Quelle: Leipziger Internetzeitung vom Sonntag, 19. Oktober 2014
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Lok schnuppert an der Überraschung

Am Ende hat es für den 1. FC Lok nicht zur kompletten Überraschung gereicht. Beim 1:1 (0:0) gegen den ungeschlagenen Oberliga-Spitzenreiter RB Leipzig II war jedoch mehr drin. Hofmann hatte die Gastgeber vor 4.927 Zuschauern kurz nach der Pause in Führung gebracht, Siebeck glich Mitte der zweiten Hälfte aus. Die U23 feierte den Punkt letztlich wie einen Sieg.

Selbst Tino Vogel kam nach dem Fußball-Tag in Leipzig-Probstheida ins Schwärmen. „Was für eine tolle Stimmung!“, lobte Vogel die Atmosphäre im fast ausverkauften Bruno-Plache-Stadion. Sein Gegenüber Heiko Scholz fand ebenfalls warme Worte für die 4.927 Fans (darunter 400 RB-Anhänger) und den Wettergott. „Stimmung gut, Wetter gut. Es hat fast alles gepasst.“, so der Alt-Internationale. Fast alles. Seine Mannschaft hätte vor den Augen von Erfolgstrainer Uli Thomale beinahe alle drei Punkte in Probstheida halten können.

Am Ende feierte die RB-U23, unterstützt von Mikko Sumusalo, Palacios-Martinez, Lukas Klostermann und Thomas Dähne aus dem Zweitliga-Kader, den Punktgewinn euphorischer als der Gastgeber, der vor allem in der ersten Hälfte wie elf Hamster im Rad das Spiel offen hielt und dabei Glück und Pech zugleich hatte.

Glück, weil die spielerisch stärkeren Gäste durchaus vor dem Lok-Tor sündigten. Sowohl Tom Nattermann als auch Siebeck hatten die Führung auf dem Fuß, Pech, weil eben auch der FCL durch Dräger und Ziane klare Torchancen vergab. Dräger schob den Ball nach einem Freistoß freistehend vor dem Tor deutlich vorbei, Ziane schoss aus fünf Metern nur U20-Nationaltwortwart Thomas Dähne an.

„Das war schwer für mich, der Winkel war spitz. Ich konnte nur noch den Torwart anschießen und auf einen Abpraller hoffen. Dass Alex Langner hinter mir eingelaufen war, habe ich nicht mitbekommen.“ Langner hätte den Ball nur flach mit der Innenseite einschieben müssen, aber Ziane wurschtelte das Leder aus ungünstiger Position im Nachsetzen vorbei. Vorangegangen waren ein weiter Ball von Zielinsky und ein kecker Auftritt von Hofmann, der Klostermann tunnelte und quer auf Ziane legte.

Der Gast war beeindruckt, schlug binnen fünf Minuten vier Bälle unbedrängt ins Seitenaus. Ein Tor fiel allerdings erst, als Ziane nach 51 Minuten auf Hofmann querlegte. Der Deutsch-Algerier profitierte von einem Dähne-Fehler, der die Situation nicht richtig einschätzte und von Ziane überlaufen wurde. In der Mitte bugsierte Hofmann den Ball mit vollem Körpereinsatz über die Linie.

Doch die Führung des FCL währte nicht lange. Die Gäste, mit der Empfehlung von 30 Toren in neun Spielen angereist, fingen sich schnell, wurden selten gefährlich, trafen aber 14 Minuten später doch. Siebeck versetzte drei Abwehrspieler und schob aus 14 Metern ein. Danach passierte kaum noch etwas. Bei Lok war der Tank leer, die RB-Reserve um das ehemalige VfB-Nachwuchstalent Paul Schinke investierte letztlich physisch zu wenig, um die stabile Lok-Deckung auseinanderdividieren zu können.

Schließlich waren auch Tino Vogel und Heiko Scholz mit der Punkteteilung zufrieden: „Der Punkt geht schon in Ordnung.“, so die beiden Übungsleiter. In diesen Chor stimmte auch Lok-Kapitän Markus Krug ein. „Beide Teams hatten Chancen zum Sieg. Wir nehmen den Punkt gern mit.“, so der 26-Jährige, der sich noch in einem weiteren Punkt mit den Trainern einig war. „Das war eine klasse Stimmung von unseren Fans. Das macht Lust auf mehr.“

Von: Marko Hofmann