Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Samstag, 11. April 2015
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Lok reichen starke 30 Minuten

Probstheidaer bezwingen Sandersdorf 2:0 und klettern auf einen Aufstiegsplatz

Leipzig. Heiko Scholz fasste sich kurz. "Prächtige Kulisse, ordentliche Leistung, verdienter Sieg. Insgesamt können wir zufrieden sein", meinte der Lok-Trainer gestern Abend nach dem 2:0 (2:0) gegen Union Sandersdorf. Zumindest vorübergehend steht seine Mannschaft nun dort, wo sie auch am Oberliga-Saisonende sein will - auf Aufstiegs-Rang zwei. Allerdings hat Hauptkonkurrent Neugersdorf zwei Spiele weniger bestritten.
Scholz hatte eine Reaktion auf das dürftige 0:0 zuletzt bei Schlusslicht Rudolstadt gefordert - und sah sie in der überzeugenden ersten Halbzeit auch. Vor 3132 Zuschauern im Plache-Stadion zeigte Lok schwungvollen Angriffsfußball und belohnte sich früh. Djamal Ziane nutzte gleich die erste Chance, köpfte nach sechs Minuten eine Flanke von Sebastian Zielinsky ein. Und 180 Sekunden später war eigentlich der zweite Treffer fällig, doch Gianluca Marzullo scheiterte völlig frei am früheren Lok-Keeper Lukas Wurster.
Vorausgegangen war ein Traumpass des dynamischen Zielinsky, der erstmals seit der Winterpause in der Startforma­tion stand und das Vertrauen mit einer starken Vorstellung rechtfertigte. "Ich war lange verletzt, bin endlich wieder fit und hungrig auf Fußball", sagte der Mittelfeldmann, über den fast alle Angriffe liefen. Lok gewann die wichtigen Zweikämpfe, kombinierte flüssig, hatte Ge­legenheiten in Serie. Marzullo vergab auch seine zweite große (25.), ließ sich allerdings die dritte nach Hereingabe von Gino Böhne (auch er rückte neu ins Team) nicht entgehen, lochte aus fünf Metern ein (30.) - der elfte Saisontreffer des Stürmers.
"Unter der Woche sind harte Worte gefallen, die Mannschaft hat zunächst alles umgesetzt und das geboten, was wir sehen wollten", erklärte Sportchef Mario Basler, blieb aber kritisch: "Gegen einen so schwachen Kontrahenten hätten wir das dritte und vierte Tor nachlegen müssen. Der Leistungsabfall nach der Pause war einfach zu groß."
Denn nach dem 2:0 war es mit der Lok-Herrlichkeit vorbei. Statt Sandersdorf auseinanderzunehmen, verwaltete das Team nur noch den Vorsprung: Kampf und Krampf, Fehlpässe, Miss­verständnisse, eine zweite Halbzeit zum Vergessen, ohne vernünftige Offensiv-Aktionen. "Wir hatten unser Konzept verloren", räumte Zielinsky ein, "30 gute Minuten sind zu wenig."
Immerhin ließ Lok gegen jetzt feldüberlegene, aber harmlose Gäste keine einzige klare Chance zu. Hiromu Watahiki räumte im Mittelfeld gnadenlos ab, die Manndecker Ronny Surma und Markus Krug besaßen die Lufthoheit.
So gelang zwar die Revanche für die 1:3-Hinspielniederlage, aber Sandersdorf-Coach Mike Sadlo hatte Recht mit seiner Analyse: "Lok brauchte heute nicht viel, um uns zu schlagen. Wir haben zu ängstlich gespielt, zu einfache und zu frühe Gegentore bekommen."
Heiko Scholz indes nahm die Punkte gern mit: "Wir haben es zwar nicht geschafft, befreit aufzuspielen, aber in der Defensive ordentlich gearbeitet."

Von: Steffen Enigk