277 Zuschauern 2:0 (1:0). Nach einem Foul an Michael Niemeyer verwandelte Paul Schinke den fälligen Elfmeter zur frühen Führung (2.). Dicke Gelegenheiten und ein Pfostentreffer folgten, bis Torjäger Tom Nattermann (53.) den Sack zuband. "Wir waren sofort in der Spur, haben bei schwierigen Platzverhältnissen eine seriöse Vorstellung abgeliefert", erklärte Trainer Tino Vogel. Keeper Dominic Heine kollidierte mit dem Aluminium, zog sich eine Steißbeinprellung zu und wurde zur Pause ausgewechselt. Sein Vertreter Nicolas Tix musste aber kaum eingreifen.

Von: Steffen Enigk