Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Mittwoch, 18. März 2015
Nur diese Kategorie anzeigen:Leipziger Volkszeitung

Lok-Pfeil mit Torriecher

Ramon Hofmann schwärmt vom Trainer und den Fans

Schon in der Schule lief er die 100 Meter in 11,4 Sekunden, später bei Sprint-Tests die 30 Meter in 3,8 Sekunden. Ramon Hofmann ist schnell, verdammt schnell sogar. Und er schießt wichtige Tore für den 1. FC Lok. Drei sind es bereits in dieser Saison, darunter der Führungstreffer beim 1:1 gegen RB II und das 2:0 am Sonntag gegen Neugersdorf. "Aber entscheidend ist für mich, dass wir Punkte holen", sagt der 21-Jährige, der noch auf den Regionalliga-Aufstieg hofft: "Die Teams vor uns werden nicht alles gewinnen. Wenn wir jetzt eine Serie starten, geht noch was."

Heiko Scholz hält viel von seinem "Pfeil" auf der rechten Außenbahn. "Er ist extrem ehrgeizig und marschiert ohne Ende, das lieben die Fans", sagt der Trainer, "aber er muss ruhiger und abgeklärter werden, will oft zu viel und macht manchmal den zweiten Schritt vor dem ersten. Er ist kein einfacher Typ, braucht Vertrauen."
Hofmann begann bei Union Mühlhausen, ging dann aufs Magdeburger Sportgymnasium (Abitur), spielte beim 1. FCM in der Nachwuchs-Bundesliga, stieg mit Wacker Nordhausen in die Regionalliga auf, wechselte in die Reserve von Rot-Weiß Erfurt und kam im vergangenen Sommer nach Leipzig.
Für Heiko Scholz war Hofmann die bisher verrückteste Neuverpflichtung. "Ich war gerade auf der Autobahn, als mein Handy klingelte", erzählt der Coach, "Ramon war dran und erklärte, dass er unbedingt bei uns spielen will. Ich kannte ihn nicht, habe ihn aber zum Probetraining eingeladen."
So entwickelte sich eine besondere Verbindung. "Der Trainer ist stets ehrlich und loyal, auf sein Wort ist Verlass, er bringt Lockerheit und Spaß rein", betont Hofmann, "da will ich was zurückgeben." Er mag zudem die Atmosphäre beim Probstheidaer Traditionsverein: "Die Fans sind grandios, die Begeisterung ist enorm - das ist wahre Liebe."
Hofmann, der seit Jahren von Arsenal-Spieler Tomas Rosicky schwärmt, hat aber nicht nur Fußball im Kopf. Er studiert Sportmanagement an der Fern-Uni Düsseldorf und stockt sein nicht üppiges Lok-Gehalt in einem Marketing-Job auf.
Sein Vertrag läuft aus, er möchte bleiben und "bald mit Lok eine Etage höher spielen". Scholz traut ihm das zu: "Es gab schon Gespräche, ich will Ramon behalten. Er ist jung und kann noch einen großen Schritt machen - wenn er weiter intensiv an sich arbeitet."

Von: Steffen Enigk